Ansbach Plus | 25. April 2017 AN + | 25.04.2017

Brasserie Lounge Ansbach: Geschüttelt, nicht gerührt

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  • Am 23. März 2017
Der Besitzer x und seine Frau x.Foto: Larissa Noack

Der Besitzer Ardi Stiemer und seine Frau Pao-lan Stiemer-Lee. Foto: Larissa Noack

An einem verregneten Sonntag Abend liefen wir durch die kleinen, engen Gässchen Ansbachs, um der „Brasserie Lounge Ansbach“ (auch bekannt als „Löchle“) und ihrem Besitzer einen kleinen Besuch abzustatten. Im Inneren empfing uns eine kleine und schon fast urig eingerichtete Kneipe, die alles hat, was man sich beispielsweise an einem Freitag oder Samstag Abend wünscht:

Tische mit vielen Sitzgelegenheiten, an denen man auch als größere Gruppe kein Problem hat, einen Platz zu finden, cooles LED-Licht, das immer mal wieder seine Farbe verändert und natürlich – was darf bei einem Besuch im Löchle niemals fehlen? Genau – Salzstangen und Erdnüsse, die auf jedem Tisch stehen und einfach immer gut schmecken, egal ob zu Bier oder einem Cocktail.

Ansbacher Original

Ardi Stiemer und seine Frau Pao-lan Stiemer-Lee, die die eigentliche Besitzerin des Lokals ist, leiten zusammen die Brasserie Lounge Ansbach.

Ardi stammt ursprünglich aus der Nähe von Feuchtwangen und hat auf dem Platengymnasium die Schulbank gedrückt. Was er danach allerdings studiert hat, hat nun wirklich wenig mit seinem jetzigen Beruf zu tun: der Ansbacher beschäftigte sich an der Universität mit Sinologie, also Chinawissenschaften und machte seinen Magister letzten Endes in Japanologie, Sinologie und Bibliothekswissenschaften. Fort an war er am Konsulat in München im Staatsdienst tätig. Was brachte ihn dann aber dazu, einen komplett anderen Weg einzuschlagen und eine Bar in Ansbach zu eröffnen?

Von der Hobby-Bar zur eigenen Kneipe

Ardi und seine Frau Pao-lan Stiemer-Lee erzählten uns, dass die ganze Geschichte mehr oder weniger dem Zufall entsprang. Er war nie konkret auf der Suche nach einer Lokalität gewesen, hatte aber schon seit seinem 16 Lebensjahr eine eigene Hausbar und betrieb diese hobbymäßig. Sein Sohn, der Wirtschaftsinformatik in Ansbach studierte, machte ihn schließlich auf die Kneipe aufmerksam, die zu dieser Zeit leer stand und letztendlich am 30. April 2010 von Ardi eröffnet worden ist.

Hier wird jeder fündig! Foto: Larissa Noack

Hier wird jeder fündig! Foto: Larissa Noack

Anfangs betrieb er die Bar nebenbei, bemerkte aber schnell, dass er sich lieber voll und ganz auf seinen Traum konzentrieren wollte, um damit Erfolg zu haben. Da die Brasserie weder Print- noch Onlinewerbung betreibt, dauerte es seine Zeit, bis sich die Lokalität in Ansbach herumsprach.

Ausgefallen

Jede Kneipe hat etwas Besonderes, etwas Einzigartiges, sei es die Einrichtung, die Art der Musik, die gespielt wird, oder vielleicht einfach nur ein unglaublich sympathischer Besitzer. Auf die Brasserie trifft das alles zu, Stammgäste kennen aber mindestens noch ein Highlight, dass man so nur selten in Bars oder Kneipen findet:

Absolutes Highlight

Die einen nennen es Glücksrad, die anderen „The Wheel of Death“. Wer einmal in der Brasserie Lounge war und die Chance verpasst hat, für zwei (äußerer Kreis) bzw. 4 Euro (innerer Kreis) einmal am Rad zu drehen, hat sich definitiv ein großes Highlight entgehen lassen. Je nachdem, wo das Rad zum Stehen kommt, hat man Glück und erwischt einen „Touchdown“ oder „Mexikaner“ – oder man hat eben Pech. Hier wartet „Blutwurz“ & Co., Absinth oder Schnäpse mit dem vielversprechenden Namen „Die letzte Plörre“ auf Dich, um Dir den Abend noch ein wenig mehr zu versüßen.

Wer kennt es nicht? Foto: Larissa Noack

Wer kennt es nicht? Foto: Larissa Noack

Ganz klar ist aber: Egal ob Glück oder Pech, das Schapsrad ist und bleibt der Renner und macht die Brasserie unvergleichlich und zu etwas ganz Besonderem. Übrigens, auf die Idee kam Ardi Stiemer von gut vier Jahren, als seine Stammgäste sich nie entscheiden konnten, was sie heute nun wieder trinken sollten.

