Ansbach Plus | 25. April 2017 AN + | 25.04.2017

Teppichreinigung zu horrenden Preisen

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  • Am 29. März 2017

Die Polizei mahnt zur Vorsicht

Ansbach. In den vergangenen Tagen zahlte eine 70-jährige Geschädigte aus dem Landkreis einer Teppichreinigungsfirma mehrere zehntausend Euro für Teppichreinigung und Reinigung der Wohnung wegen angeblichem Mottenbefall. Die Polizei mahnt bei solchen Angeboten zur Vorsicht.

Sachverhalt

Am Montag vergangener Woche (20.03.17) fiel der Dame eine Postwurfsendung in die Hände, die kompetente Teppichreinigung versprach. Nach einem Anruf erschien ein Ehepaar (30 und 36), welches der Frau für die Reinigung von zehn Teppichen ein Angebot über 4.000 Euro unterbreitete.

Während des Gesprächs wurden dann auch Polstermöbel und Gardinen abgeklopft, wobei aus Kissen und Vorhängen angebliche kleine weiße Motteneier fielen. Der 70-Jährigen wurde daraufhin angeboten, auch ihre von „Motten“ befallenen Möbel für einen weiteren vierstelligen Betrag zu reinigen.

Bei einem zweiten Besuch, einige Tage später, bot das Paar an, die gesamte Wohnung von dem „Schädlingsbefall“ zu reinigen, da in allen Zimmern solche „Eier“ zu finden seien. Schon fast in Panik über diesen Insektenbefall, erklärte sich die Bewohnerin bereit, einen fünfstelligen Betrag für die Gesamtreinigung der Wohnung, die auch durchgeführt wurde, zu bezahlen. Bei einem dritten Besuch überredete das Paar die 70-Jährige, mitgebrachte neue Teppiche für 20.000 Euro zu kaufen.

Festnahme

Nachdem der Frau nun langsam Bedenken ob der Seriosität des Geschäfts kamen, verständigte sie die Polizei. Das Ehepaar konnte schließlich bei der Rückgabe der gereinigten Teppiche am Montag, 27.03.17, vorläufig festgenommen werden. Bei den angeblichen Motteneiern handelte es sich um von dem Paar eigens verstreute Reiskörner und Mückenlarven aus dem Anglerbedarf. Ob die gekauften Teppiche wirklich den genannten Wert haben, muss noch ein Gutachten zeigen. Die Kripo ermittelt wegen des Verdachts des Betrugs.

Die Ansbacher Kriminalpolizei bittet eventuell weitere Geschädigte solcher „Reinigungspraktiken“, sich beim Kriminaldauerdienst Mittelfranken unter der Telefonnummer 0911 2112-3333 zu melden.

Die Polizei mahnt bei derartigen Geschäften zur Vorsicht und regt an, sich mehrere Angebote einzuholen, beziehungsweise vor Annahme eines Angebots oder bei den Verhandlungsgesprächen Familienangehörige oder Personen des Vertrauens hinzuzuziehen.

Der Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Mittelfranken.

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