Ansbach Plus | 23. Juni 2017 AN + | 23.06.2017

Ansbacher Original: Postbote Jörg Vogel

avatar
  • Am 06. April 2017
Jörg Vogel: Waschechter Ansbacher und Postbote mit Leib und Seele. Foto: Larissa Noack

Jörg Vogel: Waschechter Ansbacher und Postbote mit Leib und Seele. Foto: Larissa Noack

Traumjob?

Als Postbote hat man heutzutage keinen leichten Job. Die Pakete werden immer größer und schwerer und auch als Briefdienst legt man jeden Tag Unmengen von Kilometern zurück, um jedem seine tägliche Post in den Briefkasten zu werfen. Klingt im ersten Moment nicht unbedingt nach einem absoluten Traumjob.

Auch, wenn sich das manche schwer vorstellen können, gibt es da jemanden, der es nach eigener Auskunft mit seinem Job nicht besser hätte treffen können!

Postbote mit Leib und Seele

Dieser Jemand ist niemand anderes, als der beliebteste Postbote der Stadt: Jörg Vogel! Der waschechte Ansbacher ist 52 Jahre alt und eigentlich gelernter Steinmetz, bis er den Beruf krankheitsbedingt nicht mehr ausführen konnte und letzten Endes bei der Post landete. Seit 1988 schuftet er nun schon als Postbote und ist damit überglücklich und zufrieden.

Jörg bei einer seiner ersten Paketzustellungen. Foto: Larissa Noack

Jörg bei einer seiner ersten Paketzustellungen. Foto: Larissa Noack

Eine Zeit lang machte er Nürnberg Stein unsicher und fuhr mit einem Postwagen Pakete an ihre jeweiligen Ziele. Jetzt, da er nur noch zu Fuß unterwegs ist und die Innenstadt mit Briefen versorgt, gefällt ihm der Job noch viel besser. Das Paketschleppen, Ein- und Aussteigen aus dem Wagen belastete Jörg ungemein.

All day, every day

Aber alles auf Anfang, Jörgs Arbeitsalltag sieht folgendermaßen aus: Sein Job beginnt früh um 6 (!) Uhr damit, die Briefe per Hand nach Hausnummern zu sortieren und in eine Reihenfolge zu bringen. Von Hausnummer 23 wieder zu Hausnummer 4 springen zu müssen, wäre ziemlich sinnlos.

Zwischen 8 und 9 Uhr bricht der Ansbacher Postbote von der am Bahnhof gelegenen Geschäftsstelle auf, um sich auf den Weg in seinen Bezirk, die Innenstadt, zu machen. Mit seinem Postwagen läuft er nun von Haus zu Haus und von Geschäft zu Geschäft und verteilt die neue Post. Von den Allermeisten wird Jörg schon erwartet: jeder kennt ihn und freut sich riesig auf den kurzen Besuch des immer fröhlichen Postboten. Auch in Geschäften, Büros und Schulen bringt er nicht nur die Post, sondern auch stets gute Laune mit.

Beliebt

Durch seine offene, direkte und liebenswürdige Art ist er bei allen Ansbachern quer durch die Bank beliebt und dafür bekannt, sich für die Menschen auch immer ein wenig Zeit zu nehmen und einen kurzen Plausch zu halten. Mit knappen Worten die Post in den Briefkasten zu stecken und sich dann weiter auf den Weg zu machen, kommt bei Jörg nicht in die Tüte!

Mehr, als nur Postbote

Er sieht hinter den Hausnummern Menschen und ist für einige so viel mehr, als „nur“ der Postbote. Die Ansbacher erzählen auch gerne mal von ihren Problemen, nicht selten fungiert Jörg als Seelsorger. Die Menschen wachsen ihm gerade deshalb so ans Herz, weil es eben nicht bei einem einfachen „Hallo – Danke – Tschüss!“ bleibt.

Ist die Katze entlaufen oder der Hund verstorben, kommt Jörg für einen Moment hinein und nimmt sich Zeit – das ist es nämlich, was ihm an seinem Job so gefällt und warum die Ansbacher ihn so lieben. In der heutzutage oft oberflächlichen Welt ist es nicht selbstverständlich auf Menschen zu treffen, denen das Persönliche so wichtig ist und die Sorgen der anderen nicht gleichgültig sind.

Verkleidungen

Bekannt wie ein bunter Hund ist Jörg Vogel besonders hierfür: An Fasching kramt der Postbote in seinem Schrank und stellt sich jedes Mal die verschiedensten und ausgefallensten Kostüme zusammen! Ob als Teufel mit aufgeklebten Hörnern, als kunterbunter Vogel oder als schwuler Polizist – Jörg ist jeden Fasching der Hingucker schlechthin und überrascht die gespannten Ansbacher jedes Jahr aufs Neue.

Jörg Vogel verkleidet als Vogel! Foto: Larissa Noack

Jörg Vogel verkleidet als Vogel! Foto: Larissa Noack

Dog Food

Doch nicht nur bei Menschen ist der Postbote beliebt: besonders die bellenden Vierbeiner warten jeden Morgen aufgeregt, ihm entgegen zu stürmen und ein Leckerli zu ergattern. Jörg hat nämlich jeden Tag eine kleine Plastiktüte mit der Aufschrift „Dog Food“ dabei, um auch den Hunden der Innenstadtbewohner den Tag zu versüßen.

Jörg bei der täglichen Hundefütterung (links) und als Teufel verkleidet an Fasching (rechts). Foto: Larissa Noack

Jörg bei der täglichen Hundefütterung (links) und als Teufel verkleidet an Fasching (rechts). Foto: Larissa Noack

Probleme, mit denen man als Postbote zu kämpfen hat

Als uns Jörg erzählte, wie viele Kilometer er täglich zurücklegt, staunten wir nicht schlecht: Um jeden Tag und fünf Mal die Woche stolze 15 Kilometer laufen zu können, ohne an Rückenschmerzen oder Blasen zu leiden, braucht man sicher gutes Schuhwerk!

Da auch bei der Post Personal eingespart wird, kommt es immer wieder dazu, dass sich die Bezirke der Postboten vergrößern und die Arbeit und Strecke zunimmt. Auch bei Reifenplatzern an seinem ziemlich schweren Postwagen oder bei Hagel und Sturm – cool bleiben heißt Jörg’s Devise!

 Walking on sunshine

An diesem Ansbacher Postboten kann man sich ruhig ein Beispiel nehmen, denn die Leute während der eigenen Arbeit mit guter Laune anzustecken, schaffen nicht viele! Gerade Menschen wie er machen Ansbach so liebenswert.

Mach weiter, Jörg, Ansbach braucht Dich, damit die Sonne auch an trüben Tagen scheint!

Stadtwerke Ansbach
Anzeige
Stadtwerke Ansbach
Anzeige
Stadtwerke Ansbach
Anzeige
Stadtwerke Ansbach
Anzeige