Ansbach Plus | 20. August 2017 AN + | 20.08.2017

US-Armee verdreifacht Truppen

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2000 Soldaten und 73 Hubschrauber

Seit knapp vier Monaten ist bekannt, dass die US-Armee ihre Truppen in den Standorten Ansbach-Katterbach und Illesheim verdreifachen wird. Bis heute wurden nur wenig konkrete Zahlen genannt. In einem Schreiben an Oberbürgermeisterin Carda Seidel und Bundestagsabgeordneten Harald Weinberg gibt das Bundesverteidigungsministerium nähere Informationen. Von einer Entlastung ist nicht die Rede – im Gegenteil: Auf die Bewohner und Bürger der umliegenden Gemeinden wartet eine massive Mehrbelastung durch Fluglärm und Abgase.

Ein Black Hawk-US-Militaerhubschrauber - Foto: News5 / Herse

Ein US-Militaerhubschrauber – Foto: News5 / Herse

Ansbach-Katterbach und Illesheim

Derzeit sind in Katterbach 50 Kampfhubschrauber fest stationiert. In Illesheim bei Bad Windsheim sind es 25, die durch Rotationskräfte genutzt werden. Ab März werden bis November neun Monate lang die in Deutschland stationierten Truppen im Rotationsprinzip mit Kräften aus der USA unterstützt, so die Bundesregierung. Nach Katterbach und Illesheim werden 2000 neue Soldaten und 73 Hubschrauber kommen.

Die Einheit wird ohne familiären Anhang die vorher abgezogenen Soldaten ersetzen und Ausbildungs- und Übungsvorhaben in Mittel- und Osteuropa unterstützen. Daher wird die Gesamtzahl der US-Truppen variieren.

Bisher war die Rede von Ansbach-Katterbach und Illesheim als Drehscheibe für Unterstützungen in Mittel- und Osteuropa. Im Schreiben an OB Carda Seidel und Bundestagsabgeordneten Harald Weinberg räumte die Bundesregierung jedoch ein, dass die Kräfte auch „wartungsbedingte Fähigkeitslücken bei den in Katterbach stationierten Hubschraubern kompensieren“ sollen. Das bedeutet nun doch viele Flugstunden zwischen fränkischer Rezat und Aischgrund, so die Bürgerinitiative „Etz langt’s“.

Bürgerinitiative „Etz langt’s“

Laut der Bürgerinitiative soll Ansbach nicht nur als Drehscheibe dienen, sondern ist ein Standort, an dem die US-Armee von laxeren Flugbestimmungen profitiere. So sind die Truppen berechtigt, Überflüge bis nachts um 2 Uhr durchzuführen. Mit insgesamt 136 Hubschraubern ist ein historischer Höchststand erreicht, der „die Gesundheit der Menschen in Westmittelfranken und den Frieden in Europa gefährdet“, so die Bürgerinitiative.

Die Betonung liegt hierbei vor allem auf 24 speziellen Hubschraubern, den „Chinooks“. Diese würden besonders starke Lärm- und Feinstaubemissionen aufweisen. Laut Bundesverteidigungsministerium hängt die Verlegung der Einheiten nach Mittel- oder Osteuropa von den jeweiligen Ausbildungs- und Übungsvorhaben vor Ort ab. Mehr könne man darüber noch nicht sagen.

Chinook (Foto: Alexander Biernoth)

Das Bundesministerium der Verteidigung plane mit den US-Streitkräften den Flugbetrieb so aus, dass „der militärische Überflugbetrieb auf ein unvermeidbares Mindestsmaß beschränkt wird“, so die Bundesregierung. Zudem weise sie in Gesprächen mit der US-Regierung regelmäßig auf die Interessen der umliegenden Gemeinden und ihrer Bewohner hin.

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