Ansbach Plus | 29. Juni 2017 AN + | 29.06.2017

Von Ansbach nach Mailand: Antonella Balzer startet als Model durch

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  • Am 16. März 2017

Ansbacher Model auf der Fashionweek in Mailand und Paris

Mailand, Paris und bald Tokio oder Sidney: Antonella Balzer aus Ansbach lebt gerade den Traum vieler Mädchen: Innerhalb weniger Monate hat die 19-Jährige ihr beschauliches Leben in Ansbach und ihre Ausbildung als Erzieherin gegen Model-Castings, Fashionweeks und Shootings eingetauscht. Warum Germany’s next Topmodel nicht die Realität der Modelbranche zeigt und auf welche Jobs die Ansbacherin besonders stolz ist, hat sie uns im Interview erzählt.

Antonella Balzer. Foto Antonella Balzer

Ansbach Plus: Antonella, Du hast bis vor kurzem noch eine Ausbildung als Erzieherin gemacht, wie bist Du zum Modeln gekommen?

Antonella Balzer: Mein größter Traum war es schon immer als Model zu arbeiten, auch meine Tante und meine Mutter haben mal gemodelt. Meine Familie und mein Freund haben mich immer ermutigt, es auch mal zu versuchen. Auf einem Festival wurde ich dann direkt von einem Scout angesprochen und kurze Zeit später habe ich meinen Vertrag mit der Modelagentur „WMM Models“ unterschrieben. Dann ging alles richtig schnell. Die Agentur wollte, dass ich hauptberuflich als Model arbeite, daraufhin habe ich dann meine Ausbildung als Erzieherin im November 2016 abgebrochen und bin direkt von der Agentur nach Mailand geschickt worden.

A+: Wie sieht dein Modelalltag aus?

Antonella: Ich war die letzten zwei Monate in Mailand und Paris für die Fashionweeks, das war mega stressig, aber auch richtig cool. Mein Arbeitstag beginnt um 9 Uhr morgens. Ich muss jeder Zeit bereit sein, um spontan auf Castings gehen zu können. Die Agentur ruft mich oft ganz kurzfristig an, um mir einen Termin bei einem Kunden mitzuteilen. Während der Fashionweek habe ich nicht selten 24 Stunden durchgearbeitet, das ist echt hart. Manchmal muss ich mehrere Stunden während eines Castings warten, um dann nach einem fünfminütigen Termin eine Absage zu erhalten. Die Modelbranche stellen sich viele sehr glamourös vor, tatsächlich ist es aber so, dass man meist den ganzen Tag von einem Casting zum anderen rennt. Auch wenn ich einige Freundinnen gewonnen habe, herrscht unter den Mädels meist Zickenkrieg. Aktuell ist es ruhiger, da die Modenshows vorbei sind und ich wieder in Ansbach bin. Jetzt gehe ich erstmal wieder in Deutschland auf Castings.

A+: Wie gehts Du mit Kritik an dir um?

Antonella: Wenn ich eine Jobabsage bekomme, mache ich mir nie viele Gedanken darüber. Manchmal bin ich eben der Typ, den sie suchen, manchmal nicht. Das Modelbusiness ist oft sehr oberflächlich, dafür ist ein gesundes Selbstbewusstsein nötig.

https://www.instagram.com/p/BQ0Upe5A98C/?taken-by=antonellagiorgina

A+: Du hast es innerhalb weniger Monate geschafft, sowohl in Paris als auch in Mailand Jobs zu ergattern, was waren deine Highlights?

Antonella: Da alles so schnell ging, bin ich überhaupt stolz, gleich einen Laufstegjob für „Grinko“ und „Wella“ in Mailand bekommen zu haben. Das schaffen nicht viele am Anfang ihrer Modelkarriere. Ich mag den Laufsteg besonders, der Moment, wenn man rausläuft, ist einfach geil. Außerdem war ich noch in der russischen und italienischen Vogue zu sehen. Und natürlich ist es auch cool, Luxusmarken wie etwa Prada bei Castings anzuprobieren. Ich freue mich aber eigentlich über jeden Job und dass ich überhaupt meinen Traum leben darf. Früher in der Schule wurde ich oft gehänselt, weil ich sehr schlank und groß bin. Jetzt freue ich mich, es allen zeigen zu können, die nie an mich geglaubt haben.

A+: Hast Du dir auch mal überlegt bei Germany’s next Topmodel mitzumachen?

Antonella: Nein, das entspricht überhaupt nicht der Realität, da geht es nur um Show.

A+: Was ist der größte Unterschied zwischen Heidis Sendung und deinen Erfahrungen?

Antonella: Das hört sich jetzt vielleicht oberflächlich an, aber der größte Punkt ist das Gewicht. Im Fernsehen wird vermittelt, dass die Mädchen nicht so dünn sein sollen, um die Branche möglichst positiv darzustellen. In der Realität ist es aber so, dass man als Model immer noch sehr schlank sein muss, um einen Job zu bekommen. Ich bin von meinem Körperbau einfach so und kann ohne Bedenken auch mal bei McDonald’s essen gehen. Andere Mädels aus meiner Model-WG ernährten sich stattdessen zwei Tage lang nur von Tee.

https://www.instagram.com/p/BNeT7voDidI/?taken-by=antonellagiorgina

A+: Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?

Antonella: Ich möchte unbedingt weiter modeln. Erstmal wechsle ich jetzt aber meine Agentur. Ich werde bald mit der Agentur von Peyman Amin arbeiten, der auch mal Juror bei Germany’s next Topmodel war. Darüber freue ich mich riesig, vor allem weil Peyman ein sehr bodenständiger und netter Typ ist. Im Mai werde ich voraussichtlich für zwei Monate nach Tokio oder Sidney fliegen und im September dann wieder in Paris, Mailand oder London arbeiten. Mein absoluter Traum wäre es mal für Victoria’s Secret zu laufen.

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