Ansbach Plus | 03. Dezember 2016 AN + | 03.12.2016

Hans Rosenfeld

Hans Rosenfeld (als Ehrengast beim Tag der Deutschen Einheit 2014 in Ansbach)

Hans Rosenfeld (als Ehrengast beim Tag der Deutschen Einheit 2014 in Ansbach)

Hans Rosenfeld (* 6. Mai 1926 in Schopfloch, † 9. Januar 2015 in New York) war Überlebender der Shoa. Für lange Zeit engagierte er sich um Aufklärung über die Schrecken der NS-Herrschaft in Deutschland, wohin er seit 1986 zweimal im Jahr für mehrere Wochen kam. Hierbei war er auch an den Ansbacher Schulen vielfach als Redner zu Gast. Rosenfeld war viermal verheiratet. Aus erster Ehe hatte er eine Tochter, die selbst schon wieder Großmutter ist.

Rosenfeld, geboren als Sohn von Hermann und Anna Rosenfeld in eine jüdische Fabrikantenfamilie, verließ in Folge der politischen Situation 1934 gemeinsam mit den Eltern Schopfloch. Nach kurzer Zwischenzeit in Neumarkt in der Oberpfalz flohen sie vor der Bedrohung durch die Nazis von Hamburg aus am 22. Januar 1937 nach Argentinien. Hier konnte Rosenfeld Jura und Wirtschaftsingenieurwesen studieren.

Als zunächst Staatenloser erhielt er in dem lateinamerikanischen Land einen Deutschen Pass, mit welchem es ihm erst möglich war, Mitte der 1950er Jahre auszureisen und des Berufs wegen in die USA zu gehen, wo er nach 5 Jahren die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt. In New York arbeitete er bis 1972 in einer Recycling-Firma und leitete anschließend bis 1995 eine Reiseagentur.

Eine Europareise im Jahr 1967 markierte dann auch den Wendepunkt seines Denkens. War er zuvor angesichts des erlittenen Unrechts ablehnend gegenüber den Deutschen eingestellt, wurde er mit dem Kennenlernen der jungen Nachkriegs-Generation versöhnt.

2005 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

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