Ansbach Plus | 27. Juli 2017 AN + | 27.07.2017

Bezirksmedaille für Dr. Inge Richter, Friedrich Hilterhaus und Fritz Körber

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von links nach rechts: Christa Naaß, Stellvertreterin des Bezirkstagspräsidenten, Friedrich Hilterhaus, Fritz Körber, Dr. Inge Richter und Bezirkstagspräsident Richard Bartsch.

von links nach rechts: Christa Naaß, Stellvertreterin des Bezirkstagspräsidenten, Friedrich Hilterhaus, Fritz Körber, Dr. Inge Richter und Bezirkstagspräsident Richard Bartsch.

Bezirkstagspräsident: „Mittelfranken braucht Menschen wie Sie“

Bezirksmedaille für Dr. Inge Richter, Friedrich Hilterhaus und Fritz Körber

Ansbach – „Mittelfranken braucht Menschen wie Sie“, betonte Bezirkstagspräsident Richard Bartsch bei der gestrigen Verleihung der Bezirksmedaille im Bezirksrathaus. Mit der höchsten Auszeichnung, die der Bezirk zu vergeben hat, wurden die Ärztin Dr. Inge Richter aus Buckenhof, der Ansbacher Unternehmer Friedrich Hilterhaus und der langjährige Bezirksrat Fritz Körber aus Schwaig für ihre besonderen Verdienste geehrt.

Auf Dr. Inge Richter aus Buckenhof geht der Aufbau der einzigen klinischen Abteilung für psychisch kranke, gehörlose und hörgeschädigte Menschen in Bayern im Klinikum am Europakanal in Erlangen zurück. Dr. Inge Richter verschaffte mit dieser Abteilung der Klinik am Europakanal ein bedeutendes Alleinstellungsmerkmal, denn in Deutschland gibt es nur zwei Fachkliniken, die diese Menschen behandeln können. Seit der Inbetriebnahme der Fachabteilung im Jahr 1988 wurde diese von Dr. Richter, die selbst gehörlos ist, bis zu ihrem Ruhestand Ende Mai diesen Jahres, geleitet. Weit über die Grenzen Bayerns hinaus ist sie als Expertin bekannt. Dadurch konnte sich das Klinikum am Europakanal der Bezirkskliniken Mittelfranken in Fachkreisen einen ausgezeichneten Ruf erarbeiten. Aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus Österreich und der Schweiz kom- men Patienten zur Behandlung nach Erlangen. Zudem erarbeitete Dr. Inge Richter in Kooperation mit dem Sozialdienst für Gehörlose Nürnberg des Bezirks Mittelfranken ein Konzept für ambulant betreutes Einzelwohnen. Es unterstützt psychisch kranke und gehörgeschädigte Menschen durch eine intensive sozialpädagogische Begleitung, dass sie weiter in ihrer Wohnung leben können. Die Laudatio auf Dr. Inge Richter hielt der frühere Ärztliche Direktor des Erlanger Klinikums, Professor Dr. Holger Schneider.

Der Ansbacher Friedrich Hilterhaus engagiert sich seit seinem Ausschei- den aus dem aktiven Erwerbsleben Ende der 1990-er Jahre für zahlreiche soziale, kulturelle und gesellschaftliche Belange. So fördert er unter anderem das Kunsthaus Ansbach, gilt als Impulsgeber für das Simon-Marius- Denkmal in der Bezirkshauptstadt und sponsert seit 2006 das Theater Ansbach mit einer jährlichen Spende in Höhe von 10.000 Euro. Auch beteiligt er sich finanziell am August-Graf-von-Platen-Preis, der alle zwei Jahre an Literaten aus Franken verliehen wird. Durch sein Mäzenatentum ist Friedrich Hilterhaus eine Persönlichkeit mit Vorbildcharakter. Erst Ende Oktober gründete er mit seiner Frau Gertraude die Hilterhaus-Stiftung, mit der das Ehepaar künftig gemeinnützigen Einrichtungen und Organisationen nachhaltig unter die Arme greifen will. Mit einer humorigen „Ballade vom vernünftigen Menschen“ würdigten die Schauspielerin Hannah Atischeh Braun und ihr Ehemann Jürgen Eick, der Gründungsintendant des Theaters Ansbach, das Wirken von Friedrich Hilterhaus.

Fritz Körber aus Schwaig, Ortsteil Behringersdorf, erhält für sein langjähriges kommunalpolitisches Engagement, aber auch für seinen Einsatz für Völkerverständigung und Frieden die Bezirksmedaille. Seit 1972 war er in seiner Heimatgemeinde als Gemeinderat aktiv, in den Jahren zwischen 1982 und 2013 wirkte er als Bezirksrat. In dieser Funktion übte er zehn Jahre das Amt des Partnerschaftsbeauftragten aus und setzte sich für ein vereintes Europa ein. Bei der Gestaltung der Regionalpartnerschaften zwischen dem Bezirk Mittelfranken, der Region Limousin in Frankreich und der polnischen Woiwodschaft Pommern wurde er zum Brückenbauer für Aussöhnung, Völkerverständigung und Frieden.1994 wurde Fritz Körber erstmals zum stellvertretenden Bezirkstagspräsidenten gewählt, bis 2003 vertrat er den Bezirk Mittelfranken in dieser Funktion. Von 1992 bis 2003 war er zudem Vorsitzender des Sozialausschusses des Bezirkstags. Zusätzlich zur Kommunalpolitik widmet sich Fritz Körber mit Herzblut den Idealen der Arbeiterwohlfahrt, seit Jahren organisiert er regelmäßig Hilfskonvois in die Ukraine. Der frühere Bundestagsabgeordnete und Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Günter Gloser, hielt die Laudatio auf den 76-Jährigen. „Europa ist für dich nicht nur eine bürokratische Hülle, sondern die Notwendigkeit, diesen Kontinent zu schützen – vor sich selbst, aber auch das Miteinander zu gestalten“, lobte er Fritz Körbers Engagement.

Seit 1980 zeichnet der Bezirk Mittelfranken Persönlichkeiten aus, die sich besondere Verdienste um Mittelfranken erworben haben. Zuletzt wurde im Jahr 2008 der frühere Aufsichtsratsvorsitzende der Nürnberger Versicherungsgruppe, Hans-Peter Schmidt, für seine Verdienste um Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft geehrt.

Quelle: Bezirk Mittelfranken

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