Ansbach Plus | 27. Juli 2017 AN + | 27.07.2017

Vielfältige Kulturlandschaft – Von Kooperationen profitieren

avatar

Möglichkeiten auch für kleinere Städte

Viele kleinere Gemeinden und Städte haben oftmals mit einem mageren Kulturetat zu kämpfen. Dennoch soll den Bürgern der Zugang zu hochwertigen und abwechslungsreichen kulturellen Möglichkeiten geboten werden. Durch die Nutzung von verschiedenen Kooperationen, kann auch mit einem kleinen Budget einiges bewirkt werden. Oftmals ist dies vom Engagement der Verantwortlichen und Initiatoren abhängig.

Ansbach verfügt – trotz der beschaulichen Größe – durchaus über ein ansehnliches kulturelles Programm. Verschiedenste Einrichtungen und Initiativen können mit dem überregionalen Angebot mithalten und sorgen für eine vielfältige lokale Kulturlandschaft. Auch den Schritt in umliegende Städte wie Nürnberg, Würzburg, Heilbronn oder Ingolstadt nehmen viele Bürger wahr, um die Möglichkeiten zu erweitern.

Dennoch ist der finanzielle Spielraum stets begrenzt. Oftmals kann eine Kooperation mit anderen kulturellen Einrichtungen helfen, auch größere Ausstellungen oder Projekte zu realisieren. Dies kann für beide Seiten verschiedene Vorteile bieten.

Ansbach Innenstadt - Foto: Franziska Roos

Ansbach Innenstadt – Foto: Franziska Roos

Erweiterung der eigenen Mittel

Durch die Zusammenarbeit mit anderen Häusern und Institutionen können finanzielle Mittel gebündelt werden. Wird mit einem Kooperationspartner aus einer anderen Stadt gemeinsam ein Projekt erarbeitet, kann dies dann nacheinander an beiden Orten gezeigt werden. So profitieren beide Parteien von der Bündelung von Kompetenzen und finanziellen Möglichkeiten. Sind mit den einzelnen Etats oft nur kleine Sprünge zu machen, ermöglicht dies auch die Durchführung größerer Veranstaltungen und Angebote.

Ausbau von Sammlungen

In Nürnberg wurde zuletzt die ständige Sammlung durch eine Kooperation mit der Neuen Sammlung – The Design Museum in München erweitert. Unter dem Titel „Von Prototypen und Modellen“ wurden zahlreiche Exponate im Staatlichen Museum für Kunst und Design in Nürnberg der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Seit 13. Dezember 2016 sind die verschiedenen Stücke dort zu sehen, die den Ablauf eines Designprozesses an vielen Beispielen erlebbar machen. Ein Ende der Ausstellung ist vorerst nicht geplant.

Immer wieder kann die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen, aber auch mit Privatleuten ein Mittel sein, um bestimmte Kulturgüter einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. So können beispielsweise auch Gemälde oder Plastiken aus privaten Sammlungen als Leihgabe oder dauerhafte Schenkung das Portfolio eines Museums erweitern.

Spartenübergreifende Zusammenarbeit

Die Stadt Osnabrück hat es vorgemacht: Mit dem Großprojekt „Danse macabre“ wurden durch die Zusammenarbeit verschiedener lokaler Institutionen eine Vielzahl an Veranstaltungen erarbeitet. Neben Tanztheater, Ausstellungen und Konzerten finden auch Vorträge und Performances zum übergeordneten Thema des Totentanzes statt.

Durch die Bündelung von Kompetenzen und finanziellen Mitteln ist es möglich geworden, ein herausragendes Programm auf die Beine zu stellen, welches auch überregional für Aufmerksamkeit sorgen kann.

Zudem konnte die Förderung durch die Kulturstiftung des Bundes für das ambitionierte Vorhaben gewonnen werden. Um von solchen Geldern profitieren zu können ist einerseits eine gewisse Größenordnung vorausgesetzt. Zudem muss das Vorhaben entsprechend beworben und vermarktet werden. Erst durch die spartenübergreifende Zusammenarbeit und Organisation ist es möglich, auch als kleinere Kommune großes zu leisten.

Öffnung von alternativen Veranstaltungsorten

Viele Orte verfügen neben den offiziellen Einrichtungen wie Museen oder Spielhäusern noch über eine große Vielfalt an anderen kulturell interessanten Örtlichkeiten. Kirchen, Schlösser oder auch privat betriebene Galerien oder öffentliche Gebäude können für verschiedene Projekte genutzt werden. Oftmals ist dabei auch ein besonderer architektonischer Schauplatz vorhanden, der einer Veranstaltung einen ganz besonderen Rahmen verleiht und auf diese Weise für die Öffentlichkeit zugänglich wird.

