Ansbach Plus | 25. April 2017 AN + | 25.04.2017

Heuschnupfen erkennen und behandeln

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  • Am 10. März 2017

Überaktives Immunsystem

Bei vielen Menschen beginnt bereits jetzt die lästige Zeit der juckenden oder brennenden Augen, verbunden mit Schnupfen und manchmal sogar Atembeschwerden. Bei Heuschnupfen, auch Pollenallergie genannt, reagiert das Immunsystem hyperaktiv, wenn es mit den Allergenen in Kontakt kommt. Es schüttet Entzündungsbotenstoffe aus, um die Eiweiße, die Bestandteil der Pollen sind, abzuwehren.

Diese Botenstoffe (Histamin) sind für die unangenehmen Symptome, wie gerötete, brennende und juckende Augen verantwortlich. Auch Schnupfen oder eine verstopfte Nase verursacht dann oft Probleme, ebenso wie häufiges Niesen oder ein Jucken und Brennen im Rachen.

Die Nase läuft und läuft – Schnupfen ist einfach nur lästig! Foto: Pascal Höfig

Die Nase läuft und läuft – Schnupfen ist einfach nur lästig! Foto: Pascal Höfig

Begleiterscheinungen

Mit den Symptomen einhergehende Begleiterscheinungen sind häufig Abgeschlagenheit, Konzentrations- und Schlafstörungen. Auch ein Etagenwechsel, bei dem sich die Beschwerden auf die unteren Atemwege ausweiten und allergisches Asthma verursachen können, ist möglich.

Wann beginnt die Pollenflugzeit?

Im Allgemeinen liegt die Hauptflugpollenzeit im März bis August. Jedoch kommt es auch während der Vor- und Nachblüte zu Pollenflug, sodass eine Allergie je nach Allergen bereits im Dezember beginnen und erst im Herbst enden kann.

Hasel und Erle stehen im Februar und März bereits in der Hauptblüte, sodass auch in den Wintermonaten zu Jahresbeginn mit den Pollen gerechnet werden muss. Besonders viele Baumarten, wie Weide, Esche oder Birke, blühen im April und bringen somit eine hohe Belastung für Allergiker.

Pflanzen wie Beifuß oder Traubenkraut blühen erst im August, das heißt, bis in den Oktober hinein kann es wegen der Nachblüte zu Pollenflug kommen. Pollenflugkalender, zum Beispiel von der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst, geben Aufschluss über die Blütezeiten der verschiedenen Pflanzen.

Symptomen vorbeugen – Ist das möglich?

Heuschnupfen wird genetisch weitergegeben. Sind beide Elternteile Allergiker, liegt die Wahrscheinlichkeit einer Weitergabe der Allergie an das Kind bei 60 bis 80 Prozent. Es gibt Faktoren, die dazu beitragen, dies zu verhindern. Dazu zählen häufige Aufenthalte im Freien und die Vermeidung von Stress. Auch langes Stillen soll dem Heuschnupfen vorbeugen.

Bei bestehenden Allergien hilft nur noch eine Linderung der Symptome durch Anti-Histamine und Kortisonpräparate. Anti-Histamine sind apothekenpflichtig und vor dem Kauf sollte ein Arzt oder Apotheker zu Rate gezogen werden.

Um die übrigen Symptome zu lindern empfehlen sich zum Beispiel Tropfen gegen trockene Augen aus der Apotheke oder spezielle Nasensprays. Wer einige Tipps befolgt, kann ebenso Symptome verringern. So sollte Wäsche zum Beispiel während der Pollenflugzeit nicht draußen an der frischen Luft trocknen, da sich sonst Pollen darin festsetzen können. Da sich Pollen auch in Haaren verfangen, sollten diese vor dem Schlafen gewaschen werden.

Eine ausgewogene Ernährung ist prinzipiell förderlich für die Gesundheit und trägt so auch dazu bei, den Körper gegen den Heuschnupfen zu stärken. Wer Urlaub plant, sollte pollenarme Gebiete bevorzugen, wie die Berge oder das Meer.

Hyposensibilisierung zur Behandlung von Heuschnupfen

Um das Problem jedoch ursächlich zu behandeln, kommt nur die Hyposensibilisierung in Betracht. Es gibt zwei Formen der Hyposensibilisierung: Entweder lässt sich der Patient das Allergen unter die Haut spritzen, oder es wird als Tablette bzw. in flüssiger Form auf der Zunge verabreicht.

In der Einleitungsphase wird meist im wöchentlichen Rhythmus das Allergen gegeben und die Dosis langsam bis zur höchst erträglichen Menge gesteigert. Dann folgen monatliche Spritzen bis zu drei Jahren. Eine Kurzzeittherapie, eventuell unter stationärer Beobachtung, ist ebenfalls möglich.

Der Artikel wurde von der externen Redakteurin Beatrix Grosche verfasst.

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