Ansbach Plus | 09. Dezember 2016 AN + | 09.12.2016

Wolf von Ansbach

Bauern jagen und töten den Wolf (Zeitgenössisches Flugblatt)

Bauern jagen und töten den Wolf (Zeitgenössisches Flugblatt)

Der sogenannte Wolf von Ansbach (auch Werwolf von Ansbach) war ein menschenfressender Wolf, der um den Sommer 1685 eine unbekannte Zahl von Menschen in Neuses (Windsbach) im damaligen Ansbacher Margrafentum angegriffen, in wenigen Fällen auch getötet hat und damit der ganzen Gegend das Fürchten lehrte.

Der Legende nach waren einige Abergläubische davon überzeugt, dass es sich bei dem Tier um den Kastenpfleger Michael Leicht handelte. Dieser soll seinem eigenen Begräbnis zugesehen haben und wurde daher zur Strafe in einen Wolf verwandelt, der nachts als Werwolf in ein weißes Tuch gehüllt erschien. Man glaubte, das Tier sei also vom Teufel besessen.

Das Ende fand das Tier am 9. Oktober 1685, als es bei der Verfolgung eines Huhns in eine Wolfsgrube, einen mit Reisig überdeckten Brunnen, fiel und anschließend von den Bürgern getötet wurde.

Er wurde nun am 10. Oktober 1685 nach Ansbach gebracht, ihm die Schnauze abgehauen und dafür ein Schönbart oder Larve angelegt, eine Perücke aufgesetzt und ein Rock von gewichster Leinwand angethan; und so wurde dieser Wolfmensch auf dem Nürnberger Berge vor Ansbach (bei der heutigen Windmühle oder dem Heimwege von Ritter von Lang) an einem Schnellgalgen gehenkt. Die Haut hatte man ihm zuvor abgezogen und ausgestopft und in die Ansbacher Kunstkammer gebracht.

Über den Wolf von Ansbach wurden in der damaligen Zeit auch Gedichte verfasst, die Aufschluss über den Wolf und die ihm vorgeworfenen Taten geben:

Ich Wolf, ein grimmig Thier und Fresser vieler Kinder, / Die ich weit mehr geacht’, als fette Schaf’ und Rinder, / Ein Hahn, der bracht’ mich um, ein Bronnen war mein Tod; / Nun häng’ am Galgen ich, zu aller Leute Spott. / Als Geist und Wolf zugleich thät ich die Menschen plagen, / Wie recht geschiehet mir, daß jetzt die Leute sagen: / Ha! du verfluchter Geist bist in den Wolf gefahren, / Hängst nun am Galgen hier geziert mit Menschenhaaren. / Dieß ist der rechte Lohn und wohlverdiente Gab’, / So du verdienet hast, der Galgen ist dein Grab. / Hab’ dieses Trankgeld dir, weil du fraßt Menschenkinder, / Wie ein wuthgrimmig Thier und rechter Menschenschinder

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