Ansbach Plus | 03. Dezember 2016 AN + | 03.12.2016

Ludwig Dietenhöfer

Ludwig Dietenhöfer (*1. August 1870; … ) war ein Ansbacher Kommerzienrat jüdischen Glaubens und Inhaber der Firma C. Th. Arnold mit einer Stanniolkapselfabrik in der Nürnberger Straße 11. Er war seit 1923 Mitglied im Ansbacher Stadtrat, war lange Jahre als Handelsrichter tätig und als Arbeitgebervertreter Mitglied des Vorstandes der Ortskrankenkasse Ansbach-Stadt. Auch war er Kassier eines Ansbacher Sportvereins, dessen Sportplatz er ab 1933 als Jude nicht einmal mehr betreten durfte, obwohl er ihn selbst mitgebaut hatte.

Dietenhöfer war seit 1903 Mitglied in der Vertretung der jüdischen Gemeinde Ansbachs, dessen Vorstand er von 1912 bis zu seinem Wegzug im Jahr 1936 war. Unterbrochen wurde dieses Engagement lediglich durch den 1. Weltkrieg, an dem er im Fronteinsatz beteiligt war. Zudem war er seit 1924 im Rat des Verbandes der bayerischen israelitischen Gemeinden. In seine aktive Zeit fällt unter anderem die Renovierung der Synagoge und die Erweiterung des Friedhofs.

Im Zuge der Repressalien, welche die jüdischen Ansbacher erleiden mussten, siedelte Dietenhöfer am 20. Mai 1936 von Ansbach nach Nürnberg über und legte sein Amt als erster Vorsitzender der Gemeinde Ansbach nieder. Zum Abschied wurde ein feierlicher Schlussgottesdienst mit einer Predigt des Rabbiners Dr. Elie Munk gefeiert. Er wanderte 1938/39 nach England aus. Sein Sohn Theodor Dietenhöfer liegt auf dem Jüdischen Friedhof in Ansbach begraben, zwei seiner Söhne lebten später in Israel (darunter Kurt Dietenhöfer), ein Sohn in Amerika und eine Tochter in Südamerika.

 

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