Ansbach Plus | 20. August 2017 AN + | 20.08.2017

Terroranschlag in Würzburg – Chronik der Ereignisse

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Vor der Tat

  • 17-Jähriger, mutmaßlicher Afghane und Flüchtling erfährt nach Auskunft der Staatsanwaltschaft am Samstag (16.07.2016), dass sein Freund in Afghanistan ums Leben gekommen sei
  • Er fasst den Entschluss, ihm völlig unbekannte Menschen zu töten, als Racheakt gegen Ungläubige
Die Regionalbahn kam bei Heidingsfeld zum Stehen - Foto: Pascal Höfig

Die Regionalbahn kam bei Heidingsfeld durch einen Nothalt zum Stehen – Foto: Pascal Höfig

Montag, 18.07.2016

Tatort: Regionalbahn RB 58130

  • 20:57 Uhr – 17-Jähriger Flüchtling steigt in Ochsenfurt in die aus Treuchtlingen kommende Regionalbahn RB 58130 Richtung Würzburg ein, in seinem Rucksack versteckt er Axt und Messer
  • Er trifft auf eine Mitarbeiterin seiner ehemaligen Asylunterkunft in Ochsenfurt und begibt sich anschließend in ein anderes Zugabteil
  • Er geht auf die Toilette, bewaffnet sich mit einer Axt und begibt sich in das Zugabteil, in welchem sich die späteren Opfer befinden.
  • Er greift eine Famillie aus Hongkong an, die sich derzeit auf Urlaub in Deutschland aufhalten. Er attackiert auf brutalste Art und Weise die Opfer. Diese erleiden schwerste Kopf- und Körperverletzungen.
  • Täter ruft während dem Angriff „Allahu Akbar“ (Gott ist groß)
  • Mitarbeiterin der Asylunterkunft Ochsenfurt wird auf Geschrei der Opfer aufmerksam und ruft Polizei an
Bekenner-Video zum Terroranschlag in Würzburg am 18.07.2016 – Foto: Twitter

Bekenner-Video zum Terroranschlag in Würzburg am 18.07.2016 – Foto: Twitter

Tatort: Würzburg-Heidingsfeld

  • 21:13 Uhr – Notruf geht bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken ein, Polizei erhält konkrete Informationen zur Tat und kann durch das Telefon deutlich den „Allahu Akbar“ Ruf vernehmen
  • Rettungsmaßnahmen und Polizeieinsatz läuft unverzüglich an, alle zur verfügbaren Kräfte kommen zum Einsatz
  • Mitreisender der Regionalbahn zieht Notbremse, Bahn kommt in Würzburg-Heidingsfeld zum Stehen
  • zur gleichen Zeit findet ein anderer Einsatz des SEK statt, dieser wird abgebrochen und Einsatzkräfte werden nach Würzburg-Heidingsfeld verlagert
  • Täter flieht aus der Bahn und ergreift die Flucht entlang der Mainwiesen
  • Täter trifft auf eine Spaziergängerin mit Freundin, greift diese erst von hinten an und schlägt ihr dann mit der Axt ein paar Mal kraftvoll ins Gesicht
  • Das Opfer, eine städtische Angestellte der Stadt Würzburg, erleidet lebensgefährliche Verletzungen
Aus diesen Büschen am Mainufer heraus, griff der 17-Jährige die Polizisten an, bevor er erschossen wurde - Foto: Pascal Höfig

Aus diesen Büschen am Mainufer heraus, griff der 17-Jährige die Polizisten an, bevor er erschossen wurde – Foto: Pascal Höfig

Tatort: Festnahmeort 

  • 21:55 Uhr – Täter wird auf der weiteren Flucht vom SEK in den Mainauen gesichtet. Der Täter versteckt sich und greift plötzlich aus einem Gebüsch hervorspringend die Beamten an. Diese erschießen den Täter.
  • Die Verletzten werden in die Uniklinik nach Würzburg transportiert und behandelt, zwei schweben in Lebensgefahr

14 unter Schock stehende Zugpassagiere werden in der s.Oliver Arena in Würzburg behandelt und psychologisch betreut.

Dienstag, 19.07.2016

  • Zimmer des Täters in der Wohnung der Pflegeeltern in Ochsenfurt wird noch in der Nacht durchsucht
  • Gefunden wird ein Block mit einer Zeichnung des Symbols des Islamischen Staates & verschiedene Texte in arabischer und lateinischer Schrift
  • Text beinhaltet Abschiedsbrief und Rachepläne gegenüber Ungläubige
  • 10:45 Uhr – die dem IS nahestehende Nachrichtenagentur „Amaq News Agency“ meldet, dass der IS das 1. Attentat auf deutschem Boden für sich beansprucht: „Inside Source to Amaq Agency: Individual who carried out the axe attack in Germany was a soldier of the Islamic State who executed the operation in response to calls to target nations in the coalition fighting the islamic State“.
  • Verletze Personen werden im Uniklinikum Würzburg behandelt
  • Ermittler versuchen mit Hilfe von Personenspürhunden den Tathergang nachzuvollziehen
  • 16:00 Uhr – Pressekonferenz in Würzburg zu den aktuellen Erkenntnissen mit Bayrischem Landeskriminalamt, Polizeipräsidium Unterfranken, Staatsanwaltschaft Würzburg sowie Staatsanwaltschaft Bamberg
  • 16:00 Uhr – Bekennervideo des mutmaßlichen Axt-Täters aus Würzburg taucht auf
Der Kriminaldirektor des bayer. Lkw Lothar Köhler mit dem Abschschiedsbrief - Foto: Pascal Höfig

Der Kriminaldirektor des bayer. Lkw Lothar Köhler mit dem Abschschiedsbrief – Foto: Pascal Höfig

Mittwoch, 20. Juli

  • Der Zustand der in der Uniklinik Würzburg liegenden Schwerverletzten ist weiterhin lebensbedrohlich

Infos zum Täter

  • 17-Jähriger Flüchtling, mutmaßlich aus Afghanistan
  • 30. Juni 2015: Als einreisender Flüchtling in Passau registriert
  • Wurde in Ochsenfurt in einer Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht
  • März 2016: Aufenthaltsbestätigung erhalten
  • Seit 2 Wochen wohnte der Täter bei einer Pflegefamilie in Ochsenfurt.
  • Täter polizeilich gesehen bislang völlig unauffällig
  • Sozialen Netzwerke des Täters geben keine Hinweise auf islamistisch-extremistische Einstellung, lediglich vor 24 Stunden auffällige Äußerung

Infos zu den Opfern

  • Bei 4 der Opfer handelt es sich um eine chinesische Familie, die auf der Fahrt von Rothenburg o. T. nach Würzburg waren
  • Bei der Spaziergängerin, die ebenfalls angegriffen wurde, handelt es sich nach Auskunft des Oberbürgermeisters um eine Mitarbeiterin der Stadt Würzburg

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