Ansbach Plus | 19. August 2017 AN + | 19.08.2017

Ansbacher Rapper – Interview mit Sycess

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„Am Wichtigsten ist es mir, die Menschen zu erreichen!“

Martin Adamski, bekannt unter dem Künstlernamen „Sycess“ ist ein deutscher Rapper, geboren in Neuendettelsau, Ansbach. Im Interview mit Ansbach Plus erklärt der 26-Jährige unter anderem seine Liebe zur Musik, was sein Name für ihn bedeutet und was für die Zukunft geplant ist.

Martin Adamski alias Sycess – Foto: Lightworx photography

Ansbach Plus: Wie bist du zur Musik und zum Rappen gekommen?

Sycess: Ich war schon immer musikalisch angehaucht und habe mich schon als Kind für Musik begeistert. In der Schule hatte ich super Noten, obwohl ich meinen Lehrern nie zuhörte und mich langweilte. Ich habe dann gemalt und Texte geschrieben, mich auf andere Dinge konzentriert. Meine Lehrer nannten mich sogar „Teufelskind“, da gab es einige Probleme. Nach und nach habe mich immer mehr von allem distanziert. Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass das Schreiben mir hilft, meine Erlebnisse zu verarbeiten. Mit meinem damaligen besten Freund habe ich angefangen auf „Amy-Beats“ zu rappen, (amerikanische Instrumentals von bekannten Rappern) um bisschen rum zu probieren. Mit der Zeit sind dann viele Leute um mich herum weggefallen, aber ich habe alleine weiter gemacht und war motiviert, neu anzufangen.

AN+: Hattest du das Ziel, groß raus zu kommen oder stand die Freude an der Musik im Vordergrund?

Sycess: Musik zu machen hat mir schon immer Spaß gemacht und ich hatte eigentlich nie das Ziel, mal groß raus zu kommen oder übermäßig bekannt zu werden. Natürlich haben sich die Ziele mit der Zeit verändert. Am Wichtigsten ist es mir, die Menschen zu erreichen. Ich habe viele Songs mit persönlichen Texten geschrieben und hoffe, dass ich Leuten, die vielleicht Ähnliches durchgemacht haben wie ich, helfen kann, Dinge zu verarbeiten. Das ist der Antrieb, der dahinter steckt.

AN+: Den Künstlernamen „Sycess“ hast du dir erst später zugelegt. Was bedeutet er für dich?

Sycess: Genau, in der Anfangszeit hatte ich den Künstlernamen „DARKMIN“, welcher so gesehen keine spezielle Bedeutung hatte. Zu dieser Zeit kam immer mehr Stress mit meinen Produzenten auf, weswegen ich mit dem Thema einfach abschließen und alles selbst probieren wollte. „Sycess“ leitet sich von dem Wort „Kess“ ab, was so viel bedeutet, wie „vorlaut und unbekümmert sein“. Mit dem Namen will ich die Aufforderung „Sei Kess!“ ausdrücken. Danach hab ich mir den Namen auch gleich als Tattoo stechen lassen, damit er bleibt – und es kommen noch mehr dazu!

AN+: Wie vereinst du die zeitaufwendige Arbeit deiner Musik mit Arbeit und Familie?

Sycess: Ich habe viel in der Nacht gearbeitet, das heißt bis auf Schlaf, musste ich auf nichts verzichten. Klar ist es sehr viel Arbeit, ich betreibe die Social Media Kanäle (Facebook, Instagram, Twitter, YouTube, Website) alle selbst, produziere meine Videos allein und schneide meine Musik ohne Hilfe. Ich mag es sehr, alleine zu arbeiten, so bin ich für mich selbst verantwortlich und kann niemandem einen Vorwurf machen. Seit ich vermehrt auf Professionalität setze, ist es natürlich nicht weniger geworden, allerdings stresse ich mich da nicht rein, sondern lasse mir einfach Zeit, wenn es nicht anders geht. Deshalb verzögert sich auch die ein oder andere Veröffentlichung. Da ich aber außer der Musik keine anderen Hobbys habe, stört mich das nicht. Meine Familie unterstützt mich hierbei auch sehr.

AN+: Hast du ein Werk, auf das du besonders Stolz bist?

Sycess: Im Moment setzte ich sehr viel auf mein Debüt-Album, das nächstes Jahr erscheint und überwiegend von Robbster Music produziert wird. Davon abgesehen bin ich stolz auf „Alles Grau“. Darin geht es um meine Schulzeit und die Geschehnisse. Das ist schon ein sehr wichtiger Song für mich.

AN+: Du bist am 3.12.16 auf dem Bergfestival in Österreich aufgetreten, neben Größen wie Alligatoah und vielen mehr. Wie war das für dich?

Sycess: Abgesehen von einer Benefiz-Veranstaltung 2012 war das Bergfestival einer meiner größten Auftritte. Im großen und ganzen lief es ganz gut, wobei ich sagen muss, dass der Veranstalter es besser hätte planen können. Auf dem Festival wurde überwiegend Rock gespielt, weswegen es für mich zunächst schwierig war, die Masse mitzuziehen. Es gab zwar ein paar wenige Hip Hop Auftritte, allerdings waren die verstreut und nicht nacheinander angesetzt. Kurz vorm Auftritt habe ich dann noch umgeplant und mit dem DJ entschieden, ein paar Songs raus zu lassen, um den Übergang von Rock auf Rapp geschmeidiger zu gestalten. Ab dem dritten Song lief es dann aber gut.

AN+: Wie gehst du mit Rückschlägen um?

Sycess: Wenn es einmal nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle, lass ich das nicht so nah an mich heran kommen. Die Dinge brauchen ihre Zeit und für mich ist Musik einfach nur da, um zu helfen. Wenn ein Rückschlag kommt, verarbeite ich den im nächsten Song.

AN+: Was sind deine nächsten Schritte?

Sycess: Dieses Jahr habe ich noch einen Auftritt im E-Werk in Erlangen und danach werde ich mich komplett auf mein neues Album und EP konzentrieren, die im Frühjahr erscheinen. Eigentlich war das Album schon für dieses Jahr angesetzt, allerdings hat sich das durch persönliche Schicksalsschläge verzögert. Außerdem werde ich nächstes Jahr zusammen mit Meltem wieder einige Songs machen und mit Lys Jane und Silva werde ich mit Sicherheit auch nochmals zusammen arbeiten.

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