Ansbach Plus | 09. Dezember 2016 AN + | 09.12.2016

Ernst Körner

Begrüßungsszene mit einer hochgestellten amerikanischen Dame auf dem Ansbacher Bahnhof (v. li. die Dame, Dr. Hans Schregle, ein Polizist und OB Ernst Körner) Fotoquelle: Alexander Biernoth

Begrüßungsszene mit einer hochgestellten amerikanischen Dame auf dem Ansbacher Bahnhof (v. li. die Dame, Dr. Hans Schregle, ein Polizist und OB Ernst
Körner) Fotoquelle: Alexander Biernoth

Ernst Körner (*23. April 1899 in Würzburg; †16. August 1952 in Ansbach) war gelernter Sattlermeister und SPD-Oberbürgermeister der Stadt Ansbach und von 1946 bis 1952 Mitglied des Bayerischen Landtages.

In Meinhardswinden gibt es zu seinen Ehren den Ernst-Körner-Ring.

Körner wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte er in Rothenburg o.d.T. eine Sattler-Lehre. 1917 zog er in den Krieg und seine im letzten Kriegsjahr gemachten Erfahrungen bewogen ihn, sich 1919 der SPD und den Freien Gewerkschaften anzuschließen. Er war ein redegewandter und tatkräftiger junger Mann, was ihn bald an die Spitze des SPD-Ortsvereins in Rothenburg und dann in Ansbach führte, wo er ab 1924 Mitglied im Stadtrat war.  1930 wurde er in Ansbach Filialleiter der Fränkischen Tagespost und verantwortlich für den Inhalt des Ansbacher Lokalteils.

Fotoquelle: Alexander Biernoth

Fotoquelle: Alexander Biernoth

Nach der Machtergreifung wurde er am 10. März 1933 zusammen mit seinen Parteifreunden Emil Pörschmann und Ludwig Setzer in „Schutzhaft“ genommen. Am 31. Mai 1933 wurde er aus der Haft entlassen aber schon am 29. Juni 1933 wieder verhaftet mit der Begründung, er habe sich als sozialdemokratischer Stadtrat betätigt. Für mehr als sieben Monate wurde er im Konzentrationslager Dachau „verwahrt“, wo er an offener TBC erkrankte, an deren Spätfolgen, an einem Lungentumor, er schließlich auch verstarb.

Nach seiner Entlassung aus dem Konzentrationslager kehrte er nach Ansbach zurück, wo er sich als Bauhilfsarbeiter und Sattler seinen Lebensunterhalt verdiente. 1940 siedelte er nach Stettin um, absolvierte dort 1943 Meisterprüfung und fand Anstellung als Industriemeister in einer Lederwarenfabrik.

Kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee floh er 1945 aus Pommern und schlug sich mit dem Fahrrad nach Ansbach durch. Nach Kriegsende wurde er von Oberbürgermeister Dr. Hans Schregle in den „Beratenden Ausschuss“ berufen, der ihn dann am 12. Oktober 1945 zum Oberbürgermeister wählte. 1946 wurde er vom Stadtrat einstimmig in dieser Position bestätigt. Ab diesem Jahr war Körner auch Mitglied der verfassungsgebenden Versammlung in Bayern und bis zu seinem Tod  Mitglied des Landtags und Vorsitzender des Bezirksverbandstages von Mittelfranken.

1950 unterlag er in der Kommunalwahl dem konservativen Kandidaten und langjährigen Stadtrechtsrat Friedrich Böhner. Kurz vor seinem Tod hat er sich von seiner Partei noch einmal in die Pflicht nehmen lassen und ist gegen Karl Burkhardt in der Wahl um den Oberbürgermeister Sessel angetreten. Aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes konnte er aber kaum mehr Wahlkampf machen und unterlag so seinem politischen Gegner.

In seiner Amtszeit wurden die gesprengten Rezatbrücken am Kasernendamm und am Schloss neu errichtet, die zum Teil zusammengebrochene Wasserversorgung neu aufgebaut und das größte Problem, die Wohnungsnot, durch Einquartierungen versucht in den Griff zu bekommen. In Ansbach waren damals viele ausgebombte Nürnberger Familien und Flüchtlinge aus dem Saarland. Eine große Rolle spielte damals in der Stadtverwaltung das Wirtschaftsamt, das für die Ausstellung von Bezugsscheinen für sämtliche Waren zuständig war.

Bei der Beerdigung Ernst Körners sagte der damalige Landtagspräsident Dr. Hundhammer: „Hier wird eine Persönlichkeit zu Grabe getragen, die weit über die Grenzen seiner Heimat hinausragte“. Der damalige Landesvorsitzende der SPD, Waldemar von Knoeringen, sagte am Grab: „Ernst Körner opferte sein Leben für seine Idee. Er begriff als einer der ersten, dass das Schicksal des deutschen Volkes ein politisches Schicksal ist. Er setzte deshalb auch seine Kraft für die von ihm als richtig erkannte soziale Bewegung ein und blieb ihr unwandelbar treu bis in den Tod. … Er vergaß nie, dass er aus dem arbeitenden Stand hervorgegangen war. Wir wissen auch, dass er aufrecht durch die Jahres des Dunkels ging, bis er sich wieder emporgearbeitet hatte.“

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