Ansbach Plus | 17. August 2017 AN + | 17.08.2017

Nach Amoklauf: ISIS-Flagge im Zimmer des Attentäters gefunden

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Axt-Attacke im Zug

Wie bereits berichtet, hat ein Jugendlicher hat am Montagabend in einem Regionalexpress Passagiere mit einer Axt und einem Messer angegriffen. Mehrere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter, ein 17-jähriger Afghane, der zunächst flüchtig war, wurde von Einsatzkräften eines Spezialeinsatzkommandos erschossen.

ISIS-Flagge gefunden

Innenminister Joachim Hermann bestätigte heute Morgen, daß im Zimmer des 17-Jährigen afghanischen Flüchtlings eine handgemalte Flagge des sogenannten Islamischen Staates gefunden worden sei. Der Afghane hatte seit knapp zwei Wochen bei Pflegeeltern in Ochsenfurt gelebt und ist vor zwei Jahren als unbegleiteter Flüchtling nach Deutschland gekommen. Bereits gestern hatte der Innenminister Zeugenaussagen bestätigt, wonach der Jugendliche bei seiner Axt-Attacke „Allahu Akbar“ gerufen haben soll.  Laut Hermann werde derzeit geprüft, ob sich die Hiwneise auf ein islamistisches Motiv erhärten lassen. Die Polizei geht davon aus, daß er als Einzeltäter gehandelt habe. Das bayerische Landeskriminalamt (LKA) hat die Ermittlungen übernommen.

17-jähriger Afghane erschossen

Kurz vor 21.15 Uhr waren bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken mehrere Mitteilungen eingegangen, dass eine männliche Person mehrere Zuginsassen in dem Regionalexpress, auf der Fahrt von Treuchtlingen nach Würzburg, angreifen würde.

Hier wurde der Täter erschossen - An den „Mainauen“ parallel zur Winterhäuser Straße in Heidingsfeld - hinter einer Lagerhalle - Foto: Pascal Höfig
Hier wurde der Täter erschossen – An den „Mainauen“ parallel zur Winterhäuser Straße in Heidingsfeld – hinter einer Lagerhalle – Foto: Pascal Höfig

Nachdem der Zug im Würzburger Stadtteil Heidingsfeld zum Stillstand gekommen war, flüchtete der Angreifer zunächst zu Fuß. Der Tatverdächtige wurde von den Einsatzkräften im Bereich des Mains lokalisiert.  Als der 17-jährige Afghane die eingesetzten Beamten ebenfalls angriff, wurde er durch mehrere Schüsse aus deren Dienstwaffen getötet.

Schwerverletzte Personen

Im Einsatz befanden sich ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Laut gemeinsamer Presseerklärung von Polizeipräsidium Unterfranken und Staatsanwaltschaft Würzburg von heute, 19. Juli 2016, 2.18 Uhr, wurden mindestens fünf Personen verletzt, vier davon schwer. Weitere Passagiere stehen unter Schock. Laut Aussagen von Innenminister Hermann heute morgen schweben zwei der vier Schwerverletzten noch in Lebensgefahr.

Alle Hintergründe der Tat sowie der Tatverlauf im Einzelnen sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen, die aktuell von der Kriminalpolizei Würzburg in enger Abstimmung mit dem Bayerischen Landeskriminalamt und der Staatsanwaltschaft Würzburg geführt werden und noch andauern.

OB Christian Schuchardt zum Amoklauf

Der Würzburger Oberbürgermeister Christian Schuchardt, der den Abend direkt vor Ort im Lagezentrum war, zeigt sich erschüttert über den Amoklauf am Montagabend. “Ich bin entsetzt über diese schreckliche Gewalttat. Ich fühle mit den Opfern und auch den Mitreisenden, die bei dieser Wahnsinnstat an Leib und Seele schwere Verletzungen erlitten haben. Ich denke auch an die Angehörigen – ich hoffe und bange mit ihnen! Wir alle sind in tiefer Sorge an Ihrer Seite und wollen niemanden
allein lassen. Über die Hintergründe der Tat sollte nicht spekuliert werden, bis wir gesicherte Tatsachen haben. Mein ausdrücklicher Dank gilt allen Einsatzkräften und Helfern, die heute Nacht im Einsatz waren. Ich habe größten Respekt vor dem, was hier geleistet wurde und bin froh, dass so schnell reagiert werden konnte.”

Artikel beruht teilweise auf einer gemeinsamen Presseerklärung von Polizeipräsidium Unterfranken und Staatsanwaltschaft Würzburg.

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