Ansbach Plus | 20. August 2017 AN + | 20.08.2017

Situation der Krankenhäuser im ländlichen Raum

Zur Information über die Krankenhauslandschaft im ländlichen Raum unternahm die CSU-Kreistagsfraktion Fraktion auf der diesjährigen Klausur einen Blick über den Zaun.

Der Vorstand des Kommunalunternehmens „Klinikum Altmühlfranken“, Jürgen Winter, informierte über die Situation an den Standorten in Weißenburg und in Gunzenhausen.

CSU Klausur Winter

v.r. Stefan Horndasch, stv. Landrat und Fraktionsvorsitzender; Jürgen Winter, Vorstand Altmühlfranken-Kliniken; Jan Helmer, CSU-Kreisvorsitzender; Dr. Jürgen Ludwig, Landrat

Die Situation scheint dadurch geprägt zu sein, dass gerade die Grund- und Regelversorger zu Gunsten von Zentren zurückgedrängt werden. Besonders hier macht sich die Kostenschere bemerkbar, welche dadurch entsteht, dass die Steigerung des Budgets mit der Steigerung des Aufwands, insbesondere bei den Lohnkosten, nicht mehr mithalten kann. Daher ist es nicht verwunderlich, dass jedes zweite Krankenhaus in Deutschland zwischenzeitlich rote Zahlen schreibt und jedes vierte Haus die Zukunft negativ prognostiziert.
Es ist verstärkt festzustellen, dass die Krankenkassen vermehrt mitreden wollen, wo welche Leistung erbracht werden darf und kann. Wenn man betrachtet, dass der GKV-Spitzenverband (Spitzenverband Bund der Krankenkasse) eine Entfernung von 60 km bis zum nächsten Krankenhaus als vertretbar ansieht, wird deutlich, welche Strömungen hier vorliegen. Von daher war es nicht unbedingt zu erwarten, dass die einzelnen Standorte von ANregiomed nicht als so genannte “Marktaustrittskandidaten“ gesehen werden.
Die Konsequenz daraus ist, dass die Stärken und Schwerpunkte der einzelnen Häuser noch stärker herausgearbeitet werden müssen. Wichtig wird es künftig auch sein, dass die Notfallversorgung der KV (Kassenärztlichen Vereinigung) mit den Ambulanzen in den Kliniken stärker kooperieren, so wie es der Gesetzgeber für die Krankenhausreform 2015 vorsieht.
Im Hinblick auf die Investitionsförderung musste festgestellt werden, dass die vorhandene Festbetragsfinanzierung insbesondere im Funktionsbereich den tatsächlichen Bedarf bei weitem nicht abdeckt. Die Investitionsförderung des Freistaats Bayern mit derzeit 500 Mio. € sei zwar insgesamt gut, jedoch wies Winter darauf hin, dass dies nicht mehr für die jeweilige Einzelmaßnahme entsprechend gilt. Hier wäre erstrebenswert, die Förderung wieder auf das Niveau von 2002 mit 600 Mio. € anzuheben.
Aus einer aktuellen Betrachtung von 50 Häusern, die in der Klinik-Kompetenz-Bayern eG zusammengefasst wurde, erhielten diese für ein Investitionsvolumen von 162 Mio. € Fördergelder in Höhe von 75 Mio. €. Aufgezeigt wurde auch die bauliche Investition mehrerer Häuser, wo im Rahmen einer Kostenschätzung von 285 Mio. € eine fachliche Billigung im Rahmen der Förderung nur in Höhe von 192 Mio. € erfolgte.
Trotz dieser Problemstellung sieht Winter eine Zukunft für Häuser in kommunaler Trägerschaft auch im ländlichen Raum, wenn die Herausforderungen mit Elan angegangen werden.

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