Ansbach Plus | 19. August 2017 AN + | 19.08.2017

IHK-Konjunkturklima: Gute Konjunktur in Mittelfranken hält an

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IHK-Konjunkturklima: Gute Konjunktur in Mittelfranken hält an

Geschäfte laufen gut, Aussichten bleiben positiv

NÜRNBERG – Die positive wirtschaftliche Entwicklung in Mittelfranken setzt sich auch im Herbst fort. Mehr als 90 Prozent der heimischen Unternehmen sind mit ihrer gegenwärtigen Geschäftslage zufrieden, fast die Hälfte meldet eine Verbesserung gegenüber dem soliden ersten Halbjahr 2015. Optimistisch ist auch der Blick in die Zukunft: Ein Viertel der mittelfränkischen Betriebe rechnet mit einer weiteren Geschäftsbelebung in den kommenden Monaten, nur rund jeder zehnte mit einer Eintrübung. Damit steigt der IHK-Konjunkturklimaindex gegenüber dem Frühjahr um 2,2 Punkte an und erreicht einen erfreulichen Wert von 126,3 Punkten. Das ergab die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Nürnberg für Mittelfranken.

Die Konjunktur kann sich derzeit auf den Konsum und den Export verlassen. Sowohl das In- als auch das Auslandsgeschäft haben sich gegenüber dem Frühjahr nochmals verbessert; stärker sind dabei die Zuwächse aus dem Exportgeschäft. Neben den Industrieunternehmen berichten dies insbesondere der Großhandel und die unternehmensnahen Dienstleistungsbetriebe. Von Einkommenszuwächsen, stabiler Beschäftigung und Niedrigzins profitieren nach wie vor Handel, Wohnungswirtschaft und verbrauchernahe Dienstleistungsunternehmen. Begleitet wird die positive Grundstimmung bei den Betrieben von soliden Investitions- und Beschäftigungsplänen. Die Bereitschaft der mittelfränkischen Wirtschaft, in den kommenden Monaten zu investieren, bleibt auf gutem Niveau stabil. Gleiches gilt für die Bereitschaft Mitarbeiter einzustellen.

Betriebe sind sehr zufrieden mit der Geschäftslage
Die Geschäftslage der mittelfränkischen Wirtschaft ist weiterhin positiv. Derzeit bewerten 46 Prozent der befragten Betriebe die aktuelle Situation gut, nur 7 Prozent sind unzufrieden. Der Saldo steigt damit um 8 Punkte auf +39 deutlich an. Gute Lagewerte kommen dabei aus allen Branchen. Nach wie vor ist es die solide Binnenkonjunktur, die den Unternehmen gute Geschäfte beschert. Hinzu kommen die positiven Impulse aus dem Auslandsgeschäft. Die Euro-Zone, Nordamerika und der Asien-Pazifik-Raum waren zuletzt gute Absatzmärkte für die mittelfränkische Wirtschaft.

Aussichten bleiben positiv
Das aktuell gute Geschäftsniveau wird Bestand haben, davon geht die Mehrheit der mittelfränkischen Betriebe aus. 64 Prozent erwarten konstant gute Geschäfte in den kommenden Monaten. Eine Verbesserung der Geschäftslage erwartet ein Viertel der Betriebe. Im Saldo sinkt der Erwartungswert um 4 Punkte und erreicht aktuell solide und zuversichtliche +14 Punkte. Dabei hegen besonders die überwiegend binnenwirtschaftlich geprägten Branchen – bis auf die saisonbedingt zurückhaltende Bauwirtschaft – positive Erwartungen an die kommenden Monate.

