Ansbach Plus | 23. Juli 2017 AN + | 23.07.2017

Was Du über die Rokoko-Festspiele wissen musst

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  • Am 27. Juni 2017
Rokoko Festspiele. Foto: Michael Vogel

Rokoko Festspiele. Foto: Michael Vogel

Reise in die Vergangenheit

Ein weiteres Fest, dem viel Aufmerksamkeit gewidmet wird und definitiv ein Highlight in Ansbach ist, steht in den Starlöchern! Zahlreiche Ansbacher und Schausteller können es kaum erwarten, in ihre aufwendigen Kostüme zu schlüpfen, ihre Gesichter zu schminken und eine übergroße Perücke auf dem Kopf zu ballancieren. Die Rokoko-Festspiele finden am kommenden Wochenende wie jedes Jahr im Hofgarten statt!

Doch wieso feiern wir eigentlich jährlich diese Festspiele? Und wer sorgt jedes Mal dafür, dass der Hofgarten für ein paar Tage in die Vergangenheit reist und mit wunderschöner Musik, atemberaubender Atmosphäre und Kostümen gefüllt ist?

Wieso feiern wir die Rokoko-Festspiele?

Mit den Ansbacher Rokoko-Festspielen bewahrt die Hohenzollernresidenz ihr markgräfliches Erbe. Der Ansbacher Heimatverein lässt die Zeit des Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach mit höfischem Treiben wieder aufleben.

Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich auch in Deutschland der Tourismus, weshalb überall Fremdenverkehrsvereine und Heimatfestspiele und speziell in Ansbach die „Dramaturgische Vereinigung“ gegründet wurde. Am 10. Juni 1894 führte dieser Verein erstmals das Theaterstück „Der Wilde Markgraf“ des Heimatdichters Konrad Friedrich auf, in dem es um das aufregende Leben des Carl Wilhelm Friedrich ging. Mit der Aufführung dieses Theaterstück war der Grundstein für die Ansbacher Rokoko-Festspiele gelegt!

Bis zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden fortan mehr und mehr Theaterstücke aufgeführt und mit Rokoko-Tänzen „ausgeschmückt“. 1932 wurde dann der Besuch Friedrichs des Großen in Ansbach in Szene gesetzt. 1949 war es, als der Ansbacher Heimatverein e.V. gegründet wurde und sich das Theaterfestspiel in ein Rokoko-Festspiel umwandelte, bei dem versucht wurde, das Leben am Fürstenhof im 18. Jahrhundert so realistisch, wie nur möglich, nachzustellen.

Wer war Carl Friedrich Wilhelm?

Carl Wilhelm Friedrich wurde am 12. Mai 1712 in Ansbach geboren. Da sein Vater schon früh verstarb, übernahm seine Mutter Christiane Charlotte die Herrschaft und gab sich Mühe, Ansbach durch mehrere Bauarbeiten zu verschönern. Bereits mit 14 Jahren wurde Carl Wilhelm Friedrich mit der preußischen Königstochter Friderike Louise verlobt, die er im Mai 1729 heiratete. Zu dieser Zeit übernahm der damals 17-Jährige die Regentschaft von seiner Mutter, da diese bereits im Sterben lag.

Carl Wilhelm Friedrich wird deswegen als „der Wilde Markgraf“ bezeichnet, weil seine Persönlichkeit in vielen Dingen sehr gespalten war. Auf der einen Seite liebte er den Prunk, gleichzeitig aber auch das einfache Landleben. Er konnte oft sehr zornig werden, sorgte sich aber trotz allem um seine Untertanen.

Am 3. August 1757, also mit 45 Jahren, verstarb der „wilde Markgraf“ in seinem Jagdschloss in Gunzenhausen.

Perücken und Kostüme

Der Perücken- und Kostümfundus, der dem Heimatverein gehört, wird von Jahr zu Jahr erweitert. Trotz allem ist es kein Leichtes, für alle Schausteller passende Outfits zu organisieren, da diese logischerweise nicht ganz billig sind. Deswegen legen die Ansbacher oft selbst Hand an und beweisen ihr Nähtalent in vollen Zügen! Von Markgraf Carl Wilhelm Friedrich ist nämlich bekannt, dass es mindestens 465 Angestellte an seinem Hof hatte, die natürlich -so gut es eben geht- auch bei den jährlichen Rokoko-Festspielen verkörpert werden sollen.

Musik

Ein Fest ohne Musik wäre kein Fest. Auch die Rokoko-Festspiele wären ohne die musikalischen Aufführungen wahrscheinlich nur noch halb so schön und atemberaubend!

