Ansbach Plus | 18. August 2017 AN + | 18.08.2017

RaiffeisenVolksbank eG Gewerbebank bleibt 
auf Fusions- & Expansionskurs

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Geyer_OtteAnsbach – Die RaiffeisenVolksbank eG Gewerbebank startet mit einem Anstieg der Bilanzsumme um 28,2 Mio. Euro (3,2 %) auf 911 Mio Euro erfolgreich in das 2. Jahrhundert ihrer Unternehmensgeschichte. Bei den Einlagen legte die Ansbacher Genossenschaftsbank um 20 Mio. Euro (3 %) auf 690 Mio. Euro zu. Zusammen mit den außerbilanziellen Anlagen betreut die Bank aktuell ein Anlagevolumen von 1.146 Mio. Euro (+ 4,1 %). Erneut überdurchschnittlich war auch das Kreditgeschäft, so dass die bilanziellen Kundenforderungen um 5,6 Prozent (28 Mio. Euro) auf 531 Mio. EUR stiegen.

Das Jubiläumsmotto „WEITER DENKEN“ ist nach Worten des Vorstandsvorsitzenden Manfred Geyer Verpflichtung, der die Bank nun mit einer neuen strategischen Zukunftsausrichtung gerecht werden will. Während im entfernten Treuchtlingen die drei dort aktiven Genossenschaftsbanken mit einer neuen Gemeinschaftsfiliale ein bundesweites Modellprojekt eingehen, setzt die Bank im Nordosten auf Expansionskurs: „Durch die Fusionsverhandlungen mit der VR-Bank Rothenburg o.d.Tbr. eG wollen sich zwei leistungsstarke und wirtschaftlich gesunde Genossenschaften“, so Geyer, „noch leistungsfähiger und stärker aufstellen.“ Sobald das Konzept vorliege, werde dieses mit den Vertretern in einer Informationsveranstaltung diskutiert. Die Entscheidung treffen die Vertreter dann in einer außerordentlichen Vertreterversammlung, die im Herbst 2014 vorgesehen ist.

Gerhard Wägemann, Landrat des Kreises Weißenburg-Gunzenhausen, gratulierte der Gewerbebank und den Vertretern in seinem Grußwort zu dem überaus positiven Jahresergebnis der Bank und dankte für den damit verbundenen Einsatz und Nutzen für die Menschen in der Region. Er begrüßte die geplanten Veränderungen, die der Stärkung der gesamten westmittelfränkischen Region dienen.

Bankdirektor Manfred Geyer freute sich, dass er den bekannten Finanzexperten Prof. Dr. Max Otte als Gastredner zum Thema „Von der Finanz- zur Staatsschuldenkrise – und wie Sie Ihr Vermögen sichern“ begrüßen konnte. Prof. Dr. Max Otte ist Professor an der Fachhochschule  Worms und zudem seit 2011 Professor für quantitative und qualitative Unternehmensanalyse und –diagnose in Graz. Otte überzeugte mit einer klaren und leicht verständlichen Sprache. Er plädierte für einen „selektiven Austritt“ von Problemländern wie Griechenland aus der Eurozone, um diese wieder auf Kurs zu bringen. „Staaten und große internationale Banken werden“, laut Otte, „ auf Kosten der Bürger und Steuerzahler saniert.“ Er kritisierte Investmentbanken und amerikanischen Ratingagenturen. Weiterhin zeigte Otte großes Verständnis für die Sorge von Anlegern und Unternehmern. Sein Rat war eine gesunde Mischung aus Geld- und Sachvermögen und er empfahl die Struktur mit einer guten Strategie und Regelmäßigkeit immer wieder zu prüfen. Ferner beruhigte der internationale Finanzexperte die Vertreter und Gäste der Vertreterversammlung: Mit ihrem Bekenntnis zur RaiffeisenVolksbank eG Gewerbebank hätten Sie bereits eine sehr gute und sichere Entscheidung getroffen, denn Genossenschaftsbanken seien noch „Banken von Menschen für Menschen“.

