Ansbach Plus | 16. August 2017 AN + | 16.08.2017

Arbeiten zur Fortschreibung des Ansbacher Nahverkehrsplans haben begonnen – Oberbürgermeisterin berichtet über 1. Treffen des Arbeitskreises vom 24. Juli 2015

avatar

Ende letzter Woche kam der interdisziplinäre und interfraktionelle Arbeitskreis zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans erstmals zusammen. „Mit dieser Fortschreibung nimmt die Stadt ihre Rahmenkompetenz zur Festlegung von Qualität und Quantität des in Ansbach angebotenen ÖPNV weiterhin wahr und baut auf dem derzeit gültigen, Ende 2010 vom Stadtrat beschlossenen Nahverkehrsplan auf,“ so Oberbürgermeisterin Carda Seidel. „Unser Ziel ist es, den öffentlichen Nahverkehr in Ansbach wieder attraktiver zu machen, verlorengegangene Kunden zurückzugewinnen und neues Kundenpotential zu erschließen. Dabei gilt es, auch die Kosten-Einnahme-Situation zu verbessern.“

Mit Unterstützung des VGN wolle man gemeinsam mit den zuständigen Fachleuten von Stadt und der ABuV GmbH den Nahverkehrsplan fortschreiben. Vertreten sind im Arbeitskreis: alle Stadtratsfraktionen, ein Vertreter des Landkreises, der Seniorenbeirat, der Beirat für Menschen mit Behinderung, der Jugendrat, die Busunternehmen und der Car-Sharing-Verein CARINA, sowie bei Bedarf weitere Teilnehmer. „Im Mittelpunkt stehen insbesondere eine Optimierung des die Stadt- und Landkreisgrenzen überschreitenden ÖPNV, die bessere Bedienung des Stadtkerns mit Blick auf ein zukunftsfähige, lebendige Innenstadt, eine gute Anbindung der Ortsteile, auch durch eine Kombination verschiedener Mobilitätsangebote und die Umsetzung der Barrierefreiheit.“ führte OB Seidel in ihren Eingangsworten aus. Ein wichtiger Fokus liege zudem auf der Optimierung der Linienführung. Zahlreiche Bürger bemängelten zu lange Fahrtzeiten für kurze Entfernungen und umständliche Schleifen, die die Attraktivität der Verbindungen einschränken. Das müsse man sich anschauen und einen sinnvollen Kompromiss zwischen einer Verkürzung der Fahrzeiten und der notwendigen Bedienung in der Fläche finden.

In der ersten Sitzung des AK Nahverkehrsplan am 24. Juli 2015 erläuterte die Oberbürgermeisterin noch einmal die Rahmenkompetenz und damit die Zuständigkeit der Stadt für die grundsätzlichen Vorgaben zum Ansbacher ÖPNV. Baureferent Jochen Büschl ging auf die zugrundeliegenden Stadtratsbeschlüsse für den derzeit gültigen Nahverkehrsplan, die dort enthaltenen und damit verbindlichen Festlegungen sowie die Entwicklung des ÖPNV in Ansbach ein. Die Experten des VGN Jonas Hüsam und Dirk Domhardt erklärten das zu erarbeitende Themenspektrum für die Fortschreibung des NVP.