Verantwortlich für die Umsetzung ist unter anderem die Musikschule Ansbach, die unter der Leitung von Ernst Berendes wie jedes Jahr Großes auf die Beine stellt.

Ebenso der Spielmanns- und Fanfarenzug „Markgräfliche Jäger“ aus Feuchtwangen, der insgesamt, aus 60 Musikern besteht, übt fleißig, um die gespannten Ansbacher mit wunderbaren Klängen in die Rokoko-Stimmung zu versetzen. Auch die Stadtkapelle Heilsbronn, der Spielsmannszug Ansbach und seit diesem Jahr auch das Jagdhornbläser-Essemble der Jägervereinigung Ansbach zeigen ihr Können!

Unvergesslich

Somit geben sich der Heimatverein, die Ansbacher Kinderkantorei, die Tanzschule Pohl, die Fechtgruppe Vitigo und viele mehr jedes Jahr aufs Neue große Mühe, alles so realistisch wie möglich darzustellen und auch kein Detail zu vergessen! Falken, Pferde, Haustruppen in eindrucksvollen Uniformen und Hofdamen, die sich mit ihren Fächern Luft zu wedeln und sich ab und zu dahinter verstecken – die Rokoko-Festspiel zu besuchen ist ein absolutes Muss, sowohl für Touristen als auch für eingesessene Ansbacher!

Programm

Freitag, 30.06.2017

21.30 Uhr, Hofgarten: Sommerliches Maskenfest

  • Mit dem feierlichen Maskenfest im Hofgarten startet das Rokoko-Wochenende und reißt einen mit atemberaubender Kulisse, mühevollen Kostümen und Masken und einem spektakulärem Feuerwerk am Ende des Abend mit!

Samstag, 01.07.2017

10-14 Uhr, Innenstadt: Barockes Leben in der Stadt

  • Erstmals finden die Feierlichkeiten der Rokoko-Festspiele nicht nur im Hofgarten statt, sondern ziehen diesmal auch in die Innenstadt, um diese genauso mit dem Rokoko-Feeling zu füllen! Hier kann man sich an Flötentönen, Tanzschritten, Kostümen und Gauklern erfreuen.

18 Uhr, Orangerie Grüner Saal: Hochfürstliche Durchlaucht lassen bitten

  • Du wolltest schon immer mal mit einem Markgrafen zu Abend essen? Am Samstag ist das in der Orangerie kein Problem!

21.30 Uhr, Hofgarten: Markgräfliches Hochzeitsfest

  • Um die Hochzeitsfeierlichkeiten der Heirat von Carl Wilhelm Friedrich und Friederike Luise von Preußen nachempfinden zu können, wird am Samstag mit Hilfe der Ansbacher Vereine und Bürger das Fest wiederholt und nachgefeiert!

Sonntag, 02.07.2017

09.30 Uhr, St. Gumbertus: Markgräflicher Gottesdienst

  • Der Markgräfliche Gottesdienst ist seit vielen Jahren Tradition bei den Festspielen und sehr beliebt! Mit dem Einzug des Markgrafenpaares und Lesungen nach Originalagenden der Markgrafenzeit findet hier mit biblischen Lesungen und Lobgesang ein Gottesdienst statt, den man sicher nicht so schnell vergessen wird.

11 Uhr, Innenhof der Residenz: Große Feldmusik

  • Hier beweisen unter anderem das Jugendblasorchester Ansbach, der Spielmanns- und Fanfarenzug „Markgräfliche Jäger“ aus Feuchtwangen und die Stadtkapelle aus Heilsbronn ihr Können!

14-18 Uhr, Hofgarten: Fürstliche Gartenlust

  • Carl Friedrich Wilhelm lädt in seinen Hofgarten und es gibt allerlei zu bestaunen: Zauberer, Quadrille der markgräflichen Reiterei, Gaukler, Kutschenfahrten und vieles mehr bei barocker Musik!

Montag, 03.07.2017

19.30 Uhr, Zitrushaus im Hofgarten: Die chinesische Nachtigall

  • Wem Märchen gefallen, kann hier einer poetischen und musikalischen Vorstellung nach Hans-Christian Andersen lauschen!

Dienstag, 04.07.2017

19 Uhr, Innenhof der Residenz: Schlosshofserenade

  • Das Stadt- und Jugendblasorchester ist in Ansbach und Region allseits beliebt und hat musikalische Top-Leistungen zu bieten! Somit ist es auch dieses Jahr wieder mehrere Male bei den Rokoko-Festspielen unter der Leitung von Ernst Berendes im Einsatz.

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