Ansbach Plus | 19. August 2017 AN + | 19.08.2017

Ostermarsch: 400 Teilnehmer

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PM der Bürgerinitiative Etz Langt’s:

400 Teilnehmer bei Aktionen vor der US-Kaserne Katterbach und in der Innenstadt: Ansbacher Ostermarsch setzt starkes Signal für zivile Zukunft und Abzug des US-Militärs

Bild 3Rundum zufrieden zeigten sich die Organisatoren mit Verlauf und Beteiligung des diesjährigen Ansbacher Ostermarschs am Karsamstag. Unter dem Motto „Bürgerwohl vor Militärinteressen“ gingen über 400 Bürger auf die Straße. Beim „Warm-Up“ vor der US-Kaserne Katterbach versammelten sich 130 Menschen, darunter viele vom Fluglärm der Kampfhubschrauber Betroffene aus den umliegenden Ortschaften. Zur Kundgebung am Martin-Luther-Platz fanden sich gut 300 Teilnehmer ein. Der anschließende bunte Ostermarsch um die Innenstadt wurde von heißen Rhythmen der Samba-Gruppe „Batukeros“ begleitet. „Ansbach hat heute erneut ein starkes Signal für eine zivile Zukunft unserer Region und für eine Abzugsperspektive des US-Militärs gesetzt“, bewerteten das Ansbacher Friedensbündnis (AFB) und die Bürgerinitiative (BI) „Etz langt´s!“ die Aktionen.

Ansbacher Stadträte Boris-André Meyer und Uwe Schildbach

Ansbacher Stadträte Boris-André Meyer und Uwe Schildbach

Stadtrat Boris-André Meyer ging in Katterbach auf den „unlösbaren Zielkonflikt zwischen den Kriegsübungen vor unserer Haustüre und den vitalen Interessen der Menschen“ ein. In Ansbach seien nach wie vor „lächerlich laxe Flugbestimmungen“ gültig. Er verwies auf das Plus für Mensch und Natur, aber auch für Wirtschaft und Stadtentwicklung durch die zivile Umnutzung militärischer Liegenschaften. Ansbach müsse jetzt die Konversionsplanung beginnen, um bestens für den US-Abzug gerüstet zu sein. Kerstin Mach aus Obereichenbach berichtete über den Verlust an Lebensqualität für die Anwohner durch Fluglärm und Abgase der Hubschrauber. Peter Wilscher von Amnesty International Ansbach kritisierte die Rüstungsexporte Deutschlands und forderte ein Verbot des Waffenhandels.

Am Martin-Luther-Platz erinnerte BI-Vorsitzender Hansjörg Meyer an die Verpflichtung, Konflikte friedlich zu lösen. Dies sei 2014, 100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs und 75 Jahre nach Beginn des Zweiten, hochaktuell. Bürgermeister Hannes Hüttinger sprach im Grußwort der Stadt Bild 9über seinen Traum eines „Ansbach ohne Militär und einer Welt ohne Kriegswaffen“. Der Bundesvorstand der Naturfreunde Deutschland, Uwe Hiksch, spannte den Bogen von der Rolle Ansbachs als Drehscheibe für weltweite Kriegseinsätze über den Ukraine-Konflikt bis hin zur Nachwuchswerbung der Bundeswehr an Schulen. Er strich die Bedeutung von lokalen Initiativen für Frieden und Abrüstung heraus.

Heidi Kaschner von der neu gegründeten Initiative „Keine Drohnen in Oberpfalz“ kritisierte den Einsatz von Kampfdrohnen an den US-Basen Grafenwöhr und Hohenfels. Auch in Ansbach sollen laut Presseberichten „spätestens ab 2017“ Killer-Drohnen stationiert werden. Man wolle nicht in die „Hinrichtungskriege“, in denen per Knopfdruck Menschen getötet werden, hineingezogen werden. Die Bad Windsheimer Stadträtin Petra Negendank berichtete über die Situation in der „einzigen Kurstadt Deutschlands mit einer Militärbasis vor der Haustüre“. Auch der Betrieb des Kampfhubschrauber-Stützpunkts Illesheim sei unvereinbar mit dem Bürgerwohl.

Abschließend ließen die Teilnehmer 99 Luftballons mit Friedensgrüßen steigen. Dazu bedurfte es einer Ausnahmegenehmigung, denn innerhalb der „Kontrollzone Katterbach“ , die von Lehrberg Bild 6bis Neuendettelsau und von Herrieden bis in den Großhabersdorfer Raum reicht, gilt das Steigenlassen von Luftballons als „gefährlicher Eingriff in den Flugverkehr“.

gez. Pfarrer i.R. Hansjörg Meyer;  Boris-André Meyer

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