Ansbach Plus | 22. August 2017 AN + | 22.08.2017

Schlüsseldienste: Ausgesperrt und abgezockt?

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Überteuerte Rechnungen

Zack und die Tür ist zu, der Schlüssel liegt natürlich in der Wohnung oder steckt innen im Schloss – und schon ist man ausgesperrt! Wenn es nicht zufällig einen Nachbarn gibt, der einen Ersatzschlüssel hat, muss man sich wohl an einen Schlüsseldienst wenden. Aber häufig werden Menschen, die sich aus der warmen Wohnung ausgesperrt haben, vom „Helfer in der Not“ auch noch abgezockt. Am Ende kommt das böse Erwachen: überteuerte Rechnungen, zu hoch berechnete Anfahrten, Abkassieren vor Ort und geplantes Zerstören des Schlossen, nur, um ein neues verkaufen zu können.

Symbolbild Haustür: Pascal Höfig

Schwarze Schafe unterwegs

Am Telefon war noch die Rede von 50 Euro für das Türöffnen, doch plötzlich werden aus den 50 schnell 250 oder gar 500 Euro. Denn Anfahrt, Materialkosten und Kosten für ein neues Schloss kommen natürlich noch dazu. Speziell ausgebildete Handwerker können allerdings in wenigen Minuten fast jedes Türschloss öffnen – ohne dabei das Schloss gleich unbrauchbar zu machen. Doch mittlerweile sind viele schwarze Schafe in der Branche unterwegs und es ist gar nicht so leicht, ein seriöses Unternehmen zu finden.

Sollte beachtet werden

Wie findet man nun einen Schlüsseldienst, dem man auch vertrauen kann? Wir haben mal bei der Rechtsberatung der Handwerkskammer für Unterfranken nachgefragt:

„Bei Dienstleistungen, gerade in Notsituationen, wie beispielsweise dem Verlust des Schlüssels, sollte vor der Inanspruchnahme immer genau nachgefragt werden: Was kostet die Dienstleistung inklusive Anfahrt und Zusatzkosten? Gibt es einen Nachtzuschlag? etc. Denn für Dienstleistungserbringer wie Schlüsseldienste, gilt die Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung. In dieser Verordnung ist festgelegt, welche Informationen ein Dienstleister einem Auftraggeber zu nennen hat. Dazu gehören beispielsweise auch Informationen zur Preisgestaltung“, so die Rechtsabteilung der Handwerkskammer.

Kein geschützter Beruf

Laut Handwerkskammer sollten Verbraucher vorsichtig bei Telefonbuch- und Suchmaschineneinträgen von Schlüsseldiensten sein. Nicht jeder Schlüsseldienst, der angibt, vor Ort zu sein, ist das auch. In einigen Fällen werden regionale Nummern an für ganz Deutschland zuständige Callcenter weitergeleitet.

Für Verbraucher ist außerdem interessant zu wissen, dass „Schlüsseldienst“ kein geschützter Beruf ist, erklärt die Rechtsabteilung der Handwerkskammer. Wer auf regionale Handwerksbetriebe, die diesen Service anbieten, zurückgreift, kann allerdings mit speziell ausgebildeten Handwerkern rechnen.

Unseriöse Dienste melden

Gut zu wissen ist außerdem, dass die Geschäftspraktiken unseriöser Schlüsseldienste bei der Handwerkskammer gemeldet werden können. Den Vorgang gibt die Handwerkskammer dann an die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs Frankfurt am Main e. V. weiter. Diese leitet dann gegebenenfalls weitere Schritte ein.

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