Ansbach Plus | 18. August 2017 AN + | 18.08.2017

Ansbacher Stadtsiegel von 1532 für beispielhaftes ehrenamtliches Engagement verliehen

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Foto (v.l.n.r.): Hansjörg Meyer, Rolf Fütterer, Laudator Hannes Hüttinger, OB Carda Seidel, Walter Bamberger, Laudator Boris-André Meyer sowie Theresia und Franz Söllner nach der Übergabe der Stadtsiegel.

Mit dem Ansbacher Stadtsiegel von 1532 zeichnete Oberbürgermeisterin Carda Seidel fünf Ansbacher Persönlichkeiten aus, die sich über Jahrzehnte hinweg in den unterschiedlichsten Bereichen in herausragender Weise um das Miteinander und das Gemeinwohl in Ansbach verdient gemacht haben: Walter Bamberger, Rolf Fütterer, Hansjörg Meyer und Theresia und Franz Söllner. „Sie stehen stellvertretend für die vielen anderen Menschen, die sich ehrenamtlich für unsere Stadt und die Menschen einsetzten“, betonte Oberbürgermeisterin Carda Seidel in ihrer Rede. Die 52 Ansbacher Sportvereine und die Freiwilligen Feuerwehren seien ebenso wie die vielen Initiativen im sozialen, kulturellen und künstlerischen Bereich auf Ehrenamtliche angewiesen, die immer dort einsprängen und anpackten, wo sie gerade gebraucht würden. Das sei keine Selbstverständlichkeit. Zudem gewinne das Ehrenamt im Hinblick auf den demografischen Wandel immer mehr an Bedeutung. Heute gehe der Trend eher zu einem gelegentlichen Engagement, stundenweiser Hilfe, das Ehrenamt werde sich also wandeln müssen, so Carda Seidel. Hier lobte die OB die Ansbacher Freiwilligenagentur „SonnenZeit“, die in diesem Bereich sehr kreativ sei und gerade auch junge Menschen von einem ehrenamtlichen Einsatz überzeugen könne. Die Laudationes hielten die Oberbürgermeisterin, Hannes Hüttinger, Boris-André Meyer und Joseph Hillermeier.

Walter Bamberger erhielt das Stadtsiegel für sein nahezu lebenslanges ehrenamtliches Engagement. Alleine 50 Jahre lang war Bamberger für die Bernhard Endres’sche Stiftung tätig, die berufsbildende Schulen in Ansbach und deren Ansbacher Schüler unterstützt. Dank Bambergers vorausschauender Planung seien die Stiftung und ihr Vermögen enorm gewachsen und hätten auch die Weltwirtschaftskrise ab 2008 gut gemeistert, so OB Carda Seidel in ihrer Laudatio. Mit Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2006 wurde Bamberger zusätzlich als Schatzmeister der Genossenschaft Kultur am Schloss/Theater Ansbach tätig, das sich in der Zwischenzeit ebenfalls stark weiterentwickelt habe. Auch hier habe Bamberger die Zahlen fest im Griff und stehe als Garant für stets geordnete Finanzen. „Ich kann mir einfach keinen besseren Schatzmeister für das Theater vorstellen“, lobte die OB und dankte für das außergewöhnliche Engagement.

Rolf Fütterer wurde für sein vielfältiges Engagement, vor allem in den Bereichen Kultur und Umwelt, mit dem Stadtsiegel ausgezeichnet. Seit den 1970er Jahren engagiere sich Fütterer in zahlreichen Kulturvereinen wie Speckdrumm, den Kammerspielen und der Reitbahn, so Stadtrat Hannes Hüttinger in seiner Laudatio. Als anerkannter Ansbacher Künstler eröffne er mit seinem musikalischen Talent vielen Jugendlichen die Kunst der Jazz-Improvisation und wirke als Botschafter für Ansbach in der ganzen Welt. Daneben habe Fütterer unter anderem in Videos und Filmen über die Aktivitäten des Bund Naturschutz oder der Ansbacher Kulturvereine berichtet und sei als Leiter von Theatergruppen und in eigenen Produktionen, als Umweltschützer und ehrenamtlicher Unterstützer von Schülern und Studenten sowie als Mit-Initiator des Arbeitskreises „Barrierefrei-Wege zu einer behindertenfreundlichen Stadt“ tätig geworden.

Hansjörg Meyer wurde für über vier Jahrzehnte Engagement für Frieden und Völkerverständigung ausgezeichnet. In kirchlichen Kreisen, in zivilgesellschaftlichen Initiativen und durch praktische Hilfe für das hungernde Schwarzafrika habe sich Pfarrer Meyer in vielen kleinen Schritten für diese Ziele eingesetzt, so Stadtrat Boris-André Meyer in seiner Laudatio. Als Seelsorger leistete Meyer ab den 1970er Jahren geistlichen Beistand in Kriegsdienstverweigerungsverfahren. 1976 wurde er von der Evangelischen Landeskirche zum Beauftragten für Kriegsdienstverweigerung in Bayern ernannt. Ab Anfang der 1980er Jahre habe sich Meyer für das friedliche Zusammenleben der Menschen beiderseits des Eisernen Vorhangs eingesetzt. Sein weiteres Engagement galt notleidenden Menschen in Afrika und begründete mit Mitgliedern seiner Kirchengemeinde eine Partnerschaft mit einer Gemeinde in Tansania. Auch im Ruhestand sei er seinem Engagement treu geblieben, etwa bis heute als Ansprechpartner des Dekanats Ansbach für Friedensethik, im Ansbacher Friedensbündnis  und seit 2007 als Vorsitzender der Bürgerinitiative „Etz langt’s!“.

Theresia und Franz Söllner erhielten das Stadtsiegel vor allem für ihr Engagement für und in Afrika und die ehrenamtliche Arbeit in der Pfarrei Christ-König. Stadtrat Joseph Hillermeier würdigte in seiner Laudatio, Franz Söllner sei 1958 als 20-Jähriger für das Deutsche Aussätzigen Hilfswerk Würzburg nach Äthiopien gereist und dort als Bauhelfer für ein Leprakrankenhaus in Bisidimo tätig geworden. Von 1964 bis 1969 setzte sich Söllner anschließend für die Belange der Bevölkerung der Elfenbeinküste ein, bevor er zwischen 1971 und 1976 zusammen mit seiner Frau Theresia nach Äthiopien zurückkehrte, wo sie gemeinsam die Leprastation Bisidimo aufbauten und sich für Gesundheitsvorsorge und die Reintegration von Leprakranken einsetzten. Von 1976 bis 2003 leiten Theresia und Franz Söllner das Seniorenwohnheim St. Ludwig in Ansbach und gestalten in ehrenamtlicher Tätigkeit zahlreiche zusätzliche Angebote für die Bewohner. In der Gemeinde Christ-König engagiert sich Franz Söllner bis heute insbesondere für Senioren, etwa im Besuchsdienst für ältere und gebrechliche Pfarrangehörige, der Gruppe „Gemeinsam Aktiv 60+“ und der weiteren Seniorenarbeit. Theresia Söllner legt ihren Schwerpunkt in der Gemeindearbeit, auch als Mitglied des Pfarrgemeinderats von Christ-König, auf die Anliegen der Frauen, begründet unter anderem das Frauenfrühstück mit und ist Ansprechpartnerin des katholischen Frauenbundes. Seit 12 Jahren ist sie zudem für den Caritasverband im Seniorenbeirat vertreten.

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