Ansbach Plus | 16. August 2017 AN + | 16.08.2017

Zuckerfest – So nimmt das Hungern ein Ende

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Ein Gastbeitrag

Der Fastenmonat ist vorbei

Vor genau einem Monat habe ich den Beitrag über Ramadan, den Fastenmonat für Muslime, geschrieben. Heute geht dieser schöne, aber gleichzeitig auch anstrengende Monat zu Ende und es ist Zuckerfest! Was das bedeutet? Zucker-Würfel-Wettessen, wie meine Arbeitskollegen dachten auf jeden Fall nicht.

Ramadan – mit leerem Magen durch den Tag

Neben der Tatsache, dass wir ab heute wieder zu jeder Tageszeit essen können, feiert man das Fest an drei “Feiertagen”. Wirkliche Feiertage sind diese nicht, wenn man hier lebt. Der Alltag bleibt meist Alltag. Trotzdem freue ich mich, wie ein Kind auf den Tag, an dem das Essen und Trinken wieder erlaubt ist. Und natürlich lassen wir auch in Würzburg Festtagsstimmung aufkommen. Und das nicht nur mit Süßigkeiten.

Symbolbild Süßigkeiten. Foto: Pascal Höfig

Symbolbild Süßigkeiten. Foto: Pascal Höfig

Mit dem Festgebet geht’s los

Der Tag beginnt für die Männer mit dem Festgebet zur frühen Stunde. Der Rest der Familie macht sich in dieser Zeit hübsch. Kinder stehen an dem Tag – auch wenn sie eigentlich gar nicht fasten – im Mittelpunkt. Sie werden mit süßen Leckereien beschenkt und bekommen Geld. Das Zuckerfest ist einer der wichtigsten muslimischen Feiertage. Dieser Tag steht im Zeichen der Familie,  Freundschaft und der Versöhnung. Streit und Feindschaften untereinander müssen also aus dem Leben geräumt werden. Dafür ist am Zuckerfest kein Platz.

Bonbons, Pralinen & türkische Desserts

Als ich noch klein war, sind wir an diesem Tag zu meiner Oma nach Kitzingen gefahren. Dort traf sich die ganze Familie. Und damit meine ich wirklich die GANZE. Es quetschten sich bestimmt 30 bis 40 Personen in das Mini-Wohnzimmer. Von Onkel bis Groß-Cousin, von jung bis alt. Überall gab’s Bonbons, Pralinen und natürlich frischgemachte türkische Desserts zu naschen. Frauen wurden mit riesigen Blumensträußen beschenkt. Seit meine Großeltern das Zuckerfest in der Türkei feiern, sieht es bei uns ein bisschen anders aus.

Traditionelles Frühstück

Seit einigen Jahren bleiben wir (meine Familie und ich) am Zuckerfest hier in Würzburg und gehen jedes Jahr auf’s neue zusammen frühstücken. Nach einem ganzen Fastenmonat, ist es ein absolutes Highlight, wenn man morgens plötzlich wieder einen Cappuccino genießen darf. Gleichzeitig ist es aber auch total ungewohnt wieder zu essen. Mir passiert es oft, dass ich zwei mal darüber nachdenken muss, um sicherzugehen, dass ich auch wirklich in dieses oder jenes Stück Schokolade beißen darf.

Vorsicht langsam!

Viele denken, wir würden an diesem Tag erstmal so richtig reinhauen. Doch man muss aufpassen und sich Schritt für Schritt an das Essen gewöhnen. Durch das Fasten verlangsamt die Verdauung meistens. Wenn man dann am Zuckerfest zu viel isst, ist der Körper etwas überfordert und man fühlt sich unwohl. Heute Abend gehen wir dann übrigens noch einmal gemeinsam essen. Fränkisch. Wie es sich in Würzburg nun mal gehört

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen  – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@ansbachplus.de

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