Im zweiten Teil der Sitzung ließ die ABuV GmbH einen von ihr vor kurzem beauftragten Entwurf für ein überarbeitetes Buskonzept vorstellen. Dieser Konzeptentwurf enthalte interessante Ansätze, wie eine stärkere Bedienung der Innenstadt zumindest während der derzeitigen Busfahrzeiten oder eine grundsätzliche Beschleunigung der Linienführung im gesamten Busnetz, aber auch sehr einschneidende Vorschläge, wie die Streichung weiterer ca. 220 Busfahrten aus Kostengründen, so die Oberbürgermeisterin. „Der Konzeptentwurf der ABuV muss nun in die Fortschreibung des Nahverkehrsplans einfließen und dort in Zusammenhang und Abstimmung mit den anderen Bausteinen geprüft und bearbeitet werden.“ Dies auch deshalb, weil er in einigen Teilen nicht mit den Festlegungen des aktuell gültigen Nahverkehrsplans übereinstimme. Am Ende müsse dann der Stadtrat entscheiden, welche der Vorschläge der ABuV in der Gesamtschau umgesetzt oder verworfen werden. Eine losgelöste Umsetzung seitens ABuV könne nicht erfolgen. Man sei daher übereingekommen, dass der Konzeptentwurf nun von VGN und Stadt geprüft werde.

Baureferent Jochen Büschl machte zudem deutlich, dass die notwendigen Abstimmungen hinsichtlich der Umsetzbarkeit der seitens der ABuV gewünschten Veränderungen in Straßenraum und bezüglich der Verkehrsführung mit den zuständigen Bau- und Verkehrsbehörden in jedem Fall vor weiteren Entscheidungen erfolgen müssten. Dies gelte für die vorgeschlagene Befahrbarkeit der Karlstraße in zwei Richtungen ebenso, wie für die Einrichtung einer zusätzlichen Bushaltestelle nahe dem Brückencenter und einen Ersatz der Haltestelle am Messezentrum im Bereich der Westtangente.

Auf Nachfragen beim Konzeptersteller sei deutlich geworden, dass die von der ABuV angedachte Streichung von über 220 Busfahrten aus Kostengründen dazu führen würde, dass von den Anfang 2012 angebotenen ca. 900 Busfahrten pro Woche mit der 2013 vorgenommenen Streichung von ca. 140 Fahrten, schließlich nur noch ca. 540 Fahrten und damit weniger als 60 % des ursprünglichen Angebots übrig bleiben würden. Eine derart massive Reduzierung des Angebots, sei aber ein falsches Signal an die Kunden. Auch könne das Hauptargument der Kostenersparnis für die ABuV aus Sicht der Stadt nicht der alleinige Maßstab sein, so Seidel mit Verweis auf die Zuständigkeit des Stadtrates. „Es ist unsere Aufgabe, den ÖPNV so zu definieren, dass dieser in erster Linie der zukunftsfähigen Entwicklung des Wohn- und Wirtschaftsstandortes Ansbach, vor dem Hintergrund der Herausforderungen des demographischen Wandels, dem Erhalt lebendiger Ortsteile und der Unterstützung einer auf Dauer attraktiven Innenstadt Rechnung trage. Im Mittelpunkt müssen die Menschen stehen, die jetzt und in Zukunft auf ein gutes ÖPNV-Angebot vor Ort angewiesen sind, wie insbesondere junge und ältere Menschen, Personen mit geringem Einkommen und Familien, die sich eben kein zweites Auto leisten könnten.“ Ziel müsse eine geschickte Optimierung des ÖPNV sein, die auf ein attraktives Angebot und die Verbesserung der Einnahmeseite durch Gewinnung von mehr Kunden setze. Insgesamt müsse dies nicht mehr kosten.

Bis nach der Sommerpause sollen nun Stadt und VGN die vorliegenden Vorschläge überprüfen. Insgesamt wird die Fortschreibung des NVP, lt. VGN, die nächsten Monate in Anspruch nehmen. Einzelne Elemente, wie im Konzeptentwurf der ABuV enthalten, könnten allerdings vorgezogen bearbeitet werden. Die Gesamtfortschreibung des Ansbacher Nahverkehrsplans muss dann, wie gehabt vom Stadtrat beraten, beschlossen und schließlich von der ABuV GmbH umgesetzt werden.

Stadtwerke Ansbach
Anzeige
Stadtwerke Ansbach
Anzeige
Stadtwerke Ansbach
Anzeige
Stadtwerke Ansbach
Anzeige