Ansbach Plus | 16. August 2017 AN + | 16.08.2017

ANregiomed: Übernahme durch Sana Kliniken AG wird immer wahrscheinlicher

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Sana Kliniken AG – eine gute Entscheidung?

Eine Übernahme von ANregiomed durch die Sana Kliniken AG wird immer wahrscheinlicher. Laut Nordbayern.de wurde in einer nicht öffentlichen Sitzung eine Grundsatzvereinbarung mit den zentralen Bestandteilen einer Zusammenarbeit mit Sana verabschiedet. MdB Harald Weinberg warnt vor den Konsequenzen einer Übernahme durch den privaten Konzern, zudem fordert er ein Mitbestimmungsecht für die Mitarbeiter der betroffenen Kliniken.

„Baustellenführung“: Baudirektor Johannes Schürmeyer (r.) führt Interessierte über die Baustelle am Klinikum Ansbach – Foto: ANregiomed

Nicht öffentlicher Sitzung des Verwaltungsrates

Eine Grundsatzvereinbarung mit den zentralen Bestandteilen einer Zusammenarbeit mit Sana wurde laut Nordbayern.de in der Sitzung des Verwaltungsrates verabschiedet. Bis zum 22. März soll ein Vertragsentwurf vorgelegt werden. In der Sitzung wurde zudem der Wirtschaftsplan für 2017 angenommen, der ein Minus von 10,9 Millionen Euro vorsieht.

Die vier Standorte sollen bestehen bleiben, Oberbürgermeisterin Carda Seidel forderte zudem Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten und das Einbinden der Mitarbeiter in den Sanierungsprozess. Der Verwaltungsrat Christoph Hammer wies drauf hin, sich bei der Suche nach einem Geschäftsbesorger die Zeit für ein richtiges Ausschreibungsverfahren zu nehmen, so Nordbayern.de.

MdB Harald Weinberg fordert Stimmrecht für Mitarbeitervertretung

Auch der krankenhauspolitische Sprecher im Bundestag, MdB Harald Weinberg, sieht die Übernahme durch die Sana AG kritisch, zudem spricht er sich gegen das fehlende Stimmrecht von Mitarbeitervertretern im Verwaltungsrat von ANregiomed aus. In der bestehenden Rechtsform des gemeinsamen Kommunalunternehmens (gKU) ist das nicht möglich. „Die Rechtsform gKU ist das am weitesten von den Beschäftigten, den kommunalen Trägern und der Öffentlichkeit entfernte Modell“, so Weinberg. „Mein Ziel ist die Herstellung von Mitarbeiterbeteiligung und Transparenz bei der kommunalen Krankenhausversorgung. Dies ist mit der Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH zu erreichen.“

Anders als beim gKU könnten so nicht nur Personalräte stimmberechtigt in den Verwaltungsrat berufen werden. Auch die Herstellung von Öffentlichkeit bei vielen Punkten, etwa zu Baufragen, wäre so möglich. Die Einflussmöglichkeiten des Stadtrats und des Kreistags würden zudem gestärkt, was bei Beschlüssen zu Bewegungsbad oder Linksherzkatheter sinnvoll gewesen wäre, erklärt Weinberg.

Des Weiteren weist Weinberg darauh hin, dass im Klinikverbund Kempten- Oberallgäu die Sana AG jeden dritten Mitarbeiter ausgelagert hat. „Der private Klinik-Konzern steht eben nicht für regionale Kooperation, sondern für brutalen Wettbewerb“, so Weinberg.

ANregiomed – Wichtiger Arbeitgeber

Zu ANregiomed gehören die Kliniken in Ansbach, Rothenburg und Dinkelsbühl sowie die Praxisklinik Feuchtwangen. Das Kommunalunternehmen beschäftigt 2.500 Mitarbeiter und ist einer der wichtigsten Arbeitgeber und ein großer Ausbildungsbetrieb in der Region.
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