Ansbach Plus | 24. Juli 2017 AN + | 24.07.2017

Legalize it? Kein „Global Marihuana March“ in Ansbach

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  • Am 01. Mai 2017
Symbolfoto Cannabis - Foto: Pascal Höfig

Symbolfoto Cannabis – Foto: Pascal Höfig

Eingetragener Verein

Ansbach hat es geschafft: Nach langem Kämpfen wurde der „Cannabis Social Club“ bereits Anfang 2016 als eingetragener Verein genehmigt. Über ihre Ziele und Absichten berichteten wir im Januar 2017, doch auch wenn der Club in Ansbach schon länger anerkannt ist, steht ein Thema immer wieder zur Debatte und sorgt für hitzige Diskussionen: Soll Marihuana auch in Deutschland legalisiert werden?

Das noch relativ kleine Team besteht aus 14 Mitgliedern und setzt sich genau hierfür ein. Nicht nur wegen der Schmerzlinderung bei Patienten sind sie Befürworter, sie wollen dafür sorgen, dass sich die negative Einstellung zum Cannabis-Konsum in unserer Gesellschaft verringert und man versteht, dass der Suchtfaktor nicht wesentlich größer ist als beim Alkohol oder Tabak.

Legalize it!

Mit dieser Meinung ist der Cannabis Social Club nicht allein: auch in vielen anderen Städten wie beispielsweise Nürnberg, Dortmund oder Hannover sind diese Clubs durch zahlreiche Mitglieder vertreten. Sie alle kämpfen für die Legalisierung und versuchen, ihre Mitmenschen für das Thema zu sensibilisieren. Ist es denn wirklich so schlimm, Cannabis zu konsumieren, wie alle immer behaupten?

Da bereits Holland und US-Bundesstaaten wie Colorado oder Washington Vorreiter in Sachen Legalisierung sind, ist das Thema brandaktuell und steht immer wieder zur Diskussion.

Mit Ständen in der Stadt und Informationsbroschüren gibt sich auch der Cannabis Social Club in Ansbach viel Mühe, noch weitere Mitglieder für ihren Verein zu gewinnen. Denn das ist nicht immer so einfach: Vorstand Udo Hochreuter bedauert, dass viele Ansbacher ängstlich sind, sich klar für die Legalisierung von Cannabis-Konsum auszusprechen.

„Global Marihuana March“

Um das Thema immer wieder zur Sprache zu bringen, finden jährlich in vielen Städten Deutschlands der sogenannte „Global Marihuana March“ statt. Dies ist eine Versammlung, bei dem nicht nur die städtischen Cannabis-Vereine, sondern auch zahlreiche Befürworter von Marihuana friedlich für die Legalisierung demonstrieren. Auch in beispielsweise Nürnberg und Erlangen finden dieses Jahr am 6. Mai 2017 „GMM“s statt.

Auch in Ansbach?

Auf unsere Anfrage, ob auch in Ansbach ein „Global Marihuana March“ stattfinden würde, berichtet Vorstand Udo Hochreuter, dass es in unserer Stadt dieses Jahr kein „March“ geben wird. Da die Veranstaltung großen Aufwand und nicht zu unterschätzende Organisation mit sich bringt, schafft es der Cannabis Social Club nicht, auch in Ansbach einen „GMM“ auf die Beine zu stellen. Dafür fehle ihnen bis jetzt noch die nötige Men- bzw. Womenpower.

Weiterhin geht der Club davon aus, dass in Ansbach nicht genügend Leute zusammen kommen, um an der Demonstration teilzunehmen.
„Die Bereitschaft der Ansbacher Kiffer, sich in ihrer Heimatstadt diesbezüglich zu outen hält sich leider sehr in Grenzen, was ich aber auch irgendwie verstehen kann – das Ansbacher Rauschgiftdezernat ist mehr denn je bemüht, auch noch den letzten Hanfhändler aus dem Verkehr zu ziehen, so daß es inzwischen in Ansbach leichter ist an Heroin zu kommen als an ein vernünftiges Hanfprodukt. Natürlich sind sie da nicht allein schuld, schließlich müssen sie sich an die Weisungen von „oben“ halten ( … ).“, so der Vorsitzende Udo Hochreuter.

Aus diesem Grund wollen sie dieses Jahr vermehrt Infostände in Ansbach machen, um das Thema am Laufen zu halten. Ob es nächstes Jahr einen „GMM“ auch in Ansbach geben wird, ist unklar.

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