Ansbach Plus | 23. August 2017 AN + | 23.08.2017

Music made in Ansbach – So produzieren SnC & MN Studio ihre Songs

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  • Am 02. Juni 2017
SnC alias Philipp Jorde. Foto: Michael Noack

SnC alias Philipp Jorde. Foto: Michael Noack

Seine Freunde nennen ihn SnC (gesprochen Sonic) – eigentlich heißt er Philipp Jorde. Nachdem der Ansbacher 2014 sein Abitur am Theresien-Gymnasium absolviert hatte, begann Philipp eine Ausbildung zum Industriemechaniker in Nürnberg. Doch nicht nur wegen seiner Familie und seinen Freunden kommt der 23-Jährige Ansbach fast wöchentlich besuchen. Denn Sonic hat eine große Leidenschaft – Rappen.

Verstecktes Talent

Doch wie kam es dazu, dass Philipp das Rappen für sich entdeckte und merkte, dass er wirklich gut darin ist? Das Ganze entsprang so ziemlich dem Zufall, nämlich als SnC gewettet hatte, den Part von Busta Rhymes aus dem Song „Look at me now“ nach zurappen. Wer das Lied kennt, weiß ganz genau, dass das normalerweise ein Ding des Unmöglichen ist und großes Rapptalent abverlangt. Doch es klappte, und zwar so gut, dass er seit dieser Wette regelmäßig mit Freunden immer wieder Songs covert oder sogar freestylt.

Songwriting

Doch das war SnC nicht genug, denn er fand immer mehr Gefallen daran, auch eigene Texte zu schreiben. Hier lässt SnC den Dingen ihren Lauf, manchmal schreibt er einen Songtext in ein paar Stunden, manchmal aber auch über Wochen hinweg. Auch das Thema betreffend schränkt sich der 23-Jährige nicht ein und versucht sich immer wieder an Neuem. Von sozialkritischen Themen bis hin zu humorvollen Texten bringt er die Hörer immer wieder durch gekonnte Wortspiele zum Staunen.

Zusammenarbeit mit MN Studio

Die Beats, die Michi baut, können sich auf jeden Fall hören lassen! Foto: Michael Noack

MN Studio beim Beats bauen. Foto: Michael Noack

Wie es der Zufall so wollte lernte er über einen Kumpel Michael Noack kennen. Der 19-Jährige ist so ungefähr genau das, was man sich unter einem Technikfanatiker vorstellt. In seinem Zimmer sammeln sich zahlreiche Mikrofone, überdimensionale Boxen, Subwoofer und Kabel, die zusammen sicher weit über 100 Km lang sind (so wirkt es jedenfalls). Wer keine große Technikkenntnis besitzt, wird hier mit staunenden Augen sichtlich überfordert sein.

Leichter gesagt, als getan

Wenn man Michi (alias MN Studio alias Emma Poppins) mal einen Blick über die Schulter wirft und zusieht, wie hier die Beats und Aufnahmen für SnC’s Songs entstehen, sieht das anfangs ziemlich einfach aus. Ein Klick hier und ein Klick da und dann nochmal da, fertig! Doch was bei dem 19-Jährigen absolut routiniert und selbstverständlich aussieht, geht weit über Grundkenntnisse hinaus und ist alles andere, als einfach. Von Anfang bis Ende hat Michi sich das alles selbst beigebracht! Um wenigstens teilweise nachvollziehen zu können, wie das Entstehen von neuen Songs bei Philipp und Michi so abläuft, sind hier die einzelnen Schritte kurz erklärt.

Ideensammlung

Bevor die ersten Konzepte stehen vergehen viele Stunden, in denen -oft mit Freunden- Musik gehört wird. Die Genres sind bunt gemischt, wobei der Schwerpunkt oft auf HipHop liegt. In welche Richtung ein Track gehen soll, wird dabei recht spontan entschieden, oft beeinflussen allerdings das Umfeld und persönliche Stimmungen den Schaffensprozess. In wöchentlichen Abständen werden sich auch gegenseitig neue Beats und Texte präsentiert. Wenn da dann Potential erkannt wird, wird weitergearbeitet.