Die Einlagen als Hauptrefinanzierungsquelle für das Kredit-geschäft legten um 25 Mio. Euro (3 %) auf 690 Mio. Euro zu. Infolge des extrem niedrigen Zinsniveaus sowie der finanz-wirtschaftlichen Verunsicherung bevorzugten die Kunden weiterhin fast ausschließlich kurzfristig verfügbare Anlagen. Der Anteil der Kundenanlagen, die in der Bilanz keinen Niederschlag finden, weil sie bei den Partnern im genossenschaftlichen FinanzVerbund liegen, belaufen sich auf 456 Mio. Euro oder 40 % der gesamten Kundenanlagen. Die positive Entwicklung der Kundenanlagen interpretierte Manfred Geyer als Zeichen des Vertrauens in die solide und verantwortungsvolle Geschäftspolitik. Er kritisierte die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank – gerade auch im Hinblick auf die dringend notwendige private Altersvorsorge.

Beim Bausparen konnte die Bank im vergangenen Jahr über 2.187 Verträge mit einer Summe von 61,6 Mio. Euro vermitteln. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Immobilienanlagen spiegelt sich auch im Geschäft der Tochtergesellschaft, der VR-ImmoService GmbH wider. Aus 128 vermittelten Objekten wurde ein Courtage-Umsatz von 1.062 T€ erzielt, womit die VR-ImmoService GmbH den höchsten Umsatz in den 12 Jahren ihres Bestehens erzielt hat.

Das Kreditgeschäft war laut Geyer erneut der „Motor des Wachs-tums“. Die Forderungen an Kunden erhöhten sich um 5,6 % auf 531 Mio. Euro. 2013 wurden Kredite in Höhe von 120 Mio. Euro neu ausgereicht. Im Kreditneugeschäft mit Privatkunden konnte mit 43,7 Mio. Euro eine neue Höchstmarke gesetzt werden. Bei den Neuausleihungen an Firmenkunden (inkl. Landwirtschaft) wurde nach dem Rekordjahr 2012 mit 75 Mio. Euro der zweit-höchste Wert in der 100-jährigen Unternehmensgeschichte erreicht.

Die geschilderte Geschäftsentwicklung findet auch in einer guten Ertragslage ihren Niederschlag. Obwohl die Zinsspanne in Folge des weiter gesunkenen Zinsniveaus leicht zurückgegangen ist, konnte durch die Volumensausweitung bei den Krediten und Einlagen der Zinsüberschuss auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden.

Das Provisionsergebnis aus dem Vermittlungsgeschäft konnte durch ein gutes Versicherungs- und Bauspargeschäft – bei einem weiterhin schwächelnden Wertpapiergeschäft – um gut 3 % auf 6,1 Mio. Euro gesteigert werden.

Die Personal- und Sachkosten sowie Abschreibungen auf Sachanlagen sind um 700 TEUR auf 17,3 Mio. Euro gesunken.

Nach Ertragssteuern in Höhe von 3 Mio. Euro, wovon fast die Hälfte über die Gewerbesteuer den Städten und Gemeinden des Geschäftsgebietes zufließen, ergibt sich ein Jahresüberschuß in Höhe von 1.313 T€. Dieser Betrag ist allerdings bereits um Bonus-zahlungen an die Mitglieder in Höhe von 423 T€ gemindert.

Zum Jahresende 2013 waren 27.309 Kunden Teilhaber der Genossenschaft. Gleichzeitig stiegen die Geschäftsguthaben auf über 13,2 Mio. Euro an. Mitglieder genießen viele Vorteile und sind am Erfolg der Bank direkt beteiligt. Aufsichtsrat und Vorstand haben den Vertretern eine Ausschüttung von mehr als 620.000 Euro zur Genehmigung vorgeschlagen, in der neben der Dividende auch der Jahresbonus enthalten ist. Mit der goldenen VR-BankCard PLUS, die im November 2013 eingeführt worden ist, erhalten die Mitglieder bei zahlreichen regionalen und nationalen Kooperationspartner attraktive MehrWerte und Vorteile.

Als ein in der Region verankertes Kreditinstitut engagiert sich die  RaiffeisenVolksbank eG Gewerbebank auf vielfältige Weise für die gesellschaftlichen Anliegen in der Region. Darüber hinaus bietet sie derzeit rund 250 heimatnahe Arbeitsplätze und zwei Dutzend Jugendlichen qualifizierte Ausbildungschancen. Das gesellschaft-liche Leben im Geschäftsgebiet wurde durch Spenden in Höhe von rund 100.000 Euro für gemeinnützige, soziale und karitative Zwecke unterstützt.

Die Bank plant mit Beginn des 2. Jahrhunderts der Unternehmens-geschichte zwei zukunftsweisende Veränderungen:
Die Umgestaltung des Standortes Treuchtlingen sowie die Expansion mittels Fusion mit der VR-Bank Rothenburg o.d.Tbr. eG.