In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Eigentümern oder Betreibern können zusätzliche Möglichkeiten für Veranstaltungen geschaffen werden. Gerade für kleinere Konzerte, Ausstellungen oder Vorträge eignen sich die alternativen Räumlichkeiten besonders.

Austausch von Angeboten

Vor allem im organisatorischen Bereich ist es oft schwierig, mit einer begrenzten Zahl an Personal ein größeres Projekt in die Wege zu leiten. Hinzu kommt, dass in vielen Kommunen viele einzelne Institutionen und auch private Initiativen am Kulturbetrieb beteiligt sind. Der Austausch oder eine Zusammenarbeit scheitern vielmals an bürokratischen Hindernissen oder schlicht räumlicher Distanz.

Die Nutzung von Wanderausstellungen beispielsweise kann dabei neue Möglichkeiten eröffnen. Hier ist ein Großteil der organisatorischen Arbeit bereits erledigt. Die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern ist hierbei ein passender Ansprechpartner. Auf ihrer Plattform können über die sogenannte Ausstellungsbörse Konzepte oder ganze Ausstellungen von anderen Museen ausgeliehen beziehungsweise angekauft werden. Auch eigene Produktionen können hier angeboten und somit zusätzlich Geld für weitere Projekte generiert werden.

Universelle Konzepte

Auch bei der Nutzung von universellen Konzepten, wie etwa der jährlich stattfindenden LesArt ist die bereits geleisteten Vorarbeit ein Vorteil. Nicht nur in Ansbach, in vielen Städten Deutschlands finden im Rahmen dieses Festivalkonzeptes Lesungen bekannter Schriftsteller und Autoren statt. Das Konzept ist erprobt und zur Durchführung ist die Organisationsarbeit sowie der finanzielle Aufwand überschaubar.
Solche Programme eignen sich besonders, um das kulturelle Programm einer Stadt mit geringer eigener Investition zu erweitern.

Kooperationen mit Unternehmen

Für die Förderung der regionalen Kulturlandschaft und des Nachwuchses ist die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft unerlässlich. Viele lokale Unternehmen engagieren sich regelmäßig und unterstützen verschiedenste Veranstaltungen. Der Ansbacher Kunstpreis, der vom Kunstverein Brücke ‚92 e.V. organisiert und von der Stadt und den Sponsoren ausgelobt wird ist ein gutes Beispiel dafür. Hier können sich ausschließlich Personen bewerben, die ihren Schwerpunkt in der Stadt oder umliegenden Region haben.

Auch hier kann der organisatorische Aufwand oft unter den teilnehmenden Partnern geteilt werden. Künstler bekommen die Möglichkeit, ihre Arbeiten einem breiten Publikum zu präsentieren. Die Unternehmen profitieren von einer Kooperation mit positiver Reputation und verfügen in der Regel über einen eigens dafür vorgesehenen Etat.

Möglichkeiten im Bildungsbereich

Aber auch im Bildungsbereich können beide Seiten von einer Zusammenarbeit profitieren. „Kultur macht Schule“ ist ein solches Projekt, bei dem die jüngsten durch verschiedene Kooperationen im Bereich der kulturellen Bildung gefördert werden. Ein landesweites Informationsportal informiert über die verschiedenen Möglichkeiten. So muss nicht jede Einrichtung ein eigenständiges Konzept erarbeiten, sondern es kann auf erprobte Projekten zurückgegriffen werden.

Um den Nachwuchs kulturell zu bilden, stehen zudem verschiedene Förderprogramme zur Verfügung. Vor allem Projekte, die es benachteiligten Personen ermöglichen, am Kulturgeschehen teilzunehmen oder sich selbst aktiv daran zu beteiligen werden unterstützt.

Je vielfältiger die Kooperationen ausfallen, umso mehr kann eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft gedeihen. Dabei können auch ungewöhnliche Kombinationen für überraschende Ergebnisse sorgen und neue Möglichkeiten eröffnen.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit unserem externen Redakteur Julius Zink

Stadtwerke Ansbach
Anzeige
Stadtwerke Ansbach
Anzeige
Stadtwerke Ansbach
Anzeige
Stadtwerke Ansbach
Anzeige