Unternehmen wollen unverändert investieren und einstellen

Die Investitionsabsichten der mittelfränkischen Unternehmen haben sich in den zurückliegenden Monaten kaum verändert. Ein Drittel der befragten Betriebe hat eine Ausweitung der Investitionsausgaben fest im Blick, 10 Prozent wollen weniger ausgeben und nur 8 Prozent planen keine Investitionen. Im Saldo verharrt das Investitionsklima der mittelfränkischen Wirtschaft bei +20 Punkten. Die größten Investitionspläne haben die Betriebe des Dienstleistungssektors, hier liegen die Salden bei +29. Auf dem Arbeitsmarkt sind keine tiefgreifenden Veränderungen zu erwarten, der Personalbedarf der heimischen Betriebe bleibt stabil: 18 Prozent der Betriebe denken aktuell darüber nach, den Personalbestand aufzustocken – deutlich weniger Betriebe wollen Stellen abbauen (10 Prozent). Damit ergibt sich im Saldo ein positiver Wert von +8 Punkten.

Entwicklung der einzelnen Branchen

Für die regionalen Industriebetriebesind die Geschäftsperspektiven anhaltend positiv. Über 40 Prozent der Industrieunternehmen berichten von guten Geschäften, die Hälfte ist aktuell zufrieden und nur 7 Prozent äußern sich gegenteilig. Insgesamt steigt der Saldo gegenüber dem Frühjahr um 2 Punkte auf +38 an. Besonders positiv äußern sich die Hersteller von Vorleistungsgütern, hier liegt der Lagesaldo bei +54 Punkten. Die Investitionsgüterindustrie ist offenbar noch in der Warteposition, verspricht sich aber einen deutlichen Zuwachs in den kommenden Monaten. Die Geschäftserwartungen sind bei den Investitionsgüterherstellern mit +24 Punkten deutlich über dem Branchenschnitt, der für die Industriebetriebe bei +14 Punkten liegt. Hintergrund: Die Entwicklung der Exporte war zuletzt sehr positiv. Für die Euro-Zone, Nordamerika und den Asien-Pazifik-Raum melden die mittelfränkischen Industriebetriebe spürbare Impulse. Die Investitionsneigung bleibt positiv, die Beschäftigungsneigung steigt deutlich.
Das Baugewerbe ist nach wie vor höchst zufrieden mit den aktuellen Geschäften: Rund zwei Drittel der mittelfränkischen Bauunternehmen berichten von guten Geschäften, eine Verschlechterung meldet kein einziges Unternehmen der Branche. Der Saldo der Lagebeurteilung sinkt gegenüber dem Frühjahr leicht um 4 Punkte, liegt aber mit +63 Punkten weiterhin auf Spitzenniveau. Etwas skeptischer sind die Erwartungen der Bauwirtschaft für die kommenden Monate. Die Wintermonate stehen vor der Tür, saisonbedingt sinken die Erwartungen der Bauunternehmen. Nur noch 11 Prozent erwarten eine positive Entwicklung der Geschäftslage, aber nur einer von 20 Betrieben erwartet das Gegenteil. Mit einem Saldo von +5 liegen die Erwartungen damit deutliche 15 Punkte über dem Vorjahreswert. Entsprechend die Planungen: Einstellungen sind vorerst nicht geplant, immerhin 90 Prozent der Baubetriebe möchten ihr Personal über die Wintermonate weiterbeschäftigen. Hintergrund: Der Fachkräftemangel im Baugewerbe lässt saisonale Freistellungen kaum mehr zu.

Die mittelfränkischen Handelsbetriebebeurteilen die Geschäftslage im Herbst 2015 konstant gut: Der Saldo von +29 liegt um einen Punkt über dem Ergebnis im Frühjahr und damit auf gutem Niveau. Die geringe Sparneigung und die anhaltend gute Konsumlaune der Bundesbürger kommen vollends bei den Händlern an, fast 40 Prozent der Betriebe melden erneut eine verbesserte Geschäftslage, nur 8 Prozent sind unzufrieden. Umsatzsteigerungen kommen dabei etwas stärker aus dem Onlinegeschäft – hier melden 47 Prozent der Betriebe Zuwächse, beim stationären Handel berichten dies 43 Prozent. Die Erwartungen an die nächsten Monate sind im Vergleich zur Frühjahrsumfrage nicht mehr ganz so zuversichtlich, aber der Saldo bleibt mit +15 Punkten deutlich positiv. Leicht zurückgegangen sind die Beschäftigungspläne der mittelfränkischen Händler, deutlich abgeschwächt die Investitionspläne. Im Saldo liegt die Investitionsneigung bei +4 Punkten, immerhin fast 70 Prozent der Betriebe möchten das solide Investitionsniveau halten.

