Ansbach Plus | 18. August 2017 AN + | 18.08.2017

Erklärung der Oberbürgermeisterin im Nachgang zum Bombenattentat am 24. Juli 2016

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Oberbuergermeisterin Carda Seidel

Oberbürgermeisterin Carda Seidel – Quelle: Stadt Ansbach

 

Liebe Ansbacherinnen und Ansbacher,

die schrecklichen Ereignisse des letzten Sonntags haben Ansbach erschüttert und wir sind alle sehr erschrocken, dass eine solche Tat auch in unserer Stadt geschehen konnte. Tatsächlich hat uns der Bombenanschlag an einer sehr empfindlichen Stelle getroffen – unserer Unbekümmertheit, mit der wir uns ganz selbstverständlich frei und sicher im öffentlichen Raum bewegen. Stück für Stück kehren wir nun zur Normalität zurück.

Tröstlich war, dass wir trotz allem auch viel Gutes erfahren haben. So haben die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen bei Ansbach Open dazu beigetragen, Schlimmeres zu verhindern, da der Täter eben nicht in die Veranstaltung gelangen konnte. Das beherzte und besonnene Handeln der Sicherheitskräfte, des Personals des Veranstalters, unserer städtischen Mitarbeiter und der Band sorgten dafür, dass 2000 Menschen in kürzester Zeit geordnet und ohne Panik aus der Reitbahn gelangen konnten. Wie schon in anderen Notfällen konnten wir uns auch am Sonntag absolut auf die Integrierte Leitstelle und alle Einsatzkräfte, Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei, verlassen, die rasch und bestens koordiniert handelten. Die Verletzten wurden schnellstens erstversorgt und in die Krankenhäuser transportiert, die Gefahrenstellen gesichert und Hilfe geleistet, wo notwendig. All den Menschen, die uns hier zur Seite gestanden haben, von Herzen Dank und unsere allergrößte Anerkennung! Den Verletzten wünschen wir eine schnelle und umfassende Genesung!

Vielfach wurde ich gefragt, was passiert jetzt ganz praktisch? Nächste Woche werden wir uns mit allen örtlichen Beteiligten zusammensetzen und das Geschehene gemeinsam analysieren sowie mögliche Schlüsse für die Zukunft ziehen. Zudem werden wir die aktuellen Sicherheitskonzepte für Veranstaltungen überprüfen und, wenn nötig, weitere Ergänzungen vornehmen. Für die zahlreichen Ehrenamtlichen, die sich aktuell in hervorragender Weise für die Flüchtlinge engagieren, bieten wir ebenfalls in der nächsten Woche einen Austausch an, um Fragen zu beantworten, Unterstützung zu leisten und mehr über deren aktuelle Bedürfnisse zu erfahren. Ein Gespräch mit den Koordinatoren der hauptamtlichen Betreuungskräfte fand bereits statt. Darüber hinaus werden wir die Flüchtlinge zeitnah über die Ereignisse im Einzelnen informieren, auch hier Fragen beantworten, Ängste nehmen, aber auch um deren aktive Unterstützung bitten, damit radikale oder gewalttätige Tendenzen gar nicht erst entstehen können.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, in den vergangenen Monaten und Jahren haben wir in Ansbach insbesondere auch mit Hilfe eines vielfältigen und hervorragenden ehrenamtlichen Engagements für die Menschen gesorgt, die aus Krisen- und Kriegsgebieten zu uns gekommen sind und Schutz und Hilfe bei uns suchen. Wir haben eine vorbildliche Willkommenskultur. Darauf dürfen wir stolz sein. Zudem legen wir mit zahlreichen Projekten, wie z.B. „ANkommen in Ansbach“ oder dem „Ansbach-Pakt“ und ganz vielen weiteren Angeboten die Basis für eine gelingende Integration in Gesellschaft, Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Gleichzeitig machen wir aber auch deutlich, dass Integration ein Prozess ist, der nur gelingen kann, wenn beide Seiten das Ihre dazu beitragen und sich die Menschen, die in unserer Mitte leben wollen, an unsere Gesetze und gesellschaftlichen Regeln halten. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg und ich danke Ihnen, liebe Ansbacherinnen und Ansbacher, ganz herzlich dafür, dass gerade in den letzten Tage durch viele Ihrer Äußerungen deutlich wurde, dass Sie sich von der schrecklichen Tat eines einzelnen Mannes nicht beirren lassen. Lassen Sie uns also den eingeschlagenen Kurs in Sachen Willkommenskultur und Integration fortsetzen und so gemeinsam die Herausforderungen meistern.

Ihre

Carda Seidel

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