Ansbach Plus | 06. Dezember 2016 AN + | 06.12.2016

Hermann Pfannmüller

Hermann Pfannmüller

Hermann Pfannmüller

Hermann Pfannmüller (* 8. Juni 1886 in München; † 10. April 1961) war ein deutscher Psychiater, Neurologe sowie Verfechter der Rasseideologie zur Zeit des Nationalsozialismus und als T4-Gutachter an über 3000 tödlichen Euthanasieverbrechen beteiligt.

Pfannmüller war nach dem Medizinstudium und Stationen in Weilmünster und Homburg seit 1922 als Anstaltsarzt in der Heil- und Pflegeanstalt Ansbach tätig. Hier trat er erstmals 1922 der NSDAP bei und war als Kreisleiter der Partei tätig. 1925 trat er aus der NSDAP aus, erneuerte seine Mitgliedschaft jedoch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933. Er war ab 1930 zunächst in Kaufbeuren und schließlich ab Februar 1938 als Direktor an der berüchtigten Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar nahe München als Anstaltsarzt im Rahmen des NS-Euthanasieprogramms wirkend.

Pfannmüller wurde im Mai 1945 mit dem Einmarsch der US-Army verhaftet. Nach langwierigen Prozessen und ohne Schuldeingeständnis für die Beteiligung an den Euthanasieverbrechen wurde er schließlich zu einer Gesamtstrafe von fünf Jahren Haft unter Anrechnung der Internierungs- und Untersuchungshaft verurteilt. Die verbliebende Reststrafe musste Pfannmüller aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verbüßen, auch wurde das Entnazifizierungsverfahren 1960 eingestellt, ohne dass es zu einer Verhandlung gekommen wäre.

Weitere Informationen auf WIKIPEDIA und NS-Dokuzentrum München

Ähnliche Einträge

Stadtwerke Ansbach
Anzeige
Stadtwerke Ansbach
Anzeige
Stadtwerke Ansbach
Anzeige