Ansbach Plus | 09. Dezember 2016 AN + | 09.12.2016

Karl Michelsohn

Karl Michelsohn (26. Oktober 1896 in Ansbach; †7. Februar 1945) war der Sohn von Anton Michelsohn und Mina Michelsohn (geb Freising). Von ihm stammen Aufnahmen , welche die Ansbacher Synagoge um das Jahr 1930 zeigen.

Michelsohn heiratete geborenen Holländerin Mathilde Bein, Tochter von Moses und Lotte Blein. 1929 wurde ihre Tochter Ilse Michelsohn in Ansbach geboren, wo die Familie im eigenen Haus in der Feuchtwanger Straße 105 lebte.

Karl Michelsohn wurde in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 im Ansbacher Landgerichtsgefängnis in „Schutzhaft“ genommen, in derselben Nacht gezwungen, sein Haus in der Feuchtwanger Straße ebenso wie das Geschäftshaus in der Endresstraße 8, in dem bereits der Vater eine Rohproduktenhandlung, Konfektions- und Manufakturwarenhandlung betrieben hatte, an Albert Baumann zu verkaufen.

Anschließend wurde er von der Gestapo nach Nürnberg überführt, wo er mehrere Wochen lang festgehalten wurde. Daraufhin zog die Familie nach München, flüchtete von dort nach Hardenberg in Holland und wurde zunächst ins Lager Westerbork, dann zunächst am 18. Januar 1944 nach Theresienstadt und schließlich am 16. Mai 1944 nach Auschwitz deportiert. Während seine Frau und Tochter schon im Juli 1944 den Tod fanden, wurde Michelsohn am 7. Februar 1945 für tot erklärt.

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