Ansbach Plus | 11. Dezember 2016 AN + | 11.12.2016

Stollenanlage

Gängesystem (Fotoquelle: Alexander BIernoth)

Gängesystem
(Fotoquelle: Alexander Biernoth)

Die Ansbacher Stollenanlage diente ursprünglich dem Sandstein-Abbau am „Roten Berg“. Die Anlage befindet sich an der Ludwigshöhe im Verlauf zwischen Leonhardt-Fuchs-Straße, der unterhöhlten Benkendorffstraße und dem Wasen. Das rund 6km lange Gängesystem liegt in etwa 10 Meter unter der Erde. Baulastträger der Anlage ist das Tiefbauamt der Stadt Ansbach. Seit offizieller Bekanntgabe im September 2010 ist der Zugang für Privatpersonen wegen Sicherheitsbedenken verboten.

Historie

Der genaue Zeitpunkt der Einrichtung der Stollenanlage ist nicht bekannt. Jedoch sollen sich bereits im 30jährigen Krieg Ansbacher vor den Kriegswirren hier versteckt haben.

In Friedenszeiten konnte in den Stollen Sand abgebaut werden, welcher wegen seiner besonderen Beschaffung in der Ansbacher Fayencenmanufaktur zur Verwendung kam. Nach Ende der lokalen Porzellanindustrie dienten die Keller dann den Ansbacher Brauereien als Lagerstätten. Denn die hiesige Temperatur von 7-11°C eignete sich hierfür gerade in den Sommermonaten hervorragend.

Luftschacht | Heideloffstraße

Luftschacht | Heideloffstraße

Während des 2. Weltkrieges hingegen wurde der Raum als unterirdische Fabrikationsstätte für Munition/Kugellager genutzt. Hier arbeiteten dann gleichzeitig rund 150 Menschen. Während der Bombardierung Ansbach am 23. Februar 1945 flüchteten hierin mehr als 2000 Ansbacher vor den Fliegerbomben.

Heute sind die Gewölbe leer. Die Bergbaubehörde prüft die Anlage regelmäßig auf Stabilität. Gerade der Wassereintrag in Folge von Regenfällen birgt hier Gefahren für Einbrüche von Deckenmaterial. Mit Bekanntgabe vom 15. September 2010 durch die Stadt Ansbach besteht anhaltende Sperrung der Stollenanlage für Privatpersonen.

Im Winter dient der Raum seltenen Fledermäusen als Rückzugsort.

Quelle: Ansbacher Album 24

 

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