Ansbach Plus | 08. Dezember 2016 AN + | 08.12.2016

Gottfried Fuchs

Gottfried Fuchs in SA-Uniform

Gottfried Fuchs in SA-Uniform

Gottfried Fuchs (*1862; †2. Juni 1960 in Ansbach) war ein evangelischer Pfarrer. Als solcher engagierte er sich im Nationalsozialismus für die ideologietreuen Deutschen Christen. Er war seit 1933 SA- und seit 1937 NSDAP-Mitglied und ab 1935 als Geistlicher in der Hupfla Mitwisser und Zeuge des NS-Euthanasie-Programms. Im Januar 1938 wurde er Leiter der DC-Pfarrergemeinde Bayern. Fuchs wurde nach dem Krieg zunächst als Minderbelastetster, später lediglich als Mitläufer eingestuft. Er selbst zeigte keine Reue für seine Beteiligung am Nationalsozialismus. Fuchs war verheiratet und Vater von drei Kindern, wovon sein einziger Sohn 1944 in Frankreich fiel.

Fuchs wurde als Sohn eines Regensburger Werkzeugmachers geboren und ging nach dem Studium der Theologie zunächs 1927 nach Bad Windsheim (2. Pfarrer) und vier Jahr später als 1. Pfarrer nach St. Gumbertus in Ansbach. Er radikalisierte sich mit der Zeit in seiner Anpassung an die nationalsozialistische Ideologie und stellte sich damit gegen den Landesbischof Hans Meiser, in dessen Auseinandersetzung er sich auch einem Dienststrafverfahren der Landeskirche stellen musste. Fuchs stand damit exemplarisch für die gespaltene protestantische Gemeinde in Ansbach, wo es Ende 1935 rund 1500 eingeschriebene Deutsche Christen (DC) und 8000 Mitglieder der Bekenntnisgemeinschaft gab.

Fuchs wehrte sich erfolgreich gegen eine Versetzung nach Neuburg an der Donau und wurde zunächst am 1. April 1935 in den dauernden Ruhestand versetzt. Die Reichskirchenleitung jedoch förderte ihn weiterhin, so dass ihn die Regierung von Ober- und Mittelfranken zum 1. Oktober als Seelsorger an die Ansbacher Heil- und Pflegeanstalt (heute: BKH) berief, wo er im Rahmen des Euthanasieprogramms den „Dienst“ bei über 1000 Beerdigungen übernahm. Fuchs trat öfters in SA-Uniform als Träger der Hakenkreuzfahne auf. Auch weigerte er sich, seinem Nachfolger Heinrich Koch das Ansbacher Pfarramt zu übergeben.

 

 

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