Ansbach Plus | 23. August 2017 AN + | 23.08.2017

Das Kulturgärtla – mit fränkischem Herzblut und Leidenschaft

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Schaus’d halt amol nei

Jägerzaun, rot-weiße Tischdecken, bunte Blumen und ein einladendes „Schaus’d halt amol nei“. Im Kulturgärtla auf dem Altstadtfest geht es fränkisch zu. Bei regionalem Bier aus Wieseth und Titting, Bratwurst und Steckerlfisch lauschen die Gäste zünftiger Blasmusik, fränkischem Kabarett und modernen Tönen gemischt mit bayerischem, fränkischem und in diesem Jahr sogar schwäbischem Dialekt.

Die Organisatoren vom Kulturgärtla: Svenja Weiß, Julian Weiß und Sebastian Weidner (von links). – Foto: Franziska Roos

Nicht nur meckern, sondern machen

2015 feierte das Kulturgärtla seine Premiere auf dem Altstadtfest und ist seither nicht mehr vom Karl-Burkhardt-Platz wegzudenken. „Jetzt sind wir schon zum dritten Mal hier – irgendwie verrückt“, sagt Svenja Weiß, die das Kulturgärtla mit Sebastian Weidner (34) und ihrem Bruder Julian Weiß (30) organisiert. Zusammen sind sie die „WeiWeiWei GbR“. Die Idee entstand vor zwei Jahren aus einer Bierlaune heraus: „Der Karl-Burkhardt-Platz war sonst so ein ‚totes Eck‘. Wir fanden es schade, dass dieser schöne Fleck so verschenkt wird.“ Ein Riesentrampolin oder die Livebühne einer Fahrschule konnten sich nicht etablieren. Außerdem hatten die Drei das Gefühl, dass sich das Altstadtfest immer mehr zu einem Einheitsbrei entwickelte: „Früher gab es viel mehr individuelle Ecken, Plätze für alle Altersgruppen gemeinsam und nicht nur überwiegend DJs.“ Da Svenja Weiß, Julian Weiß und Sebastian Weidner nicht nur meckern wollten, beschlossen sie selbst aktiv zu werden.

Drei Freunde für Ansbach

Seit ihrer Kindheit leben die drei Freunde in Ansbach und fühlen sich stark verwurzelt mit der Stadt. Deshalb liegt ihnen auch das Altstadtfest am Herzen. „Wir sind schon lange in der freien Kulturszene engagiert und Teil der Theatergruppe ‚lila‘“, erzählt die 34-Jährige. Vermutlich deswegen haben die Drei den Schritt gewagt und ihr Konzept dem Citymarketing vorgestellt. Von manchen Leuten wurden sie gar für verrückt erklärt: „Das war schon eine Zitterpartie. Wir hatten ja noch kein Startkapital und mussten auf unser Privatvermögen zurückgreifen.“ Doch sie hatten Glück. Das Wetter war schön und ihr Kulturgärtla kam gut bei den Altstadtfest-Besuchern an. Dank des starken Rückhalts aus der Familie und dem Freundeskreis konnten sie das Projekt stemmen. „Wir hätten nie gedacht, dass es im ersten Jahr schon so gut angenommen wird. Einmal musste ich abends noch nach Wieseth fahren, um Biernachschub zu holen“, erzählt Weiß.

Bis zu 400 Gäste (davon 200 Sitzplätze) finden im Kulturgärtla Platz. – Foto: Franziska Roos

Viel Zeit und Liebe fließen in das Kultugärtla

„Mittlerweile ist das Kulturgärtla schon fast eine kleine ‚Institution‘. Die Leute kommen her, machen ihren Stammtisch und finden es toll, dass wir uns getraut haben“, sagt Svenja Weiß. Zufriedene Gäste, gemütliche Stimmung und ein gelungenes Fest – das ist die Belohnung und die Drei wissen, der Stress hat sich gelohnt. Schon im Januar beginnen die Vorbereitungen und die Freunde müssen zusehen, wie sie Vollzeitjob und Ehrenamt unter einen Hut bekommen. Am Altstadtfest nehmen sie sich dann Urlaub, wie viele der freiwilligen Helfer. „Wir alle stecken Herzblut und Leidenschaft in das Kulturgärtla. Man merkt schon, dass bei uns keine kommerzielle Intention dahinter steht und es aus einem großen Familien- und Freundeskreis heraus organisiert wird.“, sagt Weiß. Mit viel Liebe basteln sie die Dekoration selbst, überlegen sich Fragen für das Frankenquiz und betreiben ihren Cocktailstand, wofür sie den „Bronte Libre“ (quasi ein Cuba Libre mit Club Mate statt Cola) kreiert haben.

Das komplette Programm zum Altstadtfest findet Ihr hier.

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