Ansbach Plus | 23. Juni 2017 AN + | 23.06.2017

Kriminalstatistik Mittelfranken 2016

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  • Am 17. März 2017

Insgesamt positive Bilanz

MITTELFRANKEN. 2016 ist die Zahl der Straftaten leicht angestiegen. Gleichzeitig konnte aber die Aufklärungsquote weiter verbessert werden. Polizeipräsident Johann Rast zieht bei der Vorstellung der Polizeistatistik insgesamt eine positive Bilanz.

Wie bereits in der Statistik 2015 dargestellt, wurden die Fallzahlen auch im Jahr 2016 von der Flüchtlingssituation geprägt. Im Bereich der Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz bzw. Asylverfahrensgesetz wurden erneut 3.414 Fälle registriert.

Polizei - Foto: Pascal Höfig

Polizei – Foto: Pascal Höfig

Detaillierte Statistik

Dennoch wirken sie sich deutlich auf die PKS aus und beeinflussen nicht nur die Gesamtfallzahlen, sondern auch die Werte der Aufklärungsquoten und die Häufigkeitszahlen.

In den folgenden Darstellungen werden deshalb die Fallzahlen und die Anzahl der Tatverdächtigen ohne Einbeziehung der Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz dargestellt.

Ein Rückgang um 15 Fälle auf 835 Fälle (-1,8 %). Grafik: Polizei Mittelfranken

Ein Rückgang um 15 Fälle auf 835 Fälle (-1,8 %). Grafik: Polizei Mittelfranken

 

95.260 Straftaten in Mittelfranken

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2016 verzeichnet für den Regierungsbezirk Mittelfranken 95.260 Straftaten. Dies ist eine Steigerung um 798 Fälle (+ 0,8 %). Die Aufklärungsquote konnte von 64,8 % auf 65,5 % gesteigert werden.

Bei der Betrachtung der registrierten Gesamtstraftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße ist ein leichter Anstieg von 90.985 Fälle auf 91.846 Fälle (+0,9 %) zu verzeichnen. In der Großstadt Nürnberg ist die Anzahl der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr mit 45.992 Straftaten nahezu gleich geblieben (+ 0,1 %).

Fürth bleibt auch in diesem Jahr die sicherste Großstadt Bayerns (über 100.000 Einwohner) mit einem Rückgang der Gesamtzahl der Straftaten um 0,8 % auf 5.950 Fälle.

Tatverdächtige

Im Jahr 2016 wurden 43.326 Tatverdächtige (TV) ermittelt. Dies bedeutet eine Zunahme von 699 TV (+1,64 %). Ohne Berücksichtigung der ausländerrechtlichen Verstöße stieg die Anzahl der Tatverdächtigen ebenfalls von 39.768 auf 40.549.

Nichtdeutsche Tatverdächtige

Die Anzahl der nichtdeutschen TV (ohne ausländerrechtliche Straftaten) nahm erneut zu, im Vergleich zum Jahr 2015 um 8,8 %. Der Anteil nichtdeutscher TV an der Gesamtzahl der TV beträgt aktuell 37,4 %. Der Bevölkerungsanteil dieser Gruppe beträgt in Mittelfranken 12,2 %.

Grafik: Polizei Mittelfranken

Grafik: Polizei Mittelfranken

Der Anteil der Zuwanderer ist in der Anzahl der nichtdeutschen TV enthalten. Die Steigerung tatverdächtiger Zuwanderer ist die Hauptursache für die negative Entwicklung bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen.

Grafik: Polizei Mittelfranken

Grafik: Polizei Mittelfranken

Jugendliche Tatverdächtige

Im Bereich der jugendlichen TV ist ein leichter Anstieg von 3.244 TV auf 3.312 TV (+2,1 %) gegeben. Die langfristige Entwicklung zeigt jedoch seit 2009 einen Rückgang von insgesamt 38 %. Bei den delinquenten Kindern haben sich die Zahlen in diesem Zeitraum nahezu halbiert.

Körperverletzungsdelikte

Die Rohheitsdelikte stiegen im Regierungsbezirk Mittelfranken von 13.945 auf 15.278 (+9,6 %) an. Sie beinhalten neben den Körperverletzungsdelikten auch Straftaten wie Raub, Nötigung und Bedrohung. Die Aufklärungsquote (AQ) stieg um 0,4 Prozentpunkte auf 90,6 %.

Nach Rückgängen in den letzten drei Jahren ist bei den Körperverletzungsdelikten eine Steigerung um 1.155 Fälle auf 11.850 Fälle zu verzeichnen (+10,8 %).

Sachbeschädigungen

Die Sachbeschädigungen sind seit dem Jahr 2010 erstmals wieder von 9.856 Fällen auf 10.379 Fälle (+5,3 %) gestiegen. Die AQ stieg um 0,3 Prozentpunkte.

Auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen wurde ein Anstieg von 423 Fällen (+16,7 %) registriert. Hier konnte die AQ erfreulicherweise von 21,8 % auf 27,7 % gesteigert werden. Ein Rückgang konnte im Deliktsbereich der Sachbeschädigung an Kraftfahrzeugen verzeichnet werden (-53 Fälle / -1,3%).

