Ansbach Plus | 20. August 2017 AN + | 20.08.2017

Nikolaus und Pelzemärtel – Was steckt dahinter?

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Der heilige Martin ist einer der populärsten christlichen Heiligen in Mittelfranken – populärer als der heilige Nikolaus. Warum ist das so? Und: Wer ist der raue, pelzige Geselle mit dem Rausche- bart? Darüber informiert Julia Krieger, stellvertretende Bezirksheimatpflegerin des Bezirks Mittelfranken:

In Mittelfranken kommen der Heilige Nikolaus und sein Knecht am Vorabend seines Gedenktags am 6. Dezember nicht so häufig in die Häuser wie im restlichen Bayern. In weiten Teilen Mittelfrankens übernimmt der Pelzemärtel schon am Vorabend des 11. November die Aufgabe, brave Kinder mit Geschenken zu belohnen und böse zu bestrafen. Woran liegt das?

Der Heilige aus dem türkischen Myra (heute Demre) galt bereits seit dem Mittelalter als Patron der Schüler. Aus dem Umfeld der mittelalterlichen Klosterschulen kommt das Motiv des Abprüfens und Belehrens am Nikolaustag. Seit etwa dem 13. Jahrhundert hatte sich der Tag überdies als Geschenketag für Buben, der Luziatag am 13. Dezember für Mädchen eingebürgert. In Franken ist der Nikolausabend als Beschenkungstermin seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar. Noch heute ist z. B. in Liechtenstein der 6. Dezember ein wichtiger Beschenktag.

Doch seit der Reformation, die in Mittelfranken großen Erfolg hatte, mehrten sich Stimmen, die eine Abschaffung des Nikolaus einforderten. Heiligenkult sollte schließlich vermieden werden. So kam es, dass die Aufgaben des prüfenden und beschenkenden Heiligen in evangelischen Gebieten Mittelfrankens mehr und mehr auf den Heiligen Martin übertragen wor- den sind. Der Martinstag war auch Namenstag von Martin Luther, weshalb beide Konfessionen diesen Tag feiern.

Martin vereinigte fortan das belohnende Wesen des Nikolaus und strafende seines wilden Knechts in einer Person. Er kam als rauer, pelziger Kerl mit schwarzem Gesicht und Rauschebart. In Mittelfranken trägt er noch andere Namen: Nussmärtel, Butzemärtel oder Rollemärtel, je nach Region.

Die Bezirksheimatpflege beantwortet gerne Fragen zu Nikolaus und Pelzemärtel unter: bezirksheimatpflege@bezirk-mittelfranken.de oder 0981/4664 5003.

Quelle: PM Bezirk Mittelfranken (04.12.13)

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