Ansbach Plus | 16. August 2017 AN + | 16.08.2017

Das steckt hinter den Statuen der Skulpturenmeile

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  • Am 11. August 2017
Die "Doppelschale" im Hofgarten. Foto: Larissa Noack

Die „Doppelschale“ im Hofgarten. Foto: Larissa Noack

Ist das Kunst oder kann das weg?

Alle zwei Jahre werden in Ansbach im Rahmen der Skulpturenmeile Werke von Künstlern aufgestellt, die immer wieder die Meinung der Ansbacher spaltet. Die einen finden’s wunderschön und erfrischend, die anderen einfach nur hässlich. Ähnlich war es auch in diesem Jahr, als ab ungefähr Mitte Juni verschiedenste Stahl-Statuen in ganz Ansbach ausgestellt wurden und so für spannende Diskussionen sorgen.

11. Ansbacher Skulpturenmeile unter dem Motto „Stahlwelten“

Denn worin die einen wahre Kunst und schöpferisches Handwerk sehen, können andere nur den Kopf über den zerbrochenen Stahl-Würfel & den stählernen Spieß im Innenhof der Residenz schütteln. Zahlreiche Kommentare unter einzelnen Bildern der Statuen ließen definitiv darauf schließen, dass die Mehrheit der Ansbacher den neuen Skulpturen eher mit Abneigung gegenüberstehen.

Beitrag sorgt für Aufregung

Nachdem wir am vergangenen Mittwoch unsere Fans im Zuge eines Fotoalbums fragten, welche Statue sie wohl am hässlichsten finden, brachten viele Ansbacher ihr Ärgernis zum Ausdruck. „Kunst liegt immer im Auge des Betrachters“ hieß es, andererseits fragten sich Leser, „…ob nicht jemand die Reste von der Baustelle geklaut hat und sich gedacht hat „das verkaufe ich als Kunst!““.

Kunst ist nicht einfach Kunst, es gibt keine einheitliche Definition und muss nicht immer schön sein. Trotzdem waren viele daran interessiert, was eigentlich hinter den Metall-Statuen steckt.

Herbert Mehler und Thomas Röthel

Hinter den Statuen stecken die zwei Künstler Herbert Mehler und Thomas Röthel. Letzterer ist gebürtiger Ansbacher und entwickelt seit 1995 – nach einer Ausbildung zum Holzbildhauer und einem Kunststudium in Nürnberg – freischaffend Stahlskulpturen.

Herbert Mehler wurde bei Fulda geboren und machte bei seinem Vater, dem Holzbildhauer Franz Mehler eine Ausbildung. Zwischen 1996 und 2008 wurde der Künstler mit mehreren Kunstpreisen ausgezeichnet.

Das steckt dahinter

Alles schön und gut, doch was wollen die Künstler mit den Ansbacher Statuen ausdrücken? Welche Geschichten stecken dahinter?

Was die beiden Künstler bei ihrer Arbeit gemeinsam haben, ist Stahl. Seit vielen Jahren beschäftigen sich die Zwei hauptsächlich mit dem Material, bearbeiten dieses und lassen ihrer Kreativität freien Lauf.

"Corno Grande" von Herbert Mehler. Foto: Thomas Treiber

„Corno Grande“ von Herbert Mehler. Foto: Thomas Treiber

Dialog und Reaktion

Die in ganz Ansbach verteilten Skulpturen der beiden sollen einerseits einen Dialog miteinander darstellen, andererseits zeigen die Kunstwerke auch eine Reaktion auf die Kulisse der Häuserfassaden und Plätze der Stadt. Die Statuen erzählen immer wieder unterschiedliche Geschichten, abhängig von der Tageszeit und den Wetterbedingungen. Bei strahlendem Sonnenschein wirken die Statuen ganz anders, als beispielsweise bei einem Sommergewitter mit heftigem Regen.

Thema: Schönheit

Im Endeffekt dreht es sich bei den beiden Künstlern – wie bei so vielen anderen – immer nur um ein Thema: Schönheit! Die Schönheit der Linien und der Formen, die durch die Schöpfungskraft des Künstlers zu einem fehlerlosen Werk vollendet werden.

Wer diese nicht sehen kann, soll sich für die stählernen Skulpturen ein wenig Zeit nehmen und die Linienführung, die großen und kleinen Formungen und deren Zusammenspiel betrachten. Wirken sie eher nervös oder schmiegen sie sich ihrer Umgebung eher an? Ist das Material eher rau oder glatt bearbeitet worden? Kunst liegt, wie vorher schon erwähnt, eben im Auge des Betrachters und wird deswegen von jedem auch völlig unterschiedlich wahrgenommen.

"Urknall" von Thomas Röthel. Foto: Larissa Noack

„Urknall“ von Thomas Röthel. Foto: Larissa Noack

Führung zur Skulpturenmeile

Die Hintergründe dieser einzelnen Kunstwerke umfasst natürlich viel mehr, als man hier erzählen kann. Wer allerdings gerne mehr über die Ausstellung erfahren möchte und an der Denkweise der Künstler interessiert ist, kann gerne am 13.08., 27.08, 10.09., 24.09. und 08.10. jeweils um 14 Uhr vor dem Zitrushaus des Leonard-Fuchs-Gartens vorbeischauen. Dort beginnt nämlich eine ungefähr 75-minütige Führung, die pro Person 5,00€ kostet.

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