Diebstahl

Erfreulich ist die Entwicklung beim Diebstahl. In allen einzelnen Deliktsbereichen ist ein Rückgang zu verzeichnen. Die AQ blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleich. Im Bereich des einfachen Diebstahls sanken die Fallzahlen um 960 Fälle (-4,5 %), beim schweren Diebstahl um 870 Fälle (-7,0 %), beim Ladendiebstahl um 790 Fälle (-9,9 %) und beim Taschendiebstahl um 184 Fälle (-13,4 %). Im Bereich des Pkw-Aufbruchs wurde ein Rückgang von 1.329 Fällen auf 1.259 Fälle registriert.

Wohnungseinbruchdiebstahl

Für das Jahr 2016 wurden 1239 Fälle des Wohnungseinbruchdiebstahls bekannt. Inklusive der durch Banden begangenen Einbrüche ist dies ein Rückgang um 165 Fälle (-11,8 %). Die AQ beträgt 21,9 %. Die polizeiliche Schwerpunktsetzung bei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls wird sowohl im präventiven als auch im repressiven Bereich im Jahr 2017 fortgesetzt.

Straftaten gegen das Leben

Im Jahr 2016 stieg die Zahl der Straftaten gegen das Leben von 78 auf 91 erfasste Fälle (+16,7 %). Dies ist insbesondere auf die Steigerung bei den Totschlagsdelikten zurückzuführen. Bei Fußtritten/Stampftritten gegen den Kopf wird nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft jetzt häufiger wegen versuchten Totschlags durch das Fachkommissariat ermittelt.

Gewalt gegen Polizeibeamte

Die Gewalt gegen Polizeibeamte erreichte im Jahr 2016 einen traurigen Spitzenwert mit 1000 Delikten (+7,9 %) und der Tötung eines SEK Beamten bei einem Einsatz gegen einen Reichsbürger.

Die Gewalt gegen Polizeibeamte erreichte im Jahr 2016 einen traurigen Spitzenwert mit 1000 Delikten. Grafik: Polizei Mittelfranken

Die Gewalt gegen Polizeibeamte erreichte im Jahr 2016 einen traurigen Spitzenwert mit 1000 Delikten. Grafik: Polizei Mittelfranken

Sexualdelikte

Nach einem Anstieg im Vorjahr konnte bei den Sexualdelikten ein Rückgang um 15 Fälle auf 835 Fälle (-1,8 %) verzeichnet werden. Die Aufklärungsquote sank im Vergleich zum Vorjahr von 80,4 % auf 78,6 %.

Ein Rückgang um 15 Fälle auf 835 Fälle (-1,8 %). Grafik: Polizei Mittelfranken

Ein Rückgang um 15 Fälle auf 835 Fälle (-1,8 %). Grafik: Polizei Mittelfranken

Betäubungsmittelkriminalität

Die Betäubungsmittelkriminalität erreichte 2016 mit 7.469 Delikten (+23,9 %), auch aufgrund polizeilicher Kontroll- und Ermittlungstätigkeit, ein Höchstniveau. Insbesondere im Stadtgebiet Nürnberg war eine deutliche Steigerung (+31,1 %) zu verzeichnen.

Politisch motivierten Straftaten

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Gesamtzahl der Politisch motivierten Straftaten im Berichtsjahr 2016 um 152 auf insgesamt 703 Fälle angestiegen. Dies bedeutet einen Zuwachs von 27,6 %. Die Aufklärungsquote lag bei 51,3 %.

  • Im Phänomenbereich Rechts stieg die Anzahl der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 113 Delikte auf 405 Fälle an. Dies bedeutet einen Zuwachs um 38,7 %. Die Propagandadelikte stellten davon mit einem Anteil von 50,6 % (205 Straftaten) erneut die stärkste Deliktsgruppe dar. Dabei bestanden die Tathandlungen in der Regel im öffentlichen Zeigen oder Schmieren von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen oder dem Rufen verbotener Parolen. Die rechtsmotivierten Gewaltstraftaten sind im Berichtszeitraum von 11 Fällen im Vorjahr auf 26 Straftaten angewachsen.
  • Im Phänomenbereich Links sind die Fallzahlen im Jahr 2016 (193 Fälle) nahezu identisch mit dem Vorjahr (195 Fälle). Deliktische Schwerpunkte linker Kriminalität waren Sachbeschädigungen und sonstige Straftaten wie z. B. Beleidigungen. Unter den 193 Straftaten waren 22 Gewaltstraftaten (Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte im Rahmen von Versammlungsgeschehen) zu verzeichnen.
  • Die politisch motivierten Straftaten im Phänomenbereich Ausländer sind im Jahr 2016 um 10 Fälle (41,7 %) auf 34 Delikte angestiegen. Darin enthalten sind auch vier Straftaten, die der Deliktsqualität Terrorismus (Islamistischer Terrorismus) zuzurechnen sind.

Die mittelfränkische Polizei wird auch in Zukunft bei der Bekämpfung der Kriminalität ihre Strategie dem veränderten Täterverhalten und neuen Kriminalitätsformen anpassen.

Mit Präventionskonzepten und geschulten kriminalpolizeilichen Fachberatern versucht die mittelfränkische Polizei, die Entwicklung der Kriminalität weiterhin positiv zu beeinflussen und die Fallzahlen zu senken.

Quelle: PP Mittelfranken.

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