Ansbach Plus | 24. August 2017 AN + | 24.08.2017

Kliniken kooperieren bei der Herzkatheterbereitschaft

Bereitschaftsdienste zwischen Ansbach, Rothenburg und Neuendettelesau aufgeteilt

Die Chefärzte der kardiologischen Kliniken in Ansbach und Rothenburg, Privatdozent (PD) Dr. Christian Wacker, sowie der Clinic Neuendettelsau, Dr. Marcus Pirot, haben sich für eine abgestimmte Herzkatheterbereitschaft im gesamten Landkreis Ansbach ausgesprochen.

Grundlage dieser Empfehlung ist eine sorgfältige Analyse der Herzinfarktpatienten, die sich einer notfallmäßigen Herzkatheteruntersuchung unterziehen müssen. Seit 1. Juli werden die Bereitschaftsdienste der Herzkatheterlabore an den Wochenenden zwischen den Kliniken aufgeteilt. Im Wechsel übernehmen das Klinikum Ansbach einerseits sowie die Klinik Rothenburg und die Clinic Neuendettelsau andererseits den Bereitschaftsdienst. Die Dienstbereitschaft beginnt jeweils am Freitag um 16.30 Uhr und endet am Montag um 8 Uhr.

Durch die abgestimmte Herzkatheterbereitschaft zwischen ANregiomed und der Clinic Neuendettelsau werden die Vorgaben der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie problemlos für den gesamten Landkreis erreicht.

Durch die abgestimmte Herzkatheterbereitschaft zwischen ANregiomed und der Diakonie Neuendettelsau werden die Vorgaben der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie problemlos für den gesamten Landkreis erreicht. – Foto: ANregiomed

Für die Patienten bestehe bei der Kooperation kein Risiko

Deren aktuelle Leitlinien schreiben ein maximal 90-minütiges Zeitfenster vom medizinischen Erstkontakt bis zum Beginn der Behandlung im Herzkatheterlabor vor.
Nach den Ausführungen von PD Dr. Christian Wacker, der die kardiologischen Abteilungen der ANregiomed-Kliniken leitet, ist innerhalb der Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Herzinfarktnetzwerke das Konzept mit an den Wochenenden alternierenden Bereitschaften anhand der konkreten Situation im Landkreis Ansbach besprochen worden. Aus deren Sicht ist das Konzept problemlos umsetzbar und ohne Risiko für Patienten.

Rettungsfahrzeuge und Krankenhäuser mit „LIFENET“ vernetzt

Unterstützend steht ab sofort flächendeckend im Landkreis eine neue Technologie zur Verfügung: Bereits 2014 hat das Bayerische Rote Kreuz die Rettungsfahrzeuge der am bayerischen Rettungsdienst beteiligten Hilfsorganisationen mit EKG-Geräten des Herstellers Physio-Control ausgerüstet. Die Übertragungsoption ermöglicht den Anschluss an ein bayernweites Telemedizinsystem, das bereits in vielen bayerischen Kliniken verwendet wird. Über ein zusätzliches Modul ist auch der Rettungshubschrauber Christoph 65 an das System angeschlossen.

„LIFENET“ ermöglicht Notarzt und Rettungsdienstpersonal, das EKG eines Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt bereits im Voraus an das Zielkrankenhaus zu übertragen. Dort können sofort die entsprechenden Fachkräfte alarmiert und die erforderlichen Behandlungsschritte noch vor Eintreffen des Patienten vorbereitet werden. Die Clinic Neuendettelsau ist bereits seit 2015 an das LIFENET-System angeschlossen, nach einem ausführlichen Testlauf im Juni 2016 ab sofort auch die Kliniken Ansbach und Rothenburg.

Patientensicherheit ist und bleibt größtes Ziel

Von dem System profitieren zukünftig die etwa 50 Patienten, die jährlich am Wochenende eine notfallmäßige Herzkatheteruntersuchung in Neuendettelsau, Ansbach oder Rothenburg benötigen. Dr. Wacker: „Durchschnittlich kommt am Wochenende pro Monat jeweils ein Patient mit einem Herzinfarkt, der einer sofortigen Behandlung im Herzkatheterlabor bedarf, in die Klinik Rothenburg und einer ins Klinikum Ansbach. Darüber hinaus werden auch Patienten mit weniger gefährlichen Formen des akuten Koronarsyndroms, bei denen das Zeitfenster zur Behandlung nach internationalen Leitlinien bis zu 72 Stunden beträgt, sofort optimal versorgt.“

Dr. Marcus Pirot, Chefarzt der Kardiologie in der Clinic Neuendettelsau, versichert: „Selbstverständlich ist für eine optimale Verteilung der Patienten gesorgt. Wer dringlich eine Katheteruntersuchung braucht, wird zu jeder Zeit im Landkreis in der diensthabenden Klinik sofort behandelt. Die Patientensicherheit ist und bleibt unser größtes Ziel.“ Das Vorhaben ist zunächst für ein halbes Jahr als Testlauf vorgesehen.

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