Blutwurz, Absinth oder Sex on the beach? Foto: Larissa Noack

Blutwurz, Absinth oder Sex on the beach? Foto: Larissa Noack

Im 7. Himmel

Bei den Gästen punkten kann die Kneipe aber nicht nur mit dem Glücksrad und der gemütlichen Atmosphäre: Wer einen Blick nach hinten zur Bar wirft, merkt sofort, dass die Brasserie längst nicht nur unspektakuläre Longdrinks wie Gin Tonic und Cuba Libre auf dem Kasten hat. Insgesamt 150 Cocktails warten darauf, probiert zu werden. Das Preisspektrum der Kneipe kennt so gut wie keine Grenzen – von den normalen Preisen, wie 4,50€ bis zu 160€ für den Cocktail „Prince of Wales“ ist hier alles dabei, was sich ein (Nicht-) Normalsterblicher gerne mal gönnt.

Besonders außergewöhnlich und zugleich bewundernswert ist hier, dass die Brasserie bemüht ist, die meisten Sirups und Mischgetränke selbst herzustellen. Beispielsweise ist der Vanille-Sirup, Ananas- oder Grenadine-Sirup selbstgemacht und somit völlig frei von Chemie. Hier zeigt sich, dass der Besitzer jede Menge Liebe und Herzblut in seine Kneipe steckt, da die Herstellung sicher nicht nur einiges an Zeit kostet.

Welcher Ansbacher saß hier noch nicht bei einem Bier oder Cocktail? Foto: Larissa Noack

Welcher Ansbacher saß hier noch nicht bei einem Bier oder Cocktail? Foto: Larissa Noack

Gin, Whiskey oder Champagner?

Unfassbare 25 verschiedene Gin-Sorten warten hier darauf, Dir und Deinen Freunde einen lustigen und feuchtfröhlichen Abend zu bescheren. Auch bezüglich Malt Whiskey und Champagner kann die Brasserie Lounge sicher so einige Bars und Kneipen Ansbachs in den Schatten stellen.

Es darf auch mal etwas teurer sein? Gar kein Problem! Die Brasserie bietet auch beeindruckend viele, hochwertige Whiskeys, Gins oder eben Champagner an. Wer gute 200€ zu viel auf dem Konto hat und diese gerne loswerden möchte, kann sich dafür in der Brasserie eine ganze Flasche Don Perignon aus dem Jahr 2006 leisten. Wohl bekommt’s!

Leseratten

Für alle, die nicht nur gerne trinken, sondern auch lesen und wissen möchten, welche Geschichte hinter dem ein oder anderem Whiskey steckt, darf einen Blick in die einzelnen Getränkekarten werfen, in denen jeder Gin, Whiskey oder eben Champagner mit Informationen und Preisen aufgeführt sind.

Ardi: „Ich persönlich bin der Meinung, je mehr ich über einen Schnaps weiß, desto mehr kann ich ihn auch schätzen.“ Besonders Whiskey-Liebhaber kommen auf ihre Kosten, da die Brasserie von zwölf bis hin zu 30 Jahre altem Whiskey einiges zu bieten hat.

Für jeden etwas dabei. Foto: Larissa Noack

Für jeden etwas dabei. Foto: Larissa Noack

Kleiner Snack gefällig?

Wenn dann auch die letzten Salzstangen am Tisch aufgefuttert wurden und der Magen aber immer noch Platz für die ein oder andere Kleinigkeit hätte, lässt Dich die Kneipe nicht im Stich. Auch wenn die Brasserie Lounge Ansbach eigentlich eher einer klassischen Bar entspricht, bieten sie auch Snacks für den kleinen oder etwas größeren Hunger an. Von Pommes, über Baguettes bis hin zu Burgern wird hier sicher jeder Besucher satt.

Auch die Speisekarte kann sich sehen lassen! Foto: Larissa Noack

Auch die Speisekarte kann sich sehen lassen! Foto: Larissa Noack

Specials

Ermäßigungen, wie Happy Hour, Specials Events oder Studentenrabatte bietet die Brasserie Lounge nicht an. „Jeder weiß, dass bei der Happy Hour qualitativ günstigere Getränke verwendet werden und man nicht das bekommt, was man anderweitig erhalten würde.“, so Ardi.
Und außerdem: Wenn man sich die Getränkekarte mal durchliest, merkt man schnell, dass die Preise der Kneipe angemessen und alles andere, als überteuert sind.

Erfolgreich ist die Brasserie Lounge Ansbach im Endeffekt aber sicherlich auch deswegen, weil sich die Bar auf keine bestimmte Kundenklientel konzentriert. Ob 18, 30 oder 70 Jahre alt: Hier sitzen alle gemütlich beisammen, um einen schönen Abend zu verbringen.

Und zuletzt noch ein kleiner Fun-Fact:
Von den heiß geliebten Salzstangen brauchen Ardi und seine Frau pro Woche ganze 28 Packungen, Erdnussdosen sind es (nur) 10.

Die Brasserie Lounge Ansbach findet man in der Schwanenstraße. Foto: Larissa Noack

Die Brasserie Lounge Ansbach findet man in der Schwanenstraße. Foto: Larissa Noack

Wie, wo, was?

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