Ansbach Plus | 29. Mai 2017 AN + | 29.05.2017

Safety First: Durch Einbruchschutz und richtiges Verhalten das Zuhause sichern

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Entscheidend: Sicherungstechnik

Damit das eigene Haus nicht zum Einbruchs-Tatort wird, ist Prävention wichtig. Und Präventionsmaßnahmen zum Schutz beginnen zum Teil schon beim Hausbau. Auf was ist zu achten, um Einbrechern die Tour zu vermiesen? Zwei Komponenten sind entscheidend: die elektronische und mechanische Sicherungstechnik im und am Haus und eine sicherheitsbewusste Verhaltensweise im Alltag.

Hohe Einbruchszahlen und hohes Sicherheitsbedürfnis

Seit 2008 steigen die Fallzahlen. Das belegt das Bundesministerium des Innern in ihrer jährlich erscheinenden Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS). Im Jahr 2015 seien bundesweit 167.136 Wohnungseinbruchdiebstähle (2014: 152.123 Fälle), darunter 70.333 Fälle von Tageswohnungseinbruch (2014: 63.282 Fälle) registriert worden. Die Fallzahl sei im Vergleich zum Vorjahr um 9,9 Prozent gestiegen, der darin enthaltene Tageswohnungseinbruch sei dabei um 11,1 Prozent gestiegen. Die Fallzahl im Vergleich zu 2014 ist also stärker. Alarmierende Befunde. Offenbar haben Einbrecher zu oft ein leichtes Spiel, weil scheinbar zu wenig Wert auf die Sicherheitslage und Einbruchsicherheit im eigenen Haus gelegt wird. So ganz stimmt das aber nicht.

Einbrecher am Werk - Symbolfoto: Pascal Höfig

Einbrecher am Werk. Symbolfoto: Pascal Höfig

Effiziente Sicherheitsvorkehrungen

Denn die Sicherheitsbranche boomte: laut dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) stiegen die Umsätze in 2015 um über 20 Prozent. Zwar gehen seit dem Frühjahr 2016 die Umsätze zurück, jedoch sei „der Bedarf an mechanischen und elektronischen Sicherungsvorkehrungen in den vergangenen Jahren generell gestiegen“, sagt Ralf Margout vom Fachverband Europäischer Sicherheits- und Schlüsselfachgeschäfte Interkey. Gleichzeitig stieg demnach auch die Anzahl der gescheiterten Einbrüche. Im Jahr 2014 registrierte die Polizei bundesweit 41,4 Prozent Einbruchsversuche, 2015 gab es einen Anstieg auf 42,7 Prozent.

Fazit: weit über ein Drittel aller Einbrüche bleiben im Versuchsstadium, nicht zuletzt wegen sicherungstechnischer Maßnahmen. Folglich sind Sicherheitsvorkehrungen wegen der Zunahme an Einbrüchen nicht nur notwendiger, sondern auch tatsächlich effizient.

Politik reagiert

Analog zu diesen Trends reagierte auch die Politik: seit dem November 2015 gibt es die KfW-Förderung für mehr Sicherheit und Komfort in den eigenen vier Wänden.

Auch das Innenministerium und die Landeskriminalämter reagierten und legten einen Schwerpunkt auf die Präventionsarbeit – die bundesweite Einbruchschutzkampagne „K-EINBRUCH“ gibt Empfehlungen zum Schutz vor Haus- und Wohnungseinbruch.

Ihre Kernaussage ist:

„Einbrüche könnten durch richtiges Verhalten und die richtige Sicherungstechnik verhindert werden, was der in den vergangen Jahren stetig gestiegene Anteil der Einbruchsversuche belegt.“ – Polizeiliche Kriminalitätsstatistik, S. 14.

Deshalb gilt während dem Hausbau und darüber hinaus:

Für den Einbruchsschutz sind zwei Komponenten relevant:

  • ein aufeinander optimiertes Zusammenwirken von digitaler, elektronischer und mechanischer Sicherungstechnik im und am Haus
  • und eine alltägliche sicherheitsbewusste Verhaltensweise.

Mechanische Sicherungstechnik: Türen und Fenster

Die richtige mechanische Sicherungstechnik und deren Installation kann während der Hausbauphase in Angriff genommen werden oder auch danach – etwa durch einbruchshemmende Nachrüstprodukte.

Da etwa die Hälfte aller Einbrecher die Eingangstür oder das Fenster zum Eindringen nutzen, ist die Sicherung von Türen und Fenstern der wirkungsvollste Schutz vor Einbrechern. Deshalb sollten beim Fenstereinbau und Haustüreneinbau einbruchshemmende Funktion mitbedacht werden.

Tipp: Einbruchshemmende Türen und Fenster sind übrigens beim Neueinbau wesentlich günstiger als bei der Nachrüstung. Dabei sollte beim Kauf von Türen auf die Siegel der DIN-normgeprüften Sicherheit geachtet werden – damit sind die sogenannten zertifizierten Widerstandsklassen gemeint.

Achtung: die Internationale Abkürzung dafür lautet RC.
Beim Standard sollte auf die Stabilität der Tür geachtet werden. Ein Indikator dafür ist das Material – Aluminium, Holz oder Vollholz, Kunststoff, Stahl oder eine Mischform aus diesen Materialien. Am schwächsten schneidet hier Holz ab.

Vernünftige Schlösser

Genauso wichtig sind vernünftige Schlösser. Am optimalsten sind hier Schlösser mit Schwenkhaken. Ebenso ist es bedeutend, auf die Beschläge zu achten, denn je mehr Sicherheitsbauteile den Türflügel im Rahmen, desto schwieriger wird für den Einbrecher das Aushebeln. Hier reicht die Verriegelung von einer einfacher bis zu einer fünffachen. Hier bieten sich Rastexzentern und/oder Pilzkopf-Verriegelungen, Einsteckschlösser, Schwenkriegel, Einschließblechen, integrierte Türschaltsperren und Schützbeschläge an. Ergänzend erschweren Griffgarnituren und Winkhaus-Zylinder mit Aufbohrschutz das Öffnen der Tür von außen.