Der Beat

Noch bis vor einem Jahr stammten die meisten Beats von SnC´s Tracks aus Youtube oder ähnlichen Plattformen. Ausnahmen bildeten vereinzelt die Produktionen des Ansbacher Beat Producers Mazeone. Heute werden die Instrumentals von Michael Noack unter dem Pseudonym ‚Emma Poppins‘ produziert. Er kreiert diese entweder komplett in Eigenregie, oder in Zusammenarbeit mit SnC, der vor und während der Entstehung seine Vorstellungen und Wünsche äußert. Zunächst wird ein Grundgerüst gebaut, um dem Rapper schon früh eine Vorlage zum Schreiben zu liefern. So kann ein Beat beschrieben und parallel ausproduziert werden. Beim Ausproduzieren werden zum Beispiel Samples verschiedener Instrumente von befreundeten Musikern eingespielt und dem Beat der letzte Schliff verliehen.

Der Text

Beim Schreiben orientiert sich SnC am Beat. Durch dessen Grundstimmung kann er relativ schnell Inhalte ausschließen oder eingrenzen. Ist dieser Schritt getan, gilt es zunächst Rhythmen zu finden die auf dem Instrumental funktionieren könnten. Seine Text schreibt er manchmal binnen weniger Stunden, manchmal über Wochen hinweg. Kommt es vor, dass mehrere verschiedene Texte auf einem Beat entstehen, dann wird bei einer Studio Session darüber entschieden, welcher es auf den Track schafft. Gerade die Meinungen seiner Freunde sind hier eine große Entscheidungshilfe. Ist ein Song fertig geschrieben, wird dieser vor der Aufnahme noch einige Tage geprobt, um passende Betonungen zu finden und Textsicherheit zu gewinnen.

Das Studio von MN Studio: Hier nehmen sie ihre Songs auf und bauen neue Beats. Foto: Michael Noack

Das Studio von MN Studio: Hier nehmen sie ihre Songs auf und bauen neue Beats. Foto: Michael Noack

Recording

Hier werden die einzelnen Parts, Hooks, Dopplungen und Adlips aufgenommen. Beim Aufnehmen werden manchmal noch Textpassagen und einzelne Betonungen geändert. Sind alle Spuren im Kasten, muss der Song allerdings noch einige Prozesse durchlaufen bis er veröffentlicht werden kann.

Vocal-Editing

Hier werden Störgeräusche entfernt, das Timing angepasst, sowie Übergänge und Schnitte gesetzt um den Track für den Mixing-Prozess vorzubereiten.

Das Studio von MN Studio. Foto: Michael Noack

Das Studio von MN Studio. Foto: Michael Noack

Mixing

Ziel ist es hier, ein ausgewogenes Klangbild zu erschaffen. Dabei werden nicht nur die Lautstärken der einzelnen Aufnahmen angepasst, sondern auch weitere Bearbeitungen (Equalizing, De-essing) vorgenommen, damit sich die Stimme im Mix gut durchsetzt. Kurz gesagt: Beat und Stimme werden eine Einheit.

Mastering

Nun wird dem vorliegendem Tonmaterial eine bessere Qualität verliehen. Der Song soll also nicht nur auf der Studioanlage, sondern auch über Bluetooth Boxen oder Kopfhörer gut klingen. Ein ausgewogenes Stereobild ist dabei nur einer von vielen Faktoren. Außerdem werden noch verschiedene Effekte beigefügt, die man teils sogar nur unterbewusst wahrnimmt.

Visualisierung & Upload

Um dem Ganzen eine ansehnliche Verpackung zu spendieren, wird anschließend noch ein Artwork/Cover für Soundcloud, und eine Videoanimation für Youtube erstellt. Diese umfangreichen Aufgaben werden dabei alle von MN Studio übernommen. Das Repertoire wurde kürzlich noch um die Produktion von eigenen Musikvideos erweitert.

100% Selfmade

Wenn SnC & MNStudio zusammen einen Song machen, kann man also davon ausgehen, dass von A bis Z alles aus eigener Feder stammt. Die beiden Ansbacher scheinen dabei viel Zeit in ihr gemeinsames Hobby zu stecken und dabei aber stets den Spaß an der Musik im Vordergrund halten. Zu seinem Künstlernamen kam er übrigens über seinen Spitznamen Snc/ Sonic, der auf die Nintendofigur zurückgeht.

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