Ansbach Plus | 22. August 2017 AN + | 22.08.2017

OLA |ÖPNV-Städtevergleich: Ansbach ist Schlusslicht beim Preis-Leistungsverhältnis

Die Einreicherinnen und Einreicher des Bürgerbegehrens für einen attraktiven ÖPNV in Ansbach, Judith Hoppe (Vorsitzende des Behindertenbeirats), Wolfdieter Fuchs (verkehrspolitischer Sprecher des Seniorenbeirats), Villy Wiegel (Vorsitzende des Integrationsbeirats), Milan Schildbach (Sprecher des Jugendrats), Tobias Pape (Vorstandsmitglied Bund Naturschutz, Kreisgruppe Ansbach) und Prof. Dr. Astrid von Blumenthal (Vorsitzende Elternbeirat Gymnasium Carolinum) haben jetzt einen ÖPNV-Städtevergleich präsentiert. Ergebnis: Ansbach ist Schlusslicht beim Preis-Leistungsverhältnis im Busverkehr.

 Dabei wurde die Angebotsqualität derjenigen Städte im VGN analysiert, die die gleiche Tarifstufe (D) wie Ansbach aufweisen. So fahren in Bamberg (72.000 Einwohner) bis 0.30 Uhr Busse, am Wochenende sogar darüber hinaus. Zu den Stoßzeiten existiert ein 10-Minuten-Takt. In Bayreuth (71.000 Einwohner) ist die Taktung auf den Hauptlinien noch engmaschiger; die letzte Busfahrt endet ebenfalls erst nach Mitternacht. Interessant ist der Vergleich mit den Städten in Tarifstufe D, die kleiner sind als Ansbach: Denn auch in Schwabach (39.000 Einwohner) fahren bis 21.30 Uhr Busse; im noch kleineren Forchheim (31.000 Einwohner) sind Busse bis 21.00 Uhr unterwegs.

Dass in Ansbach der letzte Bus um 18.45 Uhr fährt, auf manchen Linien sogar schon um 15.45 Uhr (Linie Beckenweiher/Südstadt) mache deutlich, wie sehr die Rezatstadt hinterher hinkt, betonen die Einreicher des Bürgerbegehrens. So erreiche der ÖPNV ganze Zielgruppen wie zahlreiche Arbeitnehmer überhaupt nicht mehr: „Objektiv ist Tarifstufe D bei dem vergleichsweise schwachen Angebot, das zudem immer weiter verschlechtert werden soll, mit nichts zu rechtfertigen. Die Preise sind vielmehr ein Wucher.“ Daher dürfe der Einbruch bei den Fahrgastzahlen um 26 Prozent zwischen dem 1.1.2012 und dem 31.12.2014 nicht verwundern. In diesem Zeitraum lagen zwei Preiserhöhungen und eine Angebotskürzung.

Ihre Einschätzung untermauert die Bürgerinitiative (BI) „Attraktiver ÖPNV für Ansbach“ auch mit Fakten aus Städten jenseits des VGN-Gebiets: Dabei offenbare sich erst recht, wie schlecht der Ansbacher ÖPNV dasteht: Während vergleichbare Städte wie Schwäbisch Hall (38.000 Einwohner) mit sieben Millionen Fahrgästen im Jahr oder Coburg (41.000 Einwohner) mit jährlich 4,5 Millionen Fahrgästen durch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis eine hohe Auslastung und damit einen wirtschaftlicheren Betrieb des Busverkehrs gewährleisten, fahren in Ansbach (40.000 Einwohner) nur noch 1,7 Millionen Fahrgäste im Jahr mit dem Bus. „Wir vermissen ein klares Konzept, wie die Fahrgastzahlen erhöht werden können, anstatt nur einseitig auf Kürzungen zu setzen.“ Ziel müsse sein, das Defizit durch höhere Fahrgastzahlen zu reduzieren.

Die Bevölkerung hat es beim ÖPNV-Bürgerentscheid am 28. Februar in der Hand, die Talfahrt des Ansbacher Busverkehrs zu stoppen

Die Bevölkerung hat es beim ÖPNV-Bürgerentscheid am 28. Februar in der Hand, die Talfahrt des Ansbacher Busverkehrs zu stoppen

„Die Zahlen zeigen, um was es beim Bürgerentscheid am 28. Februar geht“, so die BI: „Soll das mangelhafte Preis-Leistungsverhältnis durch die auf ganzer Linie gescheiterte Kürzungspolitik weiter verschlechtert und damit Schritt für Schritt der ÖPNV demontiert werden oder aber leiten die Wählerinnen und Wähler mit ihrer Stimme eine Kehrtwende für mehr Fahrgäste im Busverkehr ein. Nur mit einem Umdenken in der Verkehrspolitik können die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Ziele der Regierungshauptstadt erreicht werden. Dass das umsetzbar ist, beweisen alle vergleichbaren Städte.“

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