Treuchtlingen: „Ein Markt – eine Bank“
Seit Übernahme der Raiffeisenkasse Treuchtlingen im Jahr 1960 unterhält die RaiffeisenVolksbank Gewerbebank in Treuchtlingen eine Geschäftsstelle. Heute präsentieren sich dort neben der Sparkasse Mittelfranken-Süd als Marktführer drei Volks- und Raiffeisenbanken mit jeweils einer eigenen Filiale: die Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte, mit dem Sitz in Ingolstadt (früher Eichstätt), die Raiffeisenbank Weißenburg-Gunzenhausen und die Ansbacher Gewerbebank. Hinzu kommt noch die Sparda-Bank München.
Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit wird das Modell „Ein Markt – eine Bank“ angestrebt, bei dem in einem Marktgebiet möglichst nur noch eine Genossenschafts-bank aktiv tätig ist. Die Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte, die Raiffeisenbank Weißenburg-Gunzenhausen und die Ansbacher Gewerbebank legen noch im Laufe dieses Jahres ihr sogenanntes Retailgeschäft in einer Gemeinschaftsfiliale zusammen und bündeln damit nahezu 100 Mio. Euro Kundenvolumen.
Zu diesem Zweck errichtet die Raiffeisenbank Weißenburg-Gunzenhausen, deren Geschäftsgebiet sich auf den gesamten Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen erstreckt, in zentraler Innenstadtlage von Treuchtlingen ein neues modernes und allen Anforderungen gerecht werdendes Bankgebäude.
Der Ertrag des Gemeinschaftsgeschäftes wird zwischen den beteiligten Instituten quotenmäßig aufgeteilt, so dass für alle Beteiligten keine wirtschaftliche Nachteile verbunden sein werden.
„Mit dieser zukunftsweisenden Lösung, die im Genossenschafts-wesen bundesweit Modellcharakter hat,“ so Geyer, „stärken wir die genossenschaftliche Präsenz vor Ort und können qualitativ hochwertige Beratungsleistungen für alle Zielgruppen bieten, die jede einzelne Genossenschaftsbank für sich nicht darstellen könnte.“

Fusionsverhandlungen zwischen RaiffeisenVolksbank eG Gewerbebank und VR-Bank Rothenburg o.d.Tbr. eG:

Gemeinsam mehr erreichen  

Die zweite Veränderung betrifft den geplanten Zusammenschluss mit der VR-Bank Rothenburg o.d.Tbr. eG. Seit der Erstinformation der Vertreter im Februar diesen Jahres arbeiten beide Häuser an einem Konzept, das aber noch nicht fertig gestellt ist. Beide Banken bekunden, dass durch diesen Zusammenschluss sich zwei leistungsstarke und wirtschaftlich gesunde Genossenschaften noch leistungsfähiger und stärker aufstellen wollen. Angestrebt wird derzeit, so Geyer, ein Genossenschaftsbank mit zwei Hauptstandorten in Ansbach und in Rothenburg.

Aus wirtschaftlichen und organisatorischen Gründen werden interne Abteilungen zusammengelegt werden, wobei ein Teil in Rothenburg und ein anderer Teil in Ansbach sein Domizil haben wird. Das künftig deutlich vergrößerte Geschäftsgebiet wird in Marktbereiche gegliedert und mit entsprechenden Kompetenzen versehen. In diesem Zusammenhang werden auch die einzelnen Vorstandsmitglieder regionale Präsenzen und Zuständigkeiten übernehmen.

Ferner stellte Geyer den Vertretern das weitere Vorgehen sowie den zeitlichen Rahmen vor: Sobald das Fusionskonzeptes erarbeitet und von den jeweiligen Aufsichtsorganen genehmigt ist, wollen Aufsichtsrat und Vorstand dieses den Vertretern in einer Informationsveranstaltung vorstellen. Eine außerordentliche Vertreterversammlung mit Abstimmung über die geplante Fusion ist im 4. Quartal 2014 geplant. Somit wäre eine offizielle Zusammenführung beider Institute nach Feststellung der Jahresabschlüsse 2014 im zweiten Quartal 2015 möglich.

Manfred Geyer bat die Vertreter um Verständnis für den vagen Zeitplan und die noch wenig konkreten Lösungen, da die Gestaltung zum Teil auch von externen Institutionen abhängig und extrem komplex sei.

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