Ansbach Plus | 20. August 2017 AN + | 20.08.2017

Was zählt, sind die Fähigkeiten!

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„Was zählt, sind die Fähigkeiten!“ – Junger Mann mit psychischer Behinderung findet nach Ausbildung zum Fachlageristen eine Aufgabe bei Saturn Ansbach

Von links nach rechts: Ralf Neuberger, Lagerleiter Saturn, R., Gudrun Schmidt, bfz, Wolf- gang Naßl, Geschäftsleitung Saturn, Gerhard Wachmeier, Agentur für Arbeit Ansbach- Weißenburg

Von links nach rechts: Ralf Neuberger, Lagerleiter Saturn, R., Gudrun Schmidt, bfz, Wolf- gang Naßl, Geschäftsleitung Saturn, Gerhard Wachmeier, Agentur für Arbeit Ansbach- Weißenburg

Nach seiner Ausbildung im Berufsausbildungswerk Ansbach zum Fachlageristen konnte R. (R. bittet um Verständnis, dass er aufgrund seiner Behinderung nicht namentlich genannt werden möchte) vom damaligen Kooperationsbetrieb nicht übernommen werden konnte, da kein entsprechender Arbeitsplatz vorhanden war. Nun war er auf der Suche nach einem Arbeitsplatz.

Aufgrund seiner psychischen Behinderung ist er ein sehr zurückhaltender, introvertierter Mensch, der Probleme hat, sich auf Neues einzustellen und auf den ersten Blick nicht überzeugen kann.
Deshalb wurde ihm von der Agentur für Arbeit angeraten, eine unterstützende Maßnahme zur Beschäftigungsaufnahme zu besuchen. Dem stimmte er zu. In dieser Maßnahme wurde er von Gudrun Schmidt vom bfz sozialpädagogisch unterstützt. Gemeinsam wurde ein Arbeitsplatz gesucht, den R. ohne Einschränkungen ausüben kann.

Durch die Bereitschaft der Fa. Saturn konnte er ein Praktikum im Lager aufnehmen.
Der Geschäftsführer von Saturn Ansbach, Wolfgang Naßl war bereit, ihm eine Chance zu geben, auch wenn es anfangs nicht immer ganz leicht war. „Entscheidend ist nicht die Behinderung, sondern die Fähigkeiten“, so Naßl.
Zu Beginn des Praktikums hat sich der Lagerleiter, Ralf Neuberger intensiv um R. geküm- mert. Er hat R. unterstützt und anfangs auch etwas mehr Zeit gegeben, sich mit den verschiedenen Arbeitsabläufen auseinanderzusetzten. Heute ist er froh, dass R. die Möglichkeit zum Arbeiten gegeben wurde: „Er ist äußerst zuverlässig und genau, was in der Arbeit mit Elektronikartikeln sehr wichtig ist. Zudem hat er sich während des Praktikums gut weiterentwickelt und hat nie gefehlt.“ Nach dem Praktikum wurde er in ein Arbeitsverhältnis übernommen und ist heute ein wichtiger Arbeitnehmer. Die Einarbeitung hat sich für beide Seiten gelohnt.

Gerhard Wachmeier, Teamleiter des Arbeitgeber-Service in der Arbeitsagentur, erläuterte dass es immer wieder positive Beispiele der Integration gibt. „In Abhängigkeit von der Art der Behinderung gilt es einen Arbeitsplatz zu finden, bei dem sich die Behinderung nicht oder nur kaum auf die Leistungsfähigkeit auswirkt. Es ist wichtig, die Menschen nach ihren Stärken und Fähigkeiten zu beurteilen und nicht nur nach Schwächen. Richtig eingesetzt ist dann bei Mitarbeitern mit Behinderung keine Leistungseinschränkung gegenüber Mitarbeitern ohne Behinderung feststellbar. Daher ist es sinnvoll, sich jeden Bewerber anzusehen und im Zweifel zunächst die Chance zu einem Praktikum zu bieten. Wo dann spezielle Unterstützung notwendig ist, kann diese durch Hilfs- und Fördermittel erfolgen.“

Die Arbeitsagentur Agentur für Arbeit Ansbach – Weißenburg engagiert sich dafür, dass sich jeder Mensch ideal auf dem Arbeitsmarkt einbringen kann. Um Menschen mit Behinderung mehr in den Fokus zu rücken, nimmt die Arbeitsagentur ab dem 01.12.2011 an der vierten bundesweiten Aktionswoche für Menschen mit Behinderung teil.

Die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen ist in den letzten Jahren kontinuierlich ge- stiegen. Dies zeigt, dass die allgemeine positive Entwicklung am Arbeitsmarkt auch die Situation der Schwerbehinderten verbessert hat. Der Arbeitslosenanteil der Schwerbehinderten im Bereich der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg liegt relativ konstant um die 11 Prozent. So haben schwerbehinderte arbeitslose Menschen vom Aufschwung profitiert, wenngleich nicht ganz so stark wie alle Arbeitslosen.

Die Zahl schwerbehinderter Menschen steigt infolge der demografischen Alterung. Denn Schwerbehinderte sind überwiegend ältere Menschen, meist ist eine im Lebensverlauf erworbene Krankheit die Ursache einer Schwerbehinderung. Im Agenturbezirk lag im November 2014 der Anteil der über 50jährigen unter den arbeitslosen Menschen mit Behinderung bei 71 Prozent.

Knapp 60 Prozent der arbeitslos gemeldeten Menschen mit Behinderung im Agenturbezirk haben eine abgeschlossene Ausbildung. Diese Potentiale sollte man nicht ungenutzt las- sen.

Quelle: Arbeitsagentur

 

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