Ansbach Plus | 20. August 2017 AN + | 20.08.2017

Hast Du Angst auf dem Weihnachtsmarkt?

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Hast Du Angst?

Fritzi-Bubi, einer der ältesten und bekanntesten Ansbacher Weihnachtsmarktbudenbesitzer, öffnet heute seinen Glühweinstand, wie an jedem anderen Tag. Doch etwas ist anders, denn am Ausschankfenster seines Standes und auch an vielen anderen Buden hängt eine große schwarze Trauerschleife. Diese Trauer gilt seinen „Kollegen“ in Berlin und den Menschen, die vor zwei Tagen auf unvorstellbar tragische Weise ihr Leben auf einem Weihnachtsmarkt nahe der Gedächtniskirche verloren haben.

Ausdruck der Trauer und des Gedenkens: schwarze Schleife an einem Stand des Ansbacher Weihnachtsmarktes. Foto: Larissa Noack

Erinnerungen an den Anschlag in Ansbach

Nachdem am Montag, den 19.12.2016, ein Sattelschlepper ungebremst auf einen Berliner Weihnachtsmarkt raste und insgesamt zwölf Menschen umkamen, ist auch in den Gesichtern der Ansbacher blankes Entsetzen zu lesen. In diesem Zusammenhang kommen zudem bei einigen Bürgern Ansbachs viele erschütternde Erinnerungen an den Anschlag bei „Ansbach Open“ am 24.07.2016 hoch, bei dem nur mit viel Glück außer dem Attentäter keine weiteren Todesopfer zu beklagen waren. Ist die Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt in Ansbach heute, zwei Tage nach dem Attentat in Berlin, eine andere, als die Tage zuvor?

Sicherheitsvorkehrung nach dem Anschlag in Berlin: ein Polizeibus versperrt den Zugang zum Weihnachtsmarkt in Ansbach. Foto: Larissa NOK

„Wir lassen uns nicht einschüchtern!“

Auf den ersten Blick scheint es so, als sei alles unverändert. Der Weihnachtsmarkt ist gut besucht und die Leute sind ausgelassener Stimmung. Fragt man genauer nach, erhält man dennoch nachdenkliche Antworten. Natürlich ist vielen Ansbachern der Anschlag in Berlin gedanklich präsent, trotzdem fühlen sie sich nicht konkret bedroht. Das liegt zum einen daran, dass die Sicherheitsvorkehrungen der Polizei augenscheinlich noch einmal verstärkt wurden, zum anderen treibt die Menschen wohl durchaus ein gesunder Optimismus. Sie sind der Meinung, dass trotz aller Bemühungen keine hundertprozentige Sicherheit gewährleisten werden kann.

Polizei: zusätzliche Präsenz und Polizeibusse

Laut des Pressesprechers der Polizeiinspektion Ansbach, Herrn Kühnhold, wurden bereits vor dem Berliner Anschlag am Montag die Sicherheitsmaßnahmen im Vergleich zu den letzten Jahren erhöht. Sowohl die zivile, als auch uniformierte Präsenz wurde verstärkt, zudem überarbeitete die Polizeiinspektion zusammen mit der Stadt Ansbach nun ihr Sicherheitskonzept, um maximalen Schutz zu gewährleisten. Als konkrete Reaktion auf den Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt teilte Herr Kühnhold mit, dass sowohl die Polizeipräsenz noch einmal zusätzlich intensiviert, als auch ein Polizeibus nahe der Johanniskirche platziert wurde. Dieser dient als Hindernis, um ein potentielles Tatfahrzeug zu stoppen.

Ohne Panik und Aktionismus

Auf die Frage, ob sich die vermehrte Anwesenheit der Polizei wirklich positiv auf die Besucher auswirkt oder man dadurch vielleicht nur unnötige Beunruhigung stiftet, stellte der Pressesprecher fest: „Der Polizeibus ist für jeden sichtbar, und jeder weiß was passiert ist. Jeder weiß um diese nach wie vor hohe abstrakte Gefahrenlage und das braucht man auch nicht zu verheimlichen. Der muss man sich einfach stellen, ohne Panik und ohne Aktionismus, aber doch konsequent.“

Ansbach hält zusammen

All diese Sicherheitsvorkehrungen werden uns trotzdem niemals vollständigen Schutz bieten können, egal welche öffentliche Veranstaltung wir besuchen. Denn auch wenn die Polizei ihr Bestes gibt, ist es mindestens genauso wichtig, uns untereinander Sicherheit zu vermitteln. Das ist es nämlich, was dem Budenbesitzer Fritzi so am Herzen liegt – Betroffenheit zum Ausdruck zu bringen, zu trauern und trotz aller Ernsthaftigkeit sich nicht unterkriegen zu lassen. Und so sieht man in den Augen der Ansbacher: “Ich habe keine Angst.“

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