Ansbach Plus | 20. August 2017 AN + | 20.08.2017

Drehort Ansbach: Der Adel ist in der Stadt

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DER ADEL IST IN DER STADT

Text: Amanda Müller
Fotos: Dominik Schweiger, Felix Barta

Die idyllische, mittelfränkische Landschaft liefert die passende Atmosphäre

Die idyllische, mittelfränkische Landschaft liefert die passende Atmosphäre

Ansbach/Muhr am See. Hufgetrampel, Kutschen und Menschen in altertümlichen Kostümen: Klirrende Kälte und dichter Nebel bestimmten die Szenerie als Felix Barta am dritten Dezember-Wochenende die letzten Szenen für seinen Film Insanus drehte.

Barta studiert im siebten Semester Mediendesign an der Hochschule in Hof. Für seine Bachelor-Arbeit, einen Low-Budget- Kurzfilm über einen Adeligen des 18.Jahrhunderts, hat es den Nachwuchs-Regisseur in den Raum Ansbach verschlagen.
„Ich wollte ein originelles Thema“, erklärt der 24-jährige Student, der ursprünglich aus Muhr am See kommt. Schnell sei ihm aber klar geworden, dass er den Film anders angehen wollte als es in der Branche üblich ist. „Normalerweise schreibt man erst das Drehbuch und sucht dann die passenden Schauspieler und Drehorte. Ich hab‘ den Spieß einfach umgedreht.“

Barta sah sich also seine Umgebung genauer an und entschied sich letzten Endes für Ansbach, Muhr am See und das Schloss Altenmuhr. „In diesem Schloss wurde 1974 bereits der Räuber Hotzenplotz gedreht und die Location ist einfach perfekt für das Drehbuch, das ich dann entwickelte.“
Insanus spielt im achtzehnten Jahrhundert. Albert Deneuve, Abkömmling einer wohlhabenden Pariser Adelsfamilie, wird während der französischen Revolution zur Flucht gezwungen. Um dem Schafott zu entkommen, flieht er zu seinem letzten Verbündeten: dem Markgrafen Karl Alexander von Ansbach. Doch was Albert Deneuv noch nicht weiß: die Zuflucht in dessen Schloss Altenmuhr und die Einsamkeit werden ihm schon bald zum Verhängnis.

Barta und Lichttechniker Dominik Schweiger besprechen die nächste Szene im Schloss Altenmuhr.

Barta und Lichttechniker Dominik Schweiger besprechen die nächste Szene im Schloss Altenmuhr.

Gespielt wird Albert Deneuve von Lorenz Wetscher. Der Markgraf Karl Alexander von Steven Crouse. „Sich in diese Zeit zurückzuversetzen war mit einem extrem großen Aufwand verbunden“, erläutert Barta. „Ich brauchte Pferde, eine Kutsche, epochengetreue Gewänder und ich musste wissen, wie sich die Menschen damals verhalten haben.“ Gefilmt wurde dann in Muhr am See, im Schloss und in Ansbach. Unterstützung fand der Student bei seinen Kommilitonen, Freunden und der Familie. „Einen Film zu drehen, ist wirklich aufwändig. Ich hatte die Hilfe von Lichttechniker, Makeup-Artisten und Kostümbildnern. Neben den beiden Hauptdarstellern, brauchte ich auch mehrere Schauspieler für Nebenrollen oder als Statisten.“
Lorenz Wetscher spielt die Hauptrolle. Der Musiker studiert Mediendesign und ist mit dem Regisseur befreundet.

„Für die Rolle des Albert Deneuve habe ich mit Method-Acting gearbeitet. Das bedeutet, dass man die Emotionen über eigene persönliche und Erfahrungen rüberbringt. Sich selbst also aktiv mit der Rolle verknüpft.“, erzählt er. Auch seine langjährige Bühnenerfahrung habe ihm geholfen, die Rolle authentisch und realistisch zu spielen. „Sobald die Kamera lief, stellte ich mir vor eine imaginäre Bühne zu betreten. Und eigentlich ist es mit dem Filmen ähnlich wie mit der Musik. Man schüttet mit den Tönen, der Stimme, seine Seele vor dem Publikum aus.“ Felix Barta hat das komplette Konzept selbst entworfen. „Ich bin Kameramann, Regisseur, Organisator und Drehbuchautor gleichzeitig“, lacht der Student. Auch die Aufgaben der Post-Produktion, also Ton, Schnitt oder Marketing übernahm er selbst.
„Das spart Kosten und schließlich ist der Film ja auch meine Bachelor-Arbeit.“

Albert Deneuve (Lorenz Wetscher) ist auf der Flucht

Albert Deneuve (Lorenz Wetscher) ist auf der Flucht

Bedanken möchte sich Barta bei allen, die ihn unterstützt haben. „Vor allem auch beim Schloss Altenmuhr für die Drehgenehmigung, beim Hochzeitskutschenverleih, der Kutsche und Pferde kostenfrei zur Verfügung gestellt hat und bei den Altmühlsee Festspielen, die die uns die Kostüme geliehen haben. Die Zusammenarbeit war wirklich klasse.“

Der Film wird Ende Januar 2015 in ausgewählten Kinos zu sehen sein.

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