Die unternehmensnahen Dienstleisterin Mittelfranken sind hochzufrieden: 55 Prozent der Betriebe melden eine verbesserte Geschäftslage, weitere 40 Prozent berichten von anhaltend guten Geschäften. Damit liegt der Saldo der Lageeinschätzung mit +49 Punkten deutlich über dem Wert der Vorbefragung (+37). Besonders positiv beurteilt das Speditionsgewerbe die aktuelle Lage, es gibt keinen Betrieb, der eine Verschlechterung verzeichnet. Neben der guten Konjunktur dürfte sich hier die Verringerung der Treibstoffkosten durch gesunkene Dieselpreise niederschlagen. In den Erwartungen der Spediteure schlägt sich das allerdings nicht wieder, hier liegt der Saldo bei Null und damit deutlich unter den Erwartungen der Dienstleistungsbetriebe. Insgesamt gehen die unternehmensnahmen Dienstleister zuversichtlich in die kommenden Monate. Ein Drittel rechnet mit steigender Geschäftstätigkeit, der Saldo liegt mit +18 Punkten auf dem guten Niveau des laufenden Jahres. Die Dienstleiter nutzen dieses gute wirtschaftliche Umfeld und schrauben ihre Investitionspläne und Beschäftigungspläne deutlich nach oben.

Die verbrauchernahen Dienstleistungenbewerten ihre Geschäftslage deutlich besser als noch im Frühjahr. Rund 40 Prozent der Unternehmen berichten von einer Verbesserung der Geschäfte, eine Verschlechterung melden gerade einmal 8 Prozent der Betriebe. Damit steigt der Saldo um 20 Punkte auf einen aktuellen Wert von +30 an. Positive Meldungen kommen derzeit besonders von den Hotels und Gaststätten sowie dem Versicherungs- und Kreditgewerbe. Auch für die kommenden Monate erwartet die Branche gute Umsätze, aber keine großen Sprünge. Der Saldo hält sein gutes Niveau und liegt bei +9 Punkten. Die Investitionsneigung ist nach wie vor erfreulich hoch, Hauptmotive sind dabei Ersatzbedarfe gefolgt von Produktinnovationen. Die Beschäftigungspläne der Branche gehen deutlich zurück. Fachkräfte sind für diese Branche kaum mehr zu finden: Dies ist für Dienstleister das größte Konjunkturrisiko.

Ausblick

Trotz einiger konjunktureller Unwägbarkeiten durch weltweite Konflikte haben die Unternehmen in Mittelfranken in den zurückliegenden Monaten gute Geschäfte gemacht. Auch die Aussichten für die kommenden Monate sind, nicht enthusiastisch, aber anhaltend positiv. Insgesamt können die Unternehmen auf eine stabile wirtschaftliche Entwicklung in den vergangenen Jahren zurückblicken. Der Beschäftigungsstand ist entsprechend hoch, in Verbindung mit den demografisch bedingten Veränderungen wird es in einigen Branchen zunehmend eng mit der Verfügbarkeit geeigneter Fachkräfte. Eine der wesentlichen Herausforderungen der kommenden Monate wird sein, Menschen, die hier berechtigt Asyl beantragen, eine Lebensperspektive insbesondere durch eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt zu eröffnen.

Quelle: PM IHK Mittelfranken

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