Ansbach Plus | 17. August 2017 AN + | 17.08.2017

Tod eines SEK-Beamten: Ermittlungen gegen Polizeibeamten

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  • Am 23. Januar 2017

Beihilfe zum Totschlag durch Unterlassen

NÜRNBERG. Die Ermittlungen im Falle des getöteten SEK-Beamten durch die Schüsse eines „Reichsbürgers“, richten sich nun auch gegen einen weiteren Polizeibeamten. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hat Ermittlungen gegen den 50-Jährigen wegen Beihilfe zum Totschlag durch Unterlassen eingeleitet.

Symbolbild "Reichsbürger" - Bild: Pascal Höfig

Symbolbild „Reichsbürger“ – Bild: Pascal Höfig

Nachdem am 19.10.2016 bei einem Einsatz in Georgensgmünd ein Beamter des SEK getötet und ein weiterer verletzt worden war, werden nun weitere Details bekannt. Besonders brisant sind dabei die Anschuldigungen gegen einen Polizeibeamten, der Kontakte zur „Reichsbürgerbewegung“ unterhalten haben soll und im Verdacht steht, den bevorstehenden SEK-Einsatz an den Beschuldigten Wolfgang P. weitergegeben zu haben bzw. die Gefahr gekannt zu haben, die von ihm ausging.

Ein Beamter des Spezialeinsatzkommandos (SEK) Symbolfoto: News5/Herse

Ein Beamter des Spezialeinsatzkommandos (SEK) Symbolfoto: News5/Herse

Der 50-jährigen Polizeibeamte wurde wegen den Anschuldigungen bereits am 23.11.2016 vom Dienst suspendiert. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, ist nun im Zuge der weiteren Ermittlungen, gegen den Polizeibeamten ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Beihilfe zum Totschlag durch Unterlassen eingeleitet worden.

Hat der Polizist die Gefahr gekannt?

Im Rahmen der weiteren Ermittlungen ergaben sich aus den Kontakten des Beschuldigten P. zu dem Polizeibeamten Erkenntnisse, dass dieser vom Waffenbesitz des Beschuldigten P. und dessen Kontakten zu anderen sogenannten „Reichsbürgern“ wusste.

Es besteht der Verdacht, dass der Polizeibeamte die Gefahr, die von Wolfgang P. ausging, erkannte und er damit rechnen konnte, dass es bei dem Einsatz vom 19.10.2016 in Georgensgmünd zum Schusswaffengebrauch kommen würde.

Der Polizeibeamte wäre daher aus Sicht der Staatsanwaltschaft dienstlich verpflichtet gewesen, diese Erkenntnis weiterzugeben, sodass nach derzeitigem Stand durch Ergreifung geeigneter Maßnahmen die tödliche Schussabgabe hätte verhindert werden können.

Dem Beschuldigten Polizeibeamten wurde der Tatvorwurf eröffnet und er hat sich hierzu bisher nicht geäußert.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth.

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