Ansbach Plus | 09. Dezember 2016 AN + | 09.12.2016

Amoklauf (Carolinum)

Der Amoklauf von Ansbach ereignete sich am Vormittag des 17. Septembers 2009 am Gymnasium Carolinum. Durch den Amoklauf an der Schule wurden 13 Schüler, darunter zwei Schülerinnen schwer, sowie zwei Lehrerinnen verletzt. Als Motiv nannte der Täter, dass er in der Schule gemobbt worden sei, sich das Leben habe nehmen wollen und dabei so viele Schüler und Lehrer wie möglich töten wollte. In den Monaten danach wurde der Unterricht von Psychologen begleitet.

Der 18-jährige Täter, selbst Schüler am Carolinum und sich in psychotherapeutischer Behandlung befindend, betrat gegen 8:30 Uhr mit einem Beil, zwei Messern und drei Molotowcocktails bewaffnet das Schulgebäude. Er schleuderte einen Brandsatz in den Klassenraum einer zehnten Klasse und schlug anschließend mit dem Beil wahllos auf die aus dem Raum flüchtenden Schüler ein. Er verletzte eine Schülerin mit dem Beil am Kopf, sie erlitt ein lebensgefährliches offenes Schädel-Hirn-Trauma. Eine andere Schülerin erlitt schwere Brandverletzungen, weitere Schüler wurden leicht verletzt.

Ein 18-jähriger Schüler verständigte um 8:35 Uhr die Polizei, die kurze Zeit später eintraf. Anschließend begann der 18-Jährige, seit mehreren Jahren in der freiwilligen Feuerwehr aktiv, mit den Löscharbeiten.

Der Täter hatte sich zu diesem Zeitpunkt in einer Toilettenkabine eingeschlossen. Als er diese verließ, bedrohte er die Polizisten mit einem Messer, die daraufhin das Feuer eröffneten und den Täter um 8:43 Uhr mit drei Schüssen in Arm, Bauch und Brust schwer verletzten.

„Der 19-Jährige wollte sterben, wollte sich aber noch einmal richtig in Szene setzen, ein Event daraus machen, ein Massaker anrichten und in die Geschichte eingehen. Er wollte so viele Schüler und Lehrer töten wie möglich und sich anschließend selbst das Leben nehmen oder sich von der Polizei töten lassen.“
Der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung 2010

Die Staatsanwaltschaft Ansbach warf dem zum Zeitpunkt des Prozessbeginns 19 Jahre alten Verdächtigen versuchten Mord in 47 Fällen, versuchten Totschlag in zwei Fällen, gefährliche Körperverletzung in 13 Fällen sowie versuchte besonders schwere Brandstiftung vor. Das Landgericht Ansbach eröffnete den Prozess am 22. April 2010, die Öffentlichkeit wurde nach Verlesung der Anklage bis zur Verkündung des Urteils ausgeschlossen. Am 29. April 2010 wurde der Täter unter anderem des versuchten Mordes in 47 Fällen schuldig gesprochen und zu neun Jahren Jugendstrafe verurteilt. Die Jugendstrafkammer des Landgerichtes Ansbach verfügte zudem die unbefristete Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik.

 

Ähnliche Einträge

Stadtwerke Ansbach
Anzeige
Stadtwerke Ansbach
Anzeige
Stadtwerke Ansbach
Anzeige