Ansbach Plus | 09. Dezember 2016 AN + | 09.12.2016

Siegfried Hänle

Franz Theodor Siegfried Hänle (früherer Vorname Salomon*28. Juni 1814 in Heidingsfeld bei Würzburg; † 30. September 1889 in Ansbach) war ein deutscher Rechtsanwalt, Lokalhistoriker und politischer Schriftsteller.

Hänle wurde als Sohn eines Weinhändlers/Handelsjuden geboren und machte 1834 am Gymnasium in Schweinfurt sein Abitur. Er schloss sein Jura-Studium in Würzburg mit Universitätsexamen ab und war anschließend als Schriftsteller, langjähriger Redakteur und Paris/London-Korrespondent der Neuen Würzburger Zeitung tätig. Das Revolutionsgeschehen von 1848 begleitete er aktiv als Parlamentsberichterstatter in Frankfurt. Nach deren Scheitern entschloss er sich, das juristische Staatsexamen abzulegen. Er konvertierte schließlich 1854 mit seiner Familie zum Protestantismus, um der restriktiven bayerischen Judenpolitik zu entgehen. Im Zuge dessen nannte er sich fortan Franz Theodor Siegfried Hänle/Haenle und ließ sich, nun dem konfessionellen Hindernis entledigt, als Rechtsanwalt, zunächst 1855 in Feuchtwangen, wo er bis 1858 am Landgericht tätig war, und anschließend in Ansbach nieder. Er gehörte zu den Mitbegründern des Deutschen Anwaltsvereins, leitete die Juristische Wochenschrift und publizierte für den Historischen Verein für Mittelfranken.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • 1844: Würzburg und seine Umgebungen
  • 1867: Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstenthum Ansbach
  • 1873: Erinnerungen an die Hohenzollern in Ansbach

1938 erschein eine antisemitische Schrift (Schütz: Wer war Siegfried Haenle?), die Hänle als Juden diffamierend schmähen sollte.

 

Stadtwerke Ansbach
Anzeige
Stadtwerke Ansbach
Anzeige
Stadtwerke Ansbach
Anzeige