Ansbach Plus | 21. August 2017 AN + | 21.08.2017

Terror in Würzburg: was ist ein SEK?

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SEK zufällig in Würzburg

“Ich bin seitens der Staatsanwaltschaft froh, dass SEK-Beamte in diese Situation geraten sind. Wenn ein “normaler” Streifenpolizeibeamter in diese Situation gekommen wäre, hätte es möglicherweise ganz anders ausgehen können.”

Bardo Backert, Leitender Oberstaatsanwalt Staatsanwaltschaft Bamberg
Bardo Backert, Leitender Oberstaatsanwalt Staatsanwaltschaft Bamberg

Das hatte der Oberstaatsanwalt Bardo Bakert zum Schusswaffengebrauch der Beamten eines Spezialeinsatzkommandos nach der Terrorattacke in Würzburg gesagt.

Die Spezialeinheit hatte zufällig einen Einsatz in Würzburg, den Sie wegen dem Angriff auf mehrere Personen in einem Regionalzug und der Attacke auf eine Spaziergängerin bei Heidingsfeld, abgebrochen hatte, um bei der Suche und Festnahme des Täters zu unterstützen.

In Gebüsch lokalisiert

Zwei SEK-Beamte hatten den Angreifer in einem Gebüsch am Mainufer lokalisiert und feuerten mehrmals als dieser aus etwa 1,5 Metern Entfernung mit Axt und Messer auf die Polizisten losging. Mindestens vier Schüsse hatten sie abgegeben. Einer davon traf den Täter in die Stirn.

Nach aktuellen Ermittlungen, geht die Staatsanwaltschaft, sowie das Landeskriminalamt von einem berechtigten Einsatz der Schusswaffe aus.

Doch was genau ist ein “SEK”?

Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) ist eine Spezialeinheit der Polizei, die angefordert werden, wenn es eine “besondere Gefährdungslage” gibt. SEK-Beamte sind für Terrorismusbekämpfung, Geiselbefreiung und Festnahmen ausgebildet, bei denen ein hohes Gewaltpotential des Täters zu befürchten ist.

Sie kommen, wenn es keinen anderen Ausweg gibt und lösen grundsätzlich immer die Lage. Nach ihnen kommt keiner mehr, der die Situation retten könnte.

Chronik zu den Ereignissen in Würzburg

Ein Großteil der alltäglichen SEK-Einsätze macht die Vollstreckung von Haftbefehlen, die Verhinderung von Suizidversuchen oder die Begleitung von Gefangenentransporten aus. Auch Razzien im Bereich der organisierten Kriminalität und der Schutz von Personen im Zeugenschutz-Programm, gehört zum Aufgabengebiet.

SEK-Beamte nach einem Einsatz in der FranziskaneSEK-Beamte nach einem Einsatz in der Franziskanergasse - Foto: Pascal Höfigrgasse - Foto: Pascal Höfig
SEK-Beamte nach einem Einsatz in der Franziskanergasse – Foto: Pascal Höfig

In Bayern existiert eine Einheiten die in Nürnberg stationiert ist und bei Bedarf angefordert wird. Auch die Kräfte aus Hessen, mit Stützpunkt in Frankfurt, kommen in unserem Raum zum Einsatz.

Seit der Gründung der Spezialeinsatzkommandos (früher auch Sondereinsatzkommando) in den frühen 1970er Jahren, haben die Einheiten mehrere tausend Einsätze bewältigt. Nur selten müssen die Kräfte Ihre Schusswaffe auch benutzen. Pro Bundesland hatte keine Einheit mehr als zehn Einsätze mit der Schusswaffe gegen Menschen.

Finaler Rettungsschuss

Die Beamten sind dazu befugt einen sogenannten “Finalen Rettungsschuss” abzugeben. Allerdings nur, wenn die Situation keine anderen Mittel zulässt und zur Abwendung einer akuten Gefahr für Leib oder Leben besteht.

Wörtlich heißt es: “Ein Schuss, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tödlich wirken wird, ist nur zulässig, wenn er das einzige Mittel zur Abwehr einer gegenwärtigen Lebensgefahr oder der gegenwärtigen Gefahr einer schwerwiegenden Verletzung der körperlichen Unversehrtheit ist.”

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