Ansbach Plus | 22. August 2017 AN + | 22.08.2017

Asylbewerber im LK: Notfallplan für den Winter

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Um einem Engpass bei der Erstaufnahme von Asylbewerben vorzubeugen, verlangt der Freistaat Bayern von jedem Landratsamt derzeit die Benennung von kurzfristig verfügbaren und winterfesten Unterkünften für Asylsuchende. „Für diesen sogenannten Winternotfallplan, ist das staatliche Landratsamt Ansbach mit Hilfe der Städte Feuchtwangen und Dinkelsbühl nun gut gerüstet. Jeweils 100 Asylsuchende könnten für maximal sechs Wochen in der Hochmeisterhalle in Feuchtwangen und in der Turnhalle des Gymnasiums Dinkelsbühl Zuflucht finden“, teilt Landrat Dr. Jürgen Ludwig mit. Der Dank von Landrat Dr. Ludwig gilt sowohl den Rathauschefs und Verwaltungen der beiden Städte als auch einem Expertenstab, der sich bereits seit vielen Wochen mit der Situation auseinandersetzt. Der Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes, der im Bedarfsfall auch die Erstversorgung der Asylsuchenden und Flüchtlinge u.a. mit Feldbetten, Lebensmitteln und Hygieneartikeln übernehmen würde, sowie Mitarbeiter aus dem Landratsamt haben in den letzten Wochen unermüdlich geeignete Unterkünfte besichtigt. Ganz oben auf der Dankesliste des Landrats stehen zudem die ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürger, die sich im Landkreis Ansbach bereits für Asylbewerber einsetzen sowie die Turn- und Sportvereine, die die Hallen in Feuchtwangen und Dinkelsbühl nutzen und Verständnis für die Notfallplanung zeigen.

Für Feuchtwangens Bürgermeister Patrick Ruh, der sich in einem Schreiben bereits an die Nachbarn der Hochmeisterhalle gewandt hat, gilt es nun, das staatliche Landratsamt Ansbach als verlässlicher Partner im Ernstfall zu unterstützen. Die betroffenen Vereine in Feuchtwangen hätten, so der Bürgermeister, bereits Verständnis geäußert und würden bei der Suche nach alternativen Trainingsmöglichkeiten von der Stadt unterstützt. Der Feuchtwanger Rathauschef unterstrich in seinem Schreiben, dass derzeit nicht absehbar sei, ob überhaupt Flüchtlinge kämen und es sich keinesfalls um eine dauerhafte Unterbringung handelt. Zudem würden die Bewohner Feuchtwangens rechtzeitig informiert, falls der Ernstfall tatsächlich eintreten sollte.

Dinkelsbühls Oberbürgermeister Dr. Hammer sprach zwar von einer Beeinträchtigung durch die Belegung der Gymnasiumsturnhalle, die aber unter anderem mit Hilfe des Schulleiters Bernhard Rieck machbar sei. Für den Dinkelsbühler Rathauschef war allerdings auch klar, dass diese Unterstützung in erster Linie für Hilfesuchende aus kriegsgebeutelten Ländern gelten sollte. „In Krisenländern wie Syrien oder Irak herrschen derzeit schlimme Zustände. Für Asylsuchende aus diesen Gebieten muss unsere Gesellschaft zusammenrücken und menschenwürdige Unterkünfte bieten. Zur Abdeckung des Bedarfsplans für den Notfall unterstützen wir das staatliche Landratsamt Ansbach gerne. Zudem wurde im Stadtrat parallel dazu beschlossen, falls ein längerer Bedarf notfalls nötig wäre, die Klosteranlage in Dinkelsbühl dafür zur Verfügung zu stellen“, erklärte der Oberbürgermeister.

Landrat Dr. Ludwig sieht den Landkreis Ansbach durch den engagierten Einsatz aller Beteiligter auch unabhängig vom Winternotfallplan gut aufgestellt. Derzeit sind im Landkreis Ansbach bereits rund 600 Asylbewerber in dezentralen Unterkünften untergebracht sowie 50 weitere Asylbewerber in einer Außenstelle der Zentralen Aufnahmeeinrichtung Zirndorf in Neuendettelsau. „Wir möchten Asylsuchende, die dem staatlichen Landratsamt Ansbach von der Regierung von Mittelfranken zugewiesen werden, möglichst gut unterbringen. Daher freuen wir uns über alle privaten und kommunalen Rückmeldungen zu Unterkunftsmöglichkeiten, die vom Landratsamt angemietet werden können“, so Dr. Ludwig. Für entsprechende Angebote oder Fragen stehen die Mitarbeiter des Landratsamtes Ansbach als Ansprechpartner unter der Nummer 0981 – 468 5101 gerne zur Verfügung.

Quelle: Landratsamt

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