Einbruchshemmende Fenster

Bei den einbruchshemmenden Fenstern sollte ebenfalls auf die Materialien, die Schließtechnik und die zertifizierten Widerstandsklassen geachtet werden. Wichtig sind hier Rahmen, Beschlag, Verriegelung und Verglasung. Besonders gegen Aushebeln haben sich Pilzkopfzapfbeschläge als Verriegelung bewiesen. Hinzufügend optimieren einbruchshemmende Rollläden und Gitter die Sicherheit. Was für Türen und Fenster gilt, zählt auch hier: Auf Widerstandsklassen und Materialien achten. Bei den Rolläden sollte ein besonderer Blick auf Rollpanzer, Führungsschienen und Hochschiebesicherung geworfen werden.

Tipp: Gitter werden von Versicherungen bei Schadenszahlungen anerkannt, wenn ein Fenster bei einem Einbruch auf Kippe gestanden hat.

Elektronische und digitale Sicherungstechnik

Elektronische und digitale Sicherungstechnik-Hilfsmittel können – wie Alarm- und Videoanlagen, sensorische Bewegungs- und Präsenzmelder, automatische Innen- und Außenbeleuchtung, automatisierte Jalousie- und Rollladensteuerung – zusätzlich zu den mechanischen Schutzmechanismen zum Einsatz kommen.

Aber Vorsicht: Solche Maßnahmen verhindern nicht per se einen Einbruch – jedoch erhöht sich das Risiko für den Einbrecher, entdeckt zu werden.
Deshalb: Elektronische und digitale Sicherheitstechnik bieten ergänzend Möglichkeiten der Überwachung.

Alarmanlagen und Videoüberwachung

Bei Alarmanlagen ist darauf zu achten, dass sie die Möglichkeit bieten, einen Überfallalarm auszulösen, bei dem die Polizei telefonisch informiert wird. Ausschlaggebend ist es auch, ob man sich für einen Innen- oder Außensirene entscheidet. Eine Außensirene sorgt für mehr Aufmerksamkeit. Zudem ist zu beachten, da Bewegungsmelder auch oft ein Grund für Fehlalarme sind, an welcher spezifischen Stelle, die sensorischen Helfer der Alarmlage reagieren.

Das Gleiche betrifft Überwachungskameras. Der Installationsort ist entscheidend, denn
neben der Aufnahmequalität ist der Blickwinkel relevant, damit die Aufnahmen für den Hausbesitzer einen Mehrwert haben.

Der Vorteil: Videoanlagen können helfen, den Täter zu identifizieren.
Achtung: Kamera-Attrappen werden vom Täter sehr oft erkannt. Sie sind also nutzlos.

Sensorische Beleuchtungssysteme und Smart Home

Automatische Innen- oder Außenbeleuchtung mit Zeitschaltuhren wirken da Abschreckungs-technisch effektiver, da sie eine Anwesenheit der Hausbewohner vorgaukeln. Hier sind der Installationsort und der Sensibilitätsgrad der Sensoren wichtig, damit sie ihre Funktion als „Warnleuchten“ und „Abschreckungsleuchten“ auch wahrnehmen.

Der neueste Trend ist das sogenannte „Mobile Haus“ – Stichwort „Smart Home“. Zwei Merkmale spielen bezüglich der Einbruchsprävention eine Rolle.

  • Erstens, die Steuerung der elektronischen Sicherheitsvorkehrungen über eine mobile App – wie etwa die Rollladen- und Jalousie-Steuerung, die Schließsteuerung von Türen und Fenstern und Regulierung der Beleuchtung.
  • Zweitens, die Aufzeichnung, und Überwachung des Hauses oder Wohnung von unterwegs durch die mobile Kombination von Smart-Phone und Alarm- und Videoanlage.

Viele Telefon- und Internetprovider bieten mittlerweile Geräte samt App an, bei denen die aufgezeichneten Daten nicht vor Ort im Haus gespeichert werden, sondern über eine Funkleitung in ein Rechenzentrum zum Smartphone oder Tablet weitergeleitet werden.

Der Vorteil: der Dieb kann die Überwachungsaufnahmen, wenn sie lokal gespeichert werden vernichten, werde die Daten nicht lokal im Haus gesichert, dann nicht.

Das richtige Sicherheits-Verhalten

Komplementär zu den mechanischen und elektronischen Vorkehrungen ist das Verhalten im Alltag wichtig, um Einbrüche zu vermeiden.

  • Wenn das Haus auch nur für kurze Sie verlassen wird – alles abschließen: Haus-, Balkon, Terrassentür.
  • Gekippte Fenster sind offene Fenster – deshalb auch alle Fenster schließen.
  • Kein Geld auf den Tisch legen, um den Dieb zu besänftigen. Das Gegenteil trifft ein – er sucht nach mehr.
  • Keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit in sozialen Netzwerken oder auf Ihrem Anrufbeantworter geben.
  • Da gut 70 Prozent der Einbrüche am Tag geschehen, tagsüber nicht die Rollladen schließen.
  • Die Schwachstellen im Haus checken
  • Den Schlüssen nicht draußen verstecken – Einbrecher finden jedes Versteck.
  • Bei verdächtigen Beobachtungen die Polizei informieren
  • Wenn der Schlüssel verloren geht, sofort das Schloss auswechseln.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit unserem externen Redakteur Phillip Meisenberg.

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