Ansbach Plus | 20. August 2017 AN + | 20.08.2017

So sollte man sich während eines Anschlags verhalten

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Pfefferspray und Co. – was ist legal?

Wegrennen, laut um Hilfe schreien oder sich wehren? Während eines Anschlags, wie in Ansbach oder auch beim Würzburger Zugattentäter, geht alles sehr schnell. Zeit zum Überlegen, wie man sich am besten verhält, gibt es meist nicht. Welche Tricks man anwenden kann und welche Schutzmöglichkeiten es gibt, erklärt Stefan Kern, der  Inhaber von SK 1 Team Security .

Stefan Kern von SK 1 Security

Stefan Kern von SK 1 Team Security – Foto: privat

Ansbach Plus: Bei einem Anschlag bricht oft Panik aus und alles passiert sehr schnell. Gibt es dennoch Tricks oder Maßnahmen, mit denen man sich schützen kann?

Stefan Kern: Bei einem Bombenanschlag, wie den in Ansbach, ist es eigentlich unmöglich sich im Vorfeld zu schützen. Wenn sich eine Person zum Beispiel auf einer Großveranstaltung komisch verhält, sollte am besten dem Sicherheitspersonal Bescheid geben werden oder im schlimmsten Fall sofort die 110 wählen. Kommt es tatsächlich zum Anschlag, ist das wichtigste nicht in Panik zu verfallen, auch wenn das schwer klingt. Von Filmaufnahmen und Fotos während der Tat, rate ich strikt ab. Das Gelände sollte ruhig und zügig verlassen werden, da es bei einer großen Fluchtreaktion sonst schnell Verletzte geben kann.

A+: Wie sieht es mit einem Messerangriff aus?

Stefan: Gegen Messer und andere Waffen kann man sich schon wehren. Mit einem festen Schlag kann die Waffe aus der Hand geschlagen werden. Am besten ist es natürlich, wenn man einen Stock, Zeitung oder ähnliches zur Hand hat. Das muss man sich als Einzelperson natürlich erstmal trauen und ist nicht in jeder Situation möglich. Wer in einer Gruppe unterwegs ist, hat es da einfacher. Die Gruppe kann dann gemeinsam auf den Täter losgehen. So steigen die Chancen ihn überwältigen zu können. Wer wegrennen kann, der soll rennen. Ist man aber beispielsweise in einem Zugabteil, wie beim Attentat in Würzburg, eingesperrt, ist Nichtstun das schlechteste, was man machen kann.

A+: Was hälst du von Pfefferspray oder anderen Utensilien, die man zum Schutz bei sich tragen kann?

Stefan: Es muss zwischen Pfefferspray und Tierabwehrspray unterschieden werden. Letzteres ist für alle Altersklassen legal, da Pfeffersprays mit dieser Aufschrift nicht unter das Waffengesetz fallen. Tierabwehrspray mit Schaum oder Gel ist sehr effektiv. Allerdings handelt es sich um ein Spray gegen Tiere, nicht gegen Menschen. So etwas darf nur im absoluten Notfall eingesetzt werden. Wer nicht in Notwehr handelt, kann selbst wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt werden. Laute Trillerpfeifen sind eine gute Möglichkeit, um einen Angreifer abzuschrecken. Auch ein Kubotan ist ist im Ernstfall nützlich. Es handelt sich dabei um einen Stift, der zur Selbstverteidigung genutzt werden kann. Der Vorteil dabei ist, dass sich die ganze Kraft beim Aufschlag in einen Punkt zentriert. Ein Kubotan fällt nicht unter das Waffengesetz und ist legal. Natürlich sollte das Schutzmittel trotzdem nur im Notfall eingesetzt werden.

A+: Und was ist mit Selbstverteidigungskursen? Helfen die im Ernstfall?

Stefan: Ja solche sind zu empfehlen, allerdings muss man hierbei unterscheiden. Normale Kampfsportarten sind nicht für die Straße geeignet. Diese werden unter fairen Bedingungen gelernt und man braucht Jahre, bis man die Bewegungen beherrscht. Ein richtiger Selbstverteidigungskurs lernt zum Beispiel Tricks, wie man jemanden ein Messer aus der Hand schlägt, so etwas eignet sich auch für einen Angriff in der Realität.

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