Ansbach Plus | 23. Juli 2017 AN + | 23.07.2017

Die eigene Familie absichern – Frühzeitig handeln schützt

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Famile. Symbolbild: Pascal Höfig

Famile. Symbolbild: Pascal Höfig

Familie gründen – Verantwortung übernehmen

Die Gründung einer Familie bringt Verantwortung mit sich. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für die eigenen Kinder wollen Eltern nur das Beste und sind dabei immer wieder auf der Suche nach neuen Ideen und guten Ratschlägen. Im Hinblick auf das seelische Wohlbefinden der Kinder können liebevolle Erziehung und ein respektvoller Umgang bereits viel ausrichten. Komplizierter gestaltet sich die Vorsorge in finanzieller Hinsicht und im Hinblick auf mögliche Schicksalsschläge. Doch auch hiervor sollten Eltern nicht die Augen verschließen, sondern sich rechtzeitig um eine Rundum-Vorsorge kümmern.

Finanzielle Situation sichern

Elternschaft ist mehr als Blumen zum Muttertag und Ausflüge an Vatertag. Wie leicht es eine Familie hat und wie gut Eltern die Bedürfnisse ihrer Kinder erfüllen können, ist stark abhängig von der finanziellen Situation. Dabei ist es recht gleichgültig, ob nur Vater oder Mutter arbeiten gehen, oder ob beide Elternteile ihren Anteil zum Familieneinkommen beisteuern. Mit einem guten Einkommen scheint die finanzielle Sicherheit auf solidem Grund zu stehen.

Ernstfall Berufsunfähigkeit

Das jedoch kann sich schnell ändern, wenn Krankheit oder Verletzung zur Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit führen. Dann nämlich kann es passieren, dass das bisher als gesichert geltende Familieneinkommen wegbricht. Im Ergebnis verlieren Familien nicht selten ihr Heim und müssen sich mit teuren Krediten über Wasser halten. Die Schuldenspirale dreht sich angesichts ausbleibender Einkünfte immer schneller und unversehens finden sich Familien in der Armut wieder.
Mütter und Väter müssen auch im Ernstfall finanziell für ihren Nachwuchs sorgen.

Sich vor diesem Szenario zu schützen, ist daher nicht nur vernünftig, sondern unbedingt empfehlenswert. Unterscheiden sollten Eltern hier zwischen zwei unterschiedlichen Versicherungs-Arten:

  • der Berufsunfähigkeitsversicherung
  • und der Erwerbsunfähigkeitsversicherung.

Auch Ergodirekt nimmt diese Unterteilung vor. Hier ist eine grundsätzliche Begriffsdefinition notwendig, um die Unterschiede zwischen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit zu kennen.

Berufsunfähig oder Erwerbsunfähig?

So beschreibt die Berufsunfähigkeit die Folge einer Erkrankung oder Verletzung, die es einem Menschen unmöglich macht, über einen Zeitraum von mehr als einem halben Jahr nicht in seinem bisherigen Beruf zu arbeiten. Die Erwerbsunfähigkeit geht hier noch einen Schritt weiter, denn sie schließt auch die Option der Beschäftigung in einem anderen Berufsfeld aus. So kann ein Gärtner mit einer plötzlichen und übermäßig starken Pollenallergie seinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben, könnte sich jedoch anderweitig nach Alternativen umsehen. Er gilt daher als berufsunfähig, ist jedoch nicht grundsätzlich unfähig, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Erwerbsunfähig ist also, wer aufgrund seines geistigen oder körperlichen Zustandes überhaupt nicht zum Arbeiten in der Lage ist. Schwere Unfälle, Kopfverletzungen und schicksalhafte Diagnosen sind die häufigsten Ursachen für Erwerbsunfähigkeit. Auch wenn theoretisch ein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente besteht, deckt diese meist nicht alle Einbußen ab.

Auf Schicksalsschläge vorbereitet sein

Die Berufsunfähigkeitsversicherung tritt dann in Kraft, wenn die betroffene Person weniger als die Hälfte der bisherigen Arbeitszeit leisten kann. Je nach dem, welche Konditionen der Versicherungsvertrag umfasst, kommt der Versicherte dann auf etwa achtzig Prozent seines bisherigen Nettoeinkommens. Bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung leistet der Versicherer erst, wenn der Versicherte nur noch maximal drei Stunden täglich arbeiten kann.

Lebensversicherungen schützen vor finanzieller Not

Doch der Wegfall eines Einkommens ist nicht der einzige Fall, der eine Familie vor große finanzielle Probleme stellen kann. Sterben Vater, Mutter oder sogar beide Elternteile, müssen die Hinterbliebenen sich nicht nur mit dem Ausbleiben des Einkommens zurechtfinden, sondern auch verbleibende Schulden abtragen. Selbst wenn der Staat Hinterbliebenen eines verstorbenen Familienmitgliedes besondere Formen der Rente zahlt, reichen diese Summen nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard weiterzuführen.
Die Höhe der Versicherungssumme sollte sorgfältig kalkuliert werden.

Schutz vor Verlust des Eigentums

Grundsätzlich sollten sich Eltern daher auch mit Lebensversicherungen beschäftigen. Insbesondere dann, wenn es größere Kredite wie beispielsweise eine Immobilienfinanzierung gibt, kann eine solche Versicherung dabei helfen, eine Überschuldung und den Verlust des bisherigen Zuhauses zu verhindern. Unterschieden wird auch hier wieder in zwei verschiedene Kategorien:

  • die Risikolebensversicherung
  • und die Kapitallebensversicherung.

Finanzielle Mittel für Ausbildung und Lebensunterhalt sichern

Bei der Risikolebensversicherung handelt es sich nicht um eine Versicherungsform mit Sparfunktion. Hier zahlen die Versicherten monatliche Beiträge und schützen ihre Familie für den Fall ihres Ablebens. Dann nämlich zahlt das Versicherungsunternehmen eine zuvor vereinbarte Summe aus. Diese Summe sollte mindestens die aktuellen Familienschulden decken und besser noch ausreichend finanzielle Mittel für Ausbildung und Lebensunterhalt bereitstellen. Eltern sollten aus diesem Grund sorgfältig überlegen, in welcher Höhe die Versicherungssumme liegen muss.

Kein Todesfall: Sparvertrag

Die Kapitallebensversicherung kombiniert langfristiges Sparen mit der Absicherung des Todesfalls. Die monatlich gezahlten Beiträge teilen sich in zwei Anteile auf, wobei in der Regel der geringere Anteil für die Leistungen im Todesfall genutzt wird. Stirbt der Versicherte, zahlt die Versicherung die vereinbarte Summe aus. Stirbt er nicht, so kommt es zu einem vorab festgelegten Zeitpunkt zur Auszahlung der geleisteten Beiträge plus Zinserträge und Überschussbeteiligungen.

Sorgerecht der Kinder regeln

Ist die finanzielle Absicherung der Familie geklärt, sollten sich Eltern darüber hinaus überlegen, was mit den eigenen Kindern passiert, wenn beide Elternteile sterben. Häufig nämlich gehen Familien fälschlicherweise davon aus, dass das Sorgerecht dann automatisch auf die Taufpaten oder nahe Verwandte wie Großeltern oder Geschwister übertragen wird. Dies ist jedoch nicht korrekt, da im Falle des Todes beider Eltern zunächst das Jugendamt entscheiden muss und einen Vormund bestimmt. Somit bleibt lange unklar, wo die Kinder leben werden und wer sich um sie kümmern wird. Die Zukunft des eigenen Kindes sollte auch im Todesfall der Eltern gesichert sein.

Zukunft der eigenen Kinder sichern

Eltern können ihre Kinder jedoch vor diesen Schwierigkeiten bewahren, indem sie eine sogenannte Sorgerechtsverfügung aufsetzen und unterschreiben. In dieser Verfügung geben Eltern an, wer im Falle ihres Todes die Vormundschaft für die Kinder übernehmen soll. Auch eine zweite Person als Ersatz-Vormund zu bestimmen, ist eine gute Idee. Natürlich ist es wichtig, mit den ausgewählten Personen zu sprechen und sie um ihre Zustimmung zu bitten. Wie eine Sorgerechtsverfügung aussehen kann und welche Details sie enthalten sollte, zeigt deutschevorsorgedatenbank.de.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit unserer externen Redakteurin Nicole Schreiner. 

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