Ansbach Plus | 22. August 2017 AN + | 22.08.2017

Aus und vorbei!

BömaSang- und klanglos, still und leise hat die BÖMA an der Promenade geschlossen! Eine fast 40jährige Lebensmittelhändlerära ist zu Ende gegangen! Wo waren der Aufschrei der Kunden, das Bedauern der Ansbacher und der Nachruf der Presse?

Wer kann sich noch an die drei Lebensmittelmärkte im jetzigen Witt Weiden an der Maximilianstraße und im Schuhhaus Reindler & Lehr am Joh.-Seb-Bach-Platz und einen kleinen Markt in der Feuchtwanger Straße erinnern? Alle drei, damals geführt von Jürgen Bönsch, wurden 1974 in einem großen Lebensmittelmarkt an der Promenade zusammengefasst. Nach der Eingewöhnungsphase folgte die Blütezeit der BÖMA in den 80er und 90er Jahren. Mit Aldi in der unmittelbaren Nachbarschaft stellten diese beiden Geschäfte die Grundversorgung für den Altstadt- und Südstadtbereich Ansbachs dar. Man konnte direkt davor parken und die Neustadt war auch noch eine wichtige Einkaufsstraße in Ansbach. Die Zeiten änderten sich. Immer mehr Aldi’s, Lidl’s, Norma’s, Netto’s … siedelten sich in Ansbach und den benachbarten Orten an. Man muss nicht mehr nach Ansbach fahren, um seine Grundnahrungsmittel zu erwerben und  all diese Discounter hatten mehr als genug Parkplätze direkt vor der Haustür. Drastischere Ereignisse läuteten das langsame Ende der BÖMA ein: die Sanierung des Karlsplatzes in den Jahren 2009 und 2010 erschwerte die Parkplatzsituation, der Brand im Sporthaus Valtin am 11.9.2010 gab diesem historischen Tag eine ganz persönliche Note und hatte wesentliche Auswirkungen auch auf das Haus der Fam. Bönsch an der Promenade. Die daraus verursachte wochenlange Schließung ließ viele Kunden wegbleiben. Für den Junior, Oliver Bönsch, eine fast unlösbare Herausforderung. Der ‚Gnadenstoß’ kam jedoch durch die begonnene und noch Jahre andauernde Sanierung der Promenade. Auch wenn die Kommunikation bestmöglich versucht wurde, so konnte sie die Verunsicherung der Stammkunden nicht lindern: Wie und bis wohin kann ich denn zu Fuß oder per Auto meine BÖMA erreichen? Welche Hindernisse finde ich denn diese Mal vor? Fragen, die man sich als Kunde gar nicht stellen mag (und muss), die jedoch für den Einzelhändler von enormer Bedeutung, ja lebensnotwenig sind! Das war der Anfang vom Ende! Noch guten Mutes versuchte Oliver Bönsch mit der Baustelle zu (über)leben. Die Kunden blieben jedoch weg, die Kommunikation und Planungssicherheit wurde immer schwieriger und das Gefühl, eine Unterstützung seitens der Stadtverwaltung zu erhalten schwand mehr und mehr. Niemand hat sich für das persönliche und unternehmerische Schicksal wirklich ernsthaft interessiert, und jetzt, wo die finale Entscheidung getroffen ist, stehen alle nur betroffen, die Türen verschlossen und viele Fragen noch offen